sport auto-DriftChallenge 2011

Querlenker auf dem Hockenheimring

DriftChallenge, Ford Mustang, Yves Faber, Juri Bianchi Foto: Rossen Gargolov 22 Bilder

63 Fahrer aus sieben Nationen versammelten sich am Pfingstwochenende zur traditionellen, 2011 zum 13. Mal ausgetragenen sport auto-DriftChallenge im Hockenheimer Motodrom.

Driftwinkel, Linie, Speed und Stil. Das sind die harten Bewertungskriterien der sport auto-DriftChallenge. Mit den lustigen Rutschveranstaltungen der frühen Jahre hat es eigentlich nur noch die Strecke gemein: die Sachskurve mit anschließender Kurvenkombination im Hockenheimer Motodrom. Abgesehen vom deutlich gestiegenen fahrerischen Niveau sind auch die meisten Fahrzeuge der Teilnehmer entsprechend aufgerüstet und umgebaut. Leichtbau, Schalensitze, Sicherheitskäfig, modifiziertes Fahrwerk, vergrößerter Lenkeinschlag, Leistungssteigerung und die "Fly off" genannte hydraulische Handbremse gehören inzwischen zum Standard-Repertoire.

Für den Auftritt am Pfingstsamstag mussten sich die Fahrer erst am Vortag qualifizieren. Nach dreistündigem Training folgten am Freitagnachmittag die Einzelläufe auf dem umgebauten Ostkurs des Hockenheimrings, dem sport auto-Drift-Park. Auf der Strecke mit insgesamt vier Kurven wurden zuvor so genannte "Clipping-Points" gesetzt. 

Twinbattle-Teilnahme scheitert am fehlenden Sicherheitskäfig

Das sind Pylonen, Mauern oder Reifenstapel, an denen möglichst nah vorbeigedriftet werden muss. Hier mussten alle 63 Fahrer ihr Können bei drei Versuchen unter Beweis stellen. Dreher oder mehrmals den Drift abbrechen quittierte die zweiköpfige Jury, Axel Mack und Zdenek Wertheim, gnadenlos mit null Punkten. Allen voran qualifizierte sich der Schweizer Michael Sahli mit seinem BMW E30 3.6 Touring auf Platz eins, gefolgt von Lars Verbraeken, ebenfalls BMW E30-Pilot, allerdings mit verbautem Toyota-Turbomotor auf Platz zwei und Uwe Sener im G-Power-BMW E36 Kompressor auf Platz drei.

Der Vorjahressieger Remmo Niezen im Falken-BMW E30 V8 aus Holland musste sich vorerst mit dem vierten Platz begnügen. Die besten 16 starten dann in der Twinbattle, einem Stechen mit zwei Fahrzeugen gleichzeitig auf der Strecke im K.O.-System. Allerdings nur, wenn die Fahrzeuge über einen Sicherheitskäfig verfügen. Das traf den Hessen Oliver Scheurich, der zwar im Qualifying Platz zwölf erreichte, mit seinem komplett serienmäßigen BMW M5 E34 aber nicht an den Battles teilnehmen durfte.

Kleine Unterschiede entscheiden über Sieg oder Niederlage

Dadurch rückte Andreas Distel, zuvor auf Platz 17 gewertete in die Top 16. Diesen Platz musste er aber ebenfalls weitergeben, da er in seinem seriennahen Ersatzwagen auch keinen Sicherheitskäfig verbaut hatte. Glück für Jochen Reich, anfangs auf Platz 18 gewertet, rückte er mit seinem Opel Commodore C mit implantiertem BMW-V8-Motor in die Twinbattle-Riege vor. Nach beendeter Siegerehrung des sport auto-TunerGP rollten dann die Drifter bei perfektem sport auto-Wetter mit 25 Grad Celsius zur sport auto-DriftChallenge 2011 ins Motodrom. Vor 30.000 Zuschauern starteten die ersten acht Paarungen in der Reihenfolge Platz eins gegen 16, zwei gegen 15 und so weiter in die Battles.

Die Sieger jeder Runde fahren dann wieder gegeneinander bis der Champion ermittelt ist. Unschlagbar war, wie auch schon bei der sport auto-DriftChallenge 2010, Remmo Niezen, der sich Runde für Runde auf Platz eins vorkämpfte. Sein Landsmann Tim Tatje im BMW E36 Compact musste sich im harten Finale der Performance des Falken-Pilots geschlagen geben. Auf diesem Level sind es Nuancen, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Ein paar Grad mehr Driftwinkel, einen Tick weniger Abstand zum Gegner, das beherrscht Remmo in Perfektion.

Team Switzerland gewinnt DriftChallenge 2011

Die Verlierer aus dem Halbfinale, Michael Sahli und Yves Faber im Ford Mustang, rückten dann noch zum kleinen Finale um Platz drei bei der sport auto-DriftChallenge 2011 an die Startlinie. Nach Gleichstand in den ersten beiden Läufen konnte sich Michael Sahli den Podiumsplatz, wenn auch nur knapp, im Wiederholungslauf sichern. Bei der anschließenden Kür, der Teamdrift-Wertung, die 2010 zum ersten Mal ausgetragen wurde, kämpften neun Teams mit bis zu vier Fahrzeugen um die verbliebenen Pokale. Durchsetzen konnte sich hier das Driftteam Switzerland mit Michael Sahli, Florian Zimmermann, Benno Frieden und Philippe Guillod.

Dahinter auf Platz zwei das Team sport auto mit Markus Militzer, Jochen Reich und Uwe Sener vor dem Team Luxemburg/ Schweiz mit Rohan van Riel, Yves Faber, Carola Mecan und Juri Biachi auf Platz drei. Wer unter den Zuschauern der sport auto-DriftChallenge 2011 die hohe Kunst des Querfahrens nicht nur von außen betrachten, sondern auch live im Auto erleben wollte, hatte dazu am Samstagvormittag die Möglichkeit. Von neun bis zwölf Uhr konnte bei den Taxifahrten im sport auto-Driftpark auf dem Beifahrersitz mitgedriftet werden. Hier stand der Ursprung des Driftens abseits von Wertungsdruck, Driftwinkel, Linie, Speed und Stil im Vordergrund: der Spaß am instabilen Fahrzustand. Den haben die Fahrer lange nicht verloren, somit steht der DriftChallenge 2012 nichts im Wege.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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