Aston Martin GT4 Challenge

Gentlemen start your Engines

Aston Martin GT4 Challenge Foto: Rossen Gargolov 7 Bilder

Für ambitionierte Privatpiloten ist die Markenpokalserie Aston Martin GT4 Challenge mit V8-Vantage-Modellen gedacht. Wir stellen die Serie und Rennwagen vor - mit Gaststart.

Wenn Aston Martin-Chef Dr. Ulrich Bez und sport auto-Lenker Horst von Saurma sich in einem einig sind, dann darin, dass es gilt, die Dinge ihrem Zweck zuzuführen. Wer sportliche Autos baut, so die in Gaydon gezogene Konsequenz, muss sich mit seinen Produkten auch auf die Rennstrecke trauen.

Den stark professionalisierten Weg, den Porsche mit seinen Carrera Cup- und Supercup-Rennen beschreitet, wollen die Briten dabei allerdings nicht kopieren. Bereits mit dem ersten, maßgeblich von sport auto initiierten 24h-Projekt im Jahr 2006 hat Aston Martin ausdrücklich die Nähe zu seinen Serien-Sportwagen gesucht. Wenig später kam auch der normale Aston-Kunde in den Genuss des hinlänglich renn- und Nordschleifen-erprobten Hecktrieblers mit V8-Frontmotor.

Kundesnport-Rennwagen von Aston Martin

Mit dem Aston Martin V8 Vantage N24 präsentierten die Briten auf dem Genfer Automobilsalon des Jahres 2007 erstmals in ihrer Geschichte einen eigens für Clubsport-Veranstaltungen und seriennahe Rennserien konzipierten Ableger des kleinen Einstiegssportlers. Diesem folgte im vergangenen Jahr ein nach dem internationalen FIA-GT4-Reglement aufgebautes Rennauto mit entsprechendem Namenszusatz. Beide Fahrzeuge - sowohl der N24 als auch der Vantage GT4 - sind in der im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen und primär für ambitionierte Privatpiloten gedachten Aston Martin GT4 Challenge startberechtigt.

In der 2011er Spezifikation darf das hinterradgetriebene Coupé auf einen rund 430 PS starken 4,7-Liter-Saugmotor und die Aerodynamik des Aston Martin V12 Vantage-Straßenautos vertrauen. Beim Getriebe hat der Pilot die Wahl zwischen einem manuellen Sechsganggetriebe oder der optionalen Sportshift-Box mit Schaltwippen am Lenkrad. Beide Schalteinheiten steuert der italienische Getriebespezialist Graziano bei. Wer einen solchen Renner sein Eigen nennt, einmalig 12.950 Britische Pfund zuzüglich Mehrwertssteuer erübrigen kann und acht Mal im Jahr abseits öffentlicher Straßen ins Lenkrad greifen mag, kann für den internen, vom Hersteller tatkräftig unterstützten Markenpokal nennen. Nennungen zu einzelnen Veranstaltungen sind gleichfalls möglich.

Auf der Insel wird in Silverstone, Snetterton, Donington Park, Oulton Park und Brands Hatch gefahren, Abstecher aufs Festland führen nach Spa Francorchamps und Dijon Prenois. Die Serie ist ähnlich dem ADAC-GT Masters dem Teamsport verpflichtet Im Normalfall teilen sich zwei Fahrer ein Auto. Die minimale Boxenstopp-Zeit ist festgeschrieben und muss auch von Einzelstartern eingehalten werden. Profi-Piloten werden durch eine längere Standzeit eingebremst. Die Dauer der einzelnen Läufe variiert zwischen 60 und 180 Minuten.

In Spa gastierte die Aston Martin GT4 Challenge im Rahmenprogramm des 25h-Beetle Fun Cups. Das getrennt gewertete AM-Feld startete in Belgien im Rahmen der europäischen GT-Meisterschaft. 55 GT4- und GT3-Boliden ließen auf dem Ardennenkurs Eifelflair aufkommen. Glichen doch sowohl die Verkehrsdichte als auch das topographische Streckenlayout und die gefahrenen Durchschnittstempi denen auf der Nordschleife.

Der rundum mit 650/660-Dunlop-Slicks bereifte Aston Martin V8 Vantage GT4-Renner neigt in engen Ecken zum Untersteuern, kann beim Herausbeschleunigen aber auch schon mal publikumswirksam das formschöne Heck heraushängen. Dabei gibt sich der Brite stets so konziliant, dass selbst weder mit dem Auto noch mit der Strecke vertraute Gaststarter konkurrenzfähig sind - wie der in Spa mit dem VIP-Auto des Aston Martin Lagonda

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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