Aston Martin Invisible

Schneller Sex

Foto: Archiv 12 Bilder

Im Oktober 2004 wechselte der seltenste Aston Martin bei eBay den Besitzer - Erster Fahrbericht des Aston Martin, Type Invisible, auf Basis des V8 Vantage.

Leer scheint der Parkplatz vor dem kleinen Häuschen im südenglischen Walnutgrove zu sein, als Kent See, der Besitzer des Type Invisible, uns die Schlüssel zu seinem Schmuckstück in die Hand drückt. "Verliert sie nicht und fahrt vorsichtig“, warnt der 56-Jährige, "hier herrscht Linksverkehr“.

Optisch ist der Invisible klar als Aston Martin zu ertasten. Auf 4,38 Meter spannt sich eine kraftvolle sportliche Silhouette. Wir können kurze Überhänge, eine hohe Gürtellinie sowie eine grimmige Front mit aggressiv gestalteten Scheinwerfern fühlen. Das Heck kennzeichnet ein Heckspoilerbürzel. Den Kontakt zur Straße halten auf den ersten Griff 18 Zoll große Leichtmetallfelgen im Zehn-Speichen-Look mit Reifen der Dimension 275/40 an der Hinterachse und 235/45 an der Vorderhand. Dahinter verbirgt sich eine ABS-Bremsanlage, die vermutlich mit 350 Millimeter großen Bremsscheiben bestückt ist.

Das ist Sex, schneller Sex

Ein Keyless-Go-System öffnet automatisch mit einem leisen "Klack“ beide Türen und gibt den Innenraum frei. Durch fehlende Orientierungspunkte fällt der Zustieg dem Ungeübten zunächst etwas schwer. Doch das darf nicht den Eindruck des Interieurs schmälern. Schmale Ledersitze umschmiegen Fahrer und Beifahrer.

Türinnenseiten, Schaltknauf, Lenkrad und die Mittelkonsole im Soft Touch-Design sind ebenfalls mit feinstem Leder bespannt. Hinter dem griffigen Volant befinden sich vermutlich die klassisch-runden und mit Chromringen verzierten Instrumente. Via Schaltpaddeln gibt der Fahrer die Kraft des Achtzylinders über sechs manuelle Stufen kommod auf die Hinterräder ab. Selbstverständlich fehlen auch nicht ein obligatorischer 13 Zoll großer LCD-Flachbildschirm in der Mittelkonsole, der an ein DVD-System und eine Spielekonsole gekoppelt ist. Klimaanlage, CD-Player und Navigationssystem sind ebenfalls an Bord.

Wir setzen die Rarität in Bewegung, sanft brummelnd reagiert der V8 auf die ersten zarten Befehle des Gasfußes. Wir erinnern uns an die Wort von Kent See: "Sie können euch nicht sehen!“ Und alle Vorsicht ist dahin. Vrrooommmm. Mit aller Macht drücken uns die 380 PS in die Ledersitze. Untermalt von einer furiosen Klangkulisse, stürmt das Aggregat in lichte Höhen und mahnt das Einlegen des nächsten Ganges an. Das ist Sex! Schneller Sex! Der Aston giert nach Kurven, saugt sie förmlich auf und scheint sie begradigen zu wollen. Kein Untersteuern, kein Übersteuern, folgsam spurtet der Luxussportler auf gefühlte 280 km/h. Im Inneren scheint es, als umgebe einen kein Auto, sondern Natur pur. Passanten lassen wir ratlos staunend zurück.

Allerdings birgt der Aston Martin, Type Invisible, auch ein gewisses Gefahrenpotenzial. Die Bremsleuchten sind für den Hintermann ebenso wenig zu erkennen wie das Auto selbst. Kein Wunder, dass dieses Modell nie eine reguläre Straßenzulassung erhalten hat.

Auf Anfrage von auto-motor und sport.de erklärte eine Aston-Martin Sprecherin am Freitag (1.April.): "Eine Straßenzulassung war nie vorgesehen, das Modell sollte ein Quantensprung in der Erlkönigtechnologie sein. Leider konnten wir kurz vor Fertigstellung den Prototypen nicht mehr finden.“ Das Unternehmen hält sich nach Angaben der Sprecherin jedoch rechtliche Schritte gegen Kent See vor. Dieser hatte den Aston Martin beim Internetauktionshaus eBay für stolze 10,81 Pfund ersteigert.

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