Sitzprobe Mazda CX-3 auf der L.A. Autoshow

So geht Kompakt-SUV

11/2014, Mazda CX-3 Sitzprobe Jochen Knecht Foto: Jochen Knecht 31 Bilder

Wenn im Juni 2015 die ersten Mazda CX-3 zu den Händlern kommen, gibt’s viel zu gucken. Moderne Motoren. Elektronische Helfer. Infotainment. Und vor allem viel gutes Design. Das ist in dieser Klasse bislang wahrlich unterrepräsentiert. Wir waren auf Hausbesuch beim neuen Mini-SUV von Mazda.

Kompakt-SUV? Läuft. Auch bei Mazda. CX-5 heißt der Spaß. Was liegt da näher, als die Idee auf die nächstkleinere Fahrzeugklasse zu übertragen. Da kann man aktuell eigentlich wenig falsch machen, sollte man meinen. Kann man aber natürlich sehr wohl. Einen unter vielen zu bauen, wäre zum Beispiel so ein Fehler. Mehr oder weniger gesichtslose Hochbeiner sind im Segment der so genannten Subkompakt-SUV eher die Regel, denn die Ausnahme. Zu den angenehmen Erscheinungen gehört natürlich der Mini Countryman. Und künftig ganz sicher auch der Mazda CX-3. Warum? Weil der 4,27 Meter lange Japaner beim Thema Design einen mutigen und blitzsauberen Auftritt hinlegt. Raspelkurze Überhänge, die relative flache Dachlinie und der selbstbewusste Kühler-Schmollmund zeigen auf den ersten Blick, dass sich Mazda mit dem CX-3 auf gar keinen Fall in irgend einer Nische verstecken will. Kodo heißt die Designsprache, die schon Mazda 6, Mazda CX-5, Mazda 3, Mazda MX-5 und zuletzt den Mazda 2 in Form gebracht hat. Die Grundidee: Bewegung in Blech pressen. Für jede Baureihe individuell und doch aus einem Guss. Wo ist das Haar in der Suppe? Am Heck, ganz klar. Der etwas sehr hoch geratene Hintern fällt ein bisschen aus dem dynamisch-eleganten Rahmen. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Mazda CX-3 mit viel gut gemachter Technik an Bord

Mächtig Spaß macht auch das Cockpit. Weil sich bei der Weltpremiere in Los Angeles die vorgestellten CX-3 natürlich in Bestform und Top-Ausstattung präsentierten. Aber auch, weil’s auf den Vordersitzen für ein Auto aus dem B-Segment erstaunlich geräumig zugeht. Technisch basiert der CX-3 auf dem Mazda 2. Möglich wird das luftige Raumgefühl durch den langen Radstand (2,57 Meter) und das zum Fahrer hin ausgerichtete Armaturenbrett. Sehr überzeugend: das aus dem Mazda 3 bekannte Entertainment-System MZD Connect, das über einen 7-Zoll großen Bildschirm über alle relevanten Fahrzeugsysteme informiert. Gesteuert werden die digitalen Helfer über einen zentralen Dreh-Drück-Knubbel vor dem Schalthebel. Ergonomischer kann das in dieser Klasse Keiner. Und: Auf Wunsch gibt’s auch noch ein Head-up-Display, Voll-LED Licht, den City-Notbremsassistent (SCBS), den Spurhalteassistent (LDWS), den Spurwechselassistent (RVM), die Ausparkhilfe (RCTA) sowie die Geschwindigkeitsregelanlage mit radargestützter Abstandskontrolle (MRCC) und Notbremsassistent (SBS)

Erwartungsgemäß knapp wird’s für die Beine der Passagiere auf den beiden Rücksitzen. Nach oben ist eigentlich genug Luft, bis knapp 1,80 Meter sitzt man ordentlich. Wenn da ein bisschen mehr Platz für die Beine wäre. Auch wer sich gerne vom Fond aus die Gegend anschaut, muss Abstriche machen. Zwar haben die Mazda-Designer die eigentlich wuchtige C-Säule per Dreiecks-Fenster in Sachen Übersichtlichkeit entschärft. Der Blick durch die Schießscharten-Seitenfenster bleibt aber eingeschränkt. Der Preis der Schönheit.

Mazda CX-3 startet deutlich unter 20.000 Euro

Den Vortrieb übernehmen zwei Benziner (120 und 150 PS) und ein Diesel (105 PS), allesamt in moderner Skyactive-Ausführung und mit Start-Stopp-Automatik. Für alle Motoren steht neben der manuellen Sechsgang-Schaltung auch eine Automatik zur Verfügung. Wer nichts extra odert, bekommt einen CX-3 mit Frontantrieb. Allrad kostet extra, ist aber ebenfalls für alle Motorvarianten verfügbar. Variabilität? Erwarten wir keine Wunder. Der CX-3 ist kein riesiges Auto. Rund 350 Liter Kofferraum und eine 60:40 teilbare Rückbank sorgen aber für ausreichend Platz für Menschen ohne Kinder.

Bleibt die Frage nach dem Preis. Da geben sich die Japaner noch zugeknöpft. Deutlich unter 20.000 Euro soll ein Basis CX-3 kosten. Wir gehen erstmal von irgendwas zwischen 17.000 und 18.000 Euro aus.

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