Alfa Romeo 8C 2900 B Touring

Das Alfa-Tier

Foto: Reinhard Mutschler

Formel 1-Technik der Dreißiger, verpackt in einer hinreißenden Hülle aus Aluminium. Dazu ein 220 PS starker Achtzylinder-Motor, der den Beau auf bis zu 220 km/h beschleunigt.

Der Romeo unter den Alfa bezaubert nicht durch Ornamente oder gewollte Linien, sondern durch die vollkommene Natürlichkeit seiner Skulptur. Es ist, als hätte ihn ein himmlischer Wind aus einem Tropfen flirrenden Quecksilbers in Form gestreichelt. Die Schlichtheit setzt sich im eng geschnittenen Cockpit fort: Einziger Schmuck sind der Himmel aus sandbeigem Mohair und die beiden wundervollen Veglia-Runduhren für Tacho und Drehzahl, die an die beste Zeit des Pariser Art déco erinnern.

Drückt man den Startknopf für den Achtzylinder, mit seinen 220 PS ein Formel 1 der Dreißiger, beginnt es zu röcheln und zu brabbeln. Der Alfa schlürft, vibriert und trompetet. Er lebt.

Der bernsteinfarbene Knauf des Schalthebels mit umgekehrtem H-Schema (erster Gang rechts oben) will mit Kraft geführt werden. Der Fahrer muss nach dem Einkuppeln sofort auf das in der Mitte platzierte Rollengaspedal treten, sonst ruckelt der Renner heftig. Zurückschalten fordert doppelt Kuppeln und Zwischengas, will man die Zahnräder ohne Krachen neu sortieren.

Die Kompressoren brüllen lustvoll

Schon ab 2000/min ist der Druck aus den beiden Roots-Gebläsen zu spüren. Im Gegensatz zu den Mercedes-Kompressoren dieser Epoche sind sie beim 8C hinter den beiden Vergasern installiert und saugen nicht Luft, sondern Gemisch an. Sie komprimieren es unter hellem Singen, das sich zu lustvollem Brüllen steigert, und täuschen so eine höhere Motordrehzahl vor. Wenn sich die zehnfach gelagerte Kurbelwelle mit 5500 Touren dreht, dann schmettert und prasselt das durchzugsstarke Leichtmetall-Triebwerk, als würden Tausende von Leintüchern gleichzeitig zerrissen.

Die Lenkung arbeitet leicht, aber nicht besonders zielgenau. Man lernt, den 1150 Kilo leichten Alfa ein paar Zentimeter nach links und rechts zur Seite laufen zu lassen, ohne ständig am Lenker zu korrigieren.

Die Aufregung weicht dem Genuss. Der rote Lack spiegelt Natur in Dynamik, durch die Schießscharte der schmalen Fahrer-Frontscheibe flirrt es tannengrün auf den Kotflügeln und wolkenweiß auf der unendlich scheinenden Haube.

Technische Daten
Alfa Romeo 8C 2900 B Le Mans
Höchstgeschwindigkeit 220 km/h
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