Mini Cooper Aaltonen Rallye Monte Carlo BMW/Hardy Mutschler
Mini Cooper Aaltonen Rallye Monte Carlo
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Mini Cooper Aaltonen Rallye Monte Carlo 30 Bilder

50 Jahre Sieg Rallye Monte Carlo

Aaltonen lüftet sein Monte-Geheimnis

Zum 50-jährigen Jubiläum seines Erfolgs nimmt Rauno Aaltonen nochmal die Tortur auf sich und startet bei der Rallye Monte Carlo Historique, der Retro-Version des Rallyeklassikers für historische Autos bis Baujahr 1979. Wir waren dabei.

Bei kaum einen anderen Spitzen-Rallyefahrer lagen bei der Rallye Monte Carlo Triumph und Tragik so dicht zusammen wie beim Ex-Mini-Werksfahrer Rauno Aaltonen: 1962 entkam er nur dank des Geistesgegenwart seines Beifahrers dem brennenden Wrack, fünf Jahre später triumphierte er im Mini Cooper S bei der prestigeträchtigsten Rallye der Welt: Aber dieser Erfolg 1967 hing am seidenen Faden.

Rauno Aaltonen ist 79 Jahre alt. Nach der letzten Etappe der Rallye Monte Carlo Historique im Mini Cooper S hat er zwar nur sechs Stunden Schlaf abbekommen, aber der Finne steht da wie eine Eins, erzählt lebhaft, doziert manchmal ein bisschen über die jungen Leute von heute, aber wirkt fast so agil wie vor 50 Jahren.

Nacht der langen Messer

Rückblende zur Rallye Monte Carlo 1967: In der Nacht zum 20. Januar laufen in den Seealpen die sechs letzten Wertungsprüfungen der 36. Rallye Monte Carlo. Rund 4.400 Kilometer sind die Teams schon unterwegs, aber jetzt gilt es für die 623 Kilometer lange Finale-Schleife, die „Nacht der langen Messer“: Es ist die Entscheidungs-Schlacht der Rallye Monte Carlo – für die Teams ist die berühmteste Rallye der Welt zugleich die aufwändigste des ganzen Jahres.

Rauno Aaltonens Schilderung dieses Monte-Finales vor 50 Jahren wirken so frisch, als wäre er gerade erst oben am Hercules-Hafen über die Zielrampe gefahren. Plötzlich sagt er: „Das habe ich noch nie erzählt.“ Bei der zweiten von insgesamt drei Überquerungen des Col de Turini von La Bollène nach Le Moulinet setzte ein Schneesturm ein. Kurz nach der Überquerung der Passhöhe auf 1.607 Meter über dem Meeresspiegel gerät Aaltonens Werks-Mini Cooper S 1275 mit der Startnummer 177 vor einer Kurve ins Rutschen und steuert auf massive Begrenzungssteine und den Abhang zu: „Ich musste eine Entscheidung treffen, ohne zu wissen, wie es ausgeht“, erzählt Aaltonen. Auf der mit Serpentinen gespickten, tief verschneiten Straße hinunter nach Le Moulinet haben die Spike-Reifen auf einer Eisplatte die Haftung verloren.

Mini Cooper Aaltonen Rallye Monte Carlo
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Auf einer Pass-Straße in den Seealpen. Fahrzeug und Fahrer machen auch 50 Jahre nach dem Sieg noch eine gute Figur.

Dramatische Sekunden im Mini

Ein Klassefahrer wie Aaltonen zergliedert solche brenzligen Szenen in Zehntel oder Hunderstel Sekunden: „Die Straßenbegrenzungen bestanden damals aus Steinblöcken, die mit Stangen aus Stahl verbunden waren – aber diese Verbindungen fehlten dort. Also hatte ich die Wahl: Entweder das Auto vor einen dieser Steinblöcke zu setzen. Meinem Beifahrer Henry Liddon und mir wäre dabei nichts passiert, aber wir wären mit dem beschädigten Auto raus gewesen.“ Der Finne erinnert sich weiter: „Oder ich versuche, unseren Mini zwischen zwei Steinblöcken hindurch zu steuern und zu hoffen, dass wir Glück haben“. Blitzschnell entscheidet er sich für die zweite Variante. Der rote Mini Cooper rollt zwischen schneebedeckten Felsen und Bäumen hindurch den steilen Abhang hinunter. „Plötzlich kracht es und wir sind wieder zurück auf der Straße“, erzählt Aaltonen. Allerdings fehlt ihm die Orientierung: Er fährt zunächst ein Stück in die falsche Richtung, dreht dann um und fährt die Prüfung zu Ende – in Bestzeit. „Erst später ist mir klar geworden, dass ich dabei wahrscheinlich ein Stück Strecke abgekürzt habe“, bemerkt Aaltonen mit einem Schmunzeln.

Und wahrscheinlich hat der Europameister von 1965 mit der Rettungsaktion seinen einzigen Erfolg bei der Rallye Monte Carlo gesichert. Denn im Ziel hat er nur wenige Sekunden Vorsprung vor dem von hinten heranstürmenden Ove Andersson und John Davenport im Lancia Fulvia HF. Andersson, der einige Jahre später das legendäre Toyota Team Europe (TTE) gründen sollte, war der schnellste Fahrer bei der „Nacht der langen Messer“.

Mini schlägt Lancia und Porsche

Über den exakten Abstand zwischen den beiden besten Teams dieser Monte gibt es unterschiedliche Angaben: Der Mini-Teammanager Stuart Turner nennt 13 Sekunden, Aaltonen selbst schätzt, dass sein Vorsprung nur zwischen fünf und sieben Sekunden betrug. Der Mini-Werksfahrer konnte während der Rallye gar nicht ahnen, wer ihm seinen Erfolg noch streitig machte: „Wir haben uns nur auf uns selbst konzentriert“, betont er. Eigentlich hatten alle den Porsche 911 von Vic Elford und David Stone favorisiert – doch das eingespielte englische Rallyeteam verwachst bei der Reifenwahl und fällt auf den dritten Platz zurück.

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Erinnerungsfoto mit Mini: Hans Sylvan, Hans Ake Söderqvist und Rauno Aaltonen.

Zum 50-jährigen Jubiläum seines Erfolgs nimmt Rauno Aaltonen nochmal die Tortur auf sich und startet bei der Rallye Monte Carlo Historique, der Retro-Version des Rallyeklassikers für historische Autos bis Baujahr 1979. Aaltonen steuert einen Mini Cooper S von 1965. Über 2.690 Kilometer muss er mit dem rund 120 PS starken Rallyewagen zurücklegen: vom Start in Bad Homburg bis zum Ziel im Hafen von Monte Carlo sechs Tage später um vier Uhr in der Früh. Manchmal werden auf der Fahrt Erinnerungen an 1967 wach, wie am Finaltag auf der Prüfung, die von Luceram nach Lantosque führt. „In Luceram hatte ich 1962 einen schweren Unfall“, berichtet Aaltonen von seiner ersten Rallye Monte Carlo: Mit dem rechtsgelenkten Mini Cooper touchierte der Finne einen Felsen. Der Wagen überschlug sich sechs Mal, blieb auf dem Dach liegen und fing Feuer. Sein englischer Beifahrer Geoff Mabbs zog ihn aus dem Auto und rettete dem damals 24 Jahre alten Mini-Novizen das Leben.

Zwar wird die Rallye Monte Carlo Historique durch Gleichmäßigkeitsprüfungen entschieden und nicht mehr durch das Jagen nach Bestzeiten wie bei den aktuellen Ausgaben der „Monte“. Doch auch die historische Rallye erfordert ein Höchstmaß an Konzentration. Der Co-Pilot ist dabei mindestens so wichtig wie in den 60er-Jahren. Aaltonen hat sich mit dem 72-jährigen Schweden Hans Sylvan die Dienste eines sehr erfahrenen Beifahrers gesichert, der lange Zeit mit dem Ex-Rallyeweltmeister Stig Blomqvist und Per Eklund unterwegs war. Auch die Rallye Monte Carlo Historique haben sich die beiden zwei Wochen lang intensiv vorbereitet, haben im Dezember die Strecke besichtigt und ein Roadbook angefertigt.

Doch auch das hilft ihnen auf der ersten von insgesamt 14 Gleichmäßigkeitsprüfungen nicht: Der Schnittcomputer streikt und ohne das kleine Gerät lässt sich die geforderte Schnittgeschwindigkeit nicht exakt einhalten. Rauno Aaltonen und Hans Sylvan kassieren dadurch ein Drittel der Strafpunkte, die sie sich auf der gesamten Rallye einfahren und liegen im Gesamtklassement weit hinten. Am Ende haben sich die beiden Routiniers noch auf den 84. Rang nach vorne gekämpft, in ihrer Klasse werden sie immerhin noch Vierte: Das ist gute, alte Rallyeschule: Aufgegeben wird nur dann, wenn sich kein Rad mehr dreht.

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