Technorama 2009

Dank Märklin zum Porsche 911er

Foto: Kai Klauder 21 Bilder

"Die Märklin-Bahn war’s. Wir hatten eine zu Hause und dazu einen orangefarbenen Porsche 911. Schon damals wusste ich: den muss ich haben, genau in dieser Bonbon-Farbe."

Der studierte Betriebswirt erfüllte sich seinen Wunsch und ließ einen 911er restaurieren. Die schlechten Erfahrungen, die er dabei gemacht hat, ließen ihn grübeln und nach Lösungen suchen. Klar, die Gründung eines eigenen Restaurierungsbetriebes kommt vielen in den Sinn. Doch Henning macht seinen Traum wahr und gründet die Firma Classic 911.

Die Geschichte des Porsche 911 Targa

Auf der Technorama präsentiert er zum ersten Mal seine Arbeit. In Halle fünf bis sieben ist die Sonderschau Porsche zu sehen. Neben der kompletten Historie des Targa - von jeder Generation gibt es ein Modell zu sehen - zeigt Matthias Henning an seinem Stand die Restaurierungsschritte . "Wir holen uns die F-Modelle aus den USA, die deutschen Exemplare, die zum Restaurieren angeboten werden, sind in zu schlechtem Zustand, als das sich die Restaurierung lohnen würde."

Henning hat seit etwas mehr als einem Jahr sein Hobby zum Beruf gemacht und kümmert sich seither mit einem Team von sechs Mitarbeitern um den Erhalt der Porsche 911 F-Modelle. "Schmalkarosse, vor allem F-Modell, manchmal auch G-Modell - das ist unsere Leidenschaft", erklärt der Betriebswirtschaftler. Sein Team besteht aus erfahrenen Mitarbeitern, vom 30-jährigen Motorenprofi bis zum 60 Jahre alten Karosseriebauer - sie alle vereint die Leidenschaft 911. Rund fünf bis zehn F-Modelle befinden sich bei Classic 911 in Behandlung.

Mit welch perfektionistischem Anspruch an die Restaurierung herangegangen wird, kann jeder Technorama-Besucher an den Exponaten sehen. Nachdem alle Daten (passen Motor- und Fahrgestellnummern zusammen, tragen die Fuchsfelgen fortlaufende Nummern) bei Porsche nachgefragt und als original bestätigt wurden, kommen die US-Importe in die Werkstatt in Kassel.

Mit Backpulver und Nussschalen gegen den Rost

Hier geht es los mit der Komplettdemontage, anschließend werden die Lackflächen mit Backpulver gestrahlt - den Unterschied zum Strahlgut Sand darf man an einem Exponat erfühlen. Beim Unterboden kommen Nussschalen beim Strahlen zum Einsatz. Nach dem Spülen mit 60 Grad heißem Wasser, um letzte Rückstände zu entfernen beginnt sofort die Blechkonservierung und der Lackaufbau. Entlacken und Lackierung sind übrigens die einzigen Arbeitsschritte, die an Spezialisten außer Haus gegeben werden.

"Wir lassen die Karosserien in der Wunschfarbe des Besitzers lackieren - nur original muss sie sein. Da sind wir streng", verdeutlicht Henning den hohen Anspruch des Restaurierers. Auch die Kabelbäume fertigen die Nordhessen selbst und haben sich damit in kurzer Zeit einen Namen gemacht. Dabei versteht sich von selbst, dass das Team um Henning die Kabel in den originalen Farben und Stärken gesucht hat und nur diese eingesetzt werden.

Der weitere Aufbau erfolgt nach Wunsch und finanziellen Möglichkeiten des Kunden mit den aufgearbeiteten Original- oder Neuteilen. Wer mehr erfahren möchte kann Classic 911 auf der Techno Classica in Essen besuchen oder wartet, bis die Klassikstadt in Frankfurt ihre Toren öffnet. Denn dort werden Matthias Henning und sein Team einen festen Platz einnehmen.

Mehr auf www.classic911.de

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