Rubicon Trail

Die härteste Offroad-Strecke der Welt

Der unbefestigte Teil der Piste ist über 20 Meilen lang. Er führt über atemberaubende Gebirgspässe und ausgetrocknete Flussbetten, vorbei an stillen Seen und mitten durch scheinbar unberührte Wälder. Wer sich hier durchgeschlagen hat, fühlt sich wie ein Trapper der Pionierzeit, der während seiner Reise Bärentatzen und Indianerpfeilen haarscharf entkommen ist. Vor Bären sollte man sich in Acht nehmen - vor allem, wenn man beim Übernachten im Camp Essensreste im Auto liegen lässt. "Einmal hat ein Bär einen Fahrersitz herausgerissen, um an einen Schokoriegel zu kommen", erzählt Linda Johnston. Die rundliche Amerikanerin mit den Lachfältchen im Gesicht sorgt dafür, dass die Offroader im Camp nach der schweißtreibenden Fahrt etwas Ordentliches zwischen die Zähne bekommen: Saftige Steaks in Schuhsohlen-Größe, Omeletts mit reichlich Bacon und jede Menge Bratkartoffeln. Nachschub kommt per Helikopter. Das alles gehört zum Event-Wert des Rubicon Trail.

Jedes Jahr pilgern Allrad-Jünger aus der ganzen Welt in die Sierra Nevada. Heute haben sich sechs Manager aus Australien aufgemacht, die Tour ihres Lebens zu bestehen. Die Jeep sind heimatverbunden mit australischen Flaggen und einem boxenden Stofftier-Känguru auf der Haube dekoriert. Tim ist zusammen mit seinen beiden Söhnen aus Canterbury in England angereist: "Die Strecke ist verdammt hart, aber sie ist es wert. Das ist eine einmalige Erfahrung."

Längst nicht alle Offroader sind in organisierten Gruppen und mit Guides unterwegs. Besonders heiß sind die Hardcore-Trailer. Sie fahren verbastelte Jeeps mit hoch gesetzten Fahrgestellen, verbeulte Land Cruiser oder durchgenudelte Pickups. In Shorts, mit nacktem Oberkörper und Timberland-Boots sitzen sie in der prallen Sonne, eine Hand am Lenkrad, die andere an der Bierdose. "Man kann ja nie wissen, wer oder was einem nachts mitten in der Wildnis begegnet", sagt ein junger Mann, während er sich auf der ausgebleichten Motorhaube seines Ford Bronco sonnt.

Der Trail ist immer noch ein Teil des Wilden Westens

Auf Hilfe kann man unter Umständen lange warten, und Handyempfang gibt es nirgends. Vom Rubicon Trail hat sich der Wilde Westen nie ganz zurückgezogen. Einige Hardcore-Offroader haben sogar ihre Asche über dem Trail verstreuen und sich in symbolischen Gräbern am Rand der Strecke verewigen lassen. Komplett mit Grabbeigaben: Bierdosen der Lieblingsmarke, ein Stück der Antriebswelle des eigenen Jeeps oder die  Musikkassetten, die der Verblichene auf der Fahrt am liebsten gehört hat. Gute Reise.

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