Scheid-M3 nach Zögern nun doch dabei

Foto: VLN/Brucke 15 Bilder

Vor gut einer Woche hätte wohl keiner mehr an eine Teilnahme von Johannes Scheid und seiner Truppe, der Scuderia Augustusburg, beim diesjährigen 24h-Rennen auf dem Nürburgring geglaubt.

Auf Grund fehlender Sponsoren und solventen Fahrern dachte man im Team offen über die Rücknahme der Nennung nach. Doch neben Oliver Kainz sind nun mit David Horn und Matthias Teich gleich zwei Piloten gefunden worden, die den Lokalmatadoren unter die Arme greifen werden.

Porsche kaputt - Fahrer ohne Cockpit

Beide sind 24h-erfahren und hätten eigentlich im gelb-blauen 996 GT3 Cup Porsche von Car Collection sitzen sollen. Doch der wurde vom Teamkollegen Georg Berlandy beim samstäglichen 5. Lauf zur BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft in seine Einzelteile zerlegt.

Das Pech der anderen ist das Glück für Teamchef Scheid. "Bis jetzt haben wir nur miteinander telefoniert, aber schnelle Autos sind sie ja schon gefahren", so der Kottenborner zu den Neulingen am Steuer seines BMW M3 E46 GTS.

Handbremse gegen Totalschaden

Geschürt wurde das lange Zögern auch durch die Furcht vor einem neuerlichen Unfall des Eifelblitzes. Im letzten Jahr bedeutete eine Kollision in Runde 13 das Aus für den Boliden. Während Fahrer Oliver Kainz mit einem Kreuz- und Innenbandriss am Knie noch verhältnismäßig gut bedient war, blieb vom Fahrzeug selbst, nach dem Rendezvous mit der Leitplanke bei Tempo 200, nicht viel mehr als ein Haufen Schrott übrig. Der kostspielige Neuaufbau des Boliden stellte vor knapp einem Jahr einen fast untragbaren finanziellen Aufwand für Scheid Motorsport dar.

Den Crash unbedingt vermeiden

Nur verständlich ist die Angst des Teamoberhaupts vor einer Wiederholung der Ereignisse. „Ich werde den Fahrern vorher schon noch einmal eintrichtern, dass sie, wenn es eng wird, die Handbremse ziehen sollen.“, so Scheid.

Nicht zuletzt waren es die vielen Fans, die mit Sätzen wie: "Das 24h-Rennen kann es ohne dich nicht geben", über Internetforen und Telefonanrufe viel Überzeugungsarbeit für die erneute Teilnahme leisteten.

Ankommen in Schlagdistanz

Der "Porsche-Meute", wie der Lokalmatador seine ärgste Konkurrenz liebevoll nennt, wird er mit neuem Fahrwerk und frischem Antreibstrang entgegen treten. Das unbeschadete Ankommen steht beim 35. ADAC Zurich 24h-Rennen dabei natürlich trotzdem an erster Stelle, aber "wenn alles problemlos läuft, könnte es schon fürs Treppchen reichen. Wir waren ja schon öfter in Schlagdistanz", meint Johannes Scheid zu den Aussichten für den ganztäglichen Eifelritt. Die Fans würde es mit Sicherheit freuen, wenn der himmelblaue Renner die Zuffenhausener Phalanx um Manthey Racing und Land Motorsport ein wenig ärgern könnte.

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