Aston Martin Vanquish Volante

Luxuscabrio mit V12 im Fahrbericht

Aston Martin Vanquish Volante, Frontansicht Foto: Aston Martin 31 Bilder

Im bergigen Hinterland Kaliforniens gab uns Aston Martin die Gelegenheit, den neuen Vanquish Volante über kurvige Landstraßen zu scheuchen. Was für ein schöner Tag!

Am Ende der Veranstaltung, auf Platz 14 D in einem abgewetzten Airbus Richtung Heimat, bleibt ein müder Redakteur, der eigentlich schlafen sollte, lieber aber noch ein bisschen sinniert. In der Nase hängt der Duft des weichen Leders, gepaart mit den Gerüchen heiß gefahrener Pirelli P Zero Corsa und knisternder Bremsen, während sich der gewaltige V12 des Aston Martin Vanquish Volante, die knallend heiße Sonne und die endlos kurvigen Straßen Kaliforniens wohl für immer einen Platz im Hinterkopf reserviert haben. Ein starker Termin, ein starkes Auto. Womit aber anfangen?

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Aston Martin Vanquish Volante, IAA
Der Aston Martin Vanquish Volante auf der IAA 1:24 Min.

Aston Martin Vanquish Volante bietet Hörvergnügen der anderen Art

Vielleicht mit etwas, das mit am meisten beeindruckt hat und an der Komposition aus offenem Vanquish, Motor und gelungenem Roadbook liegt: der im Sport-Modus unter Last laut schreiende Zwölfzylinder, der – zurückgeworfen von steilen Felswänden – fast so infernalisch klingt wie ein Formel 1-Renner bei Tempo 300 in einem engen Tunnel. Doch kein Gedanke an freie Fahrt. Dafür standen zu viele mürrisch dreinblickende Cops an den folgenden verführerisch langen Geraden.

Satte 573 PS leistet der aus dem Coupé unverändert übernommene Sechsliter-V12. Bei 5.500 Touren steht ein Drehmoment von 620 Nm an, das über eine Kardanwelle aus Carbon an die vor der Hinterachse montierte Sechsgang-Automatik gelangt. Wer es im Aston Martin Vanquish Volante richtig krachen lassen will, sprintet per Launch Control in 4,3 Sekunden auf 100 km/h. Bei 295 ist Schluss. Und wer mag, kann per Schaltpaddel die Gänge selbst sortieren. Allerdings schaltet der Sauger im manuellen Modus selbst am Drehzahllimit (6.750/min) nicht selbstständig hoch. Alte Schule eben und fein für alle, die das offene Flaggschiff der Aston-Familie auch mal auf einer Rennstrecke bewegen wollen.

Dann, aber auch nur dann kann es sich zudem lohnen, die adaptiven Fahrwerksdämpfer in den wahrlich knochentrockenen Trackmode zu versetzen. Ansonsten einfach im Normal-Modus bleiben – dann rollt der Volante sehr manierlich ab. Ist „ausnahmsweise“ der Sport-Modus per Tastendruck am Lenkrad deaktiviert, brummelt der 2+2- Sitzer friedlich wie ein Hausboot auf dem Canal du Midi. Wozu Drehzahlen über 3.000 Touren? Schon bei 1.000 Touren hält der Hubraumriese über 500 Nm parat. Lässiger lässt es sich wohl in kaum einem anderen Cabrio cruisen.

In Carbon gepresste Ästhetik

Die Stewardess teilt zähen Tafelspitz auf einem eiskalten Porzellanteller aus. Zeit, sich einer weiteren Eigenart des Aston Martin Vanquish Volante zu widmen, die man nur selten findet. Nein – nicht das faszinierende Design der 4,73 Meter langen und 1,29 Meter flachen Karosserie, sondern ihre Inhaltsstoffe. Denn die komplette Hülle des Aston Martin Vanquish Volante besteht aus Carbon – perfekt lackiert und im Bonding-Verfahren mit einer Alu-Struktur verklebt. Lediglich wenige Elemente wie Lufteinlässe, Finnen, Frontspoiler oder der mächtige Diffusor zeigen ihre wahre Oberfläche. Das Ziel: eine möglichst fließende Karosserielinie, hohe Festigkeit und niedriges Gewicht. Und 1.844 Kilogramm für ein vollausgestattetes Cabrio in diesem Format sind respektabel.

Nicht gespart hat Aston beim Alcantara-Innenhimmel des Stoffverdecks. In drei Lagen spannt es sich straff über die Insassen, ohne einzuengen, und fügt sich sehr harmonisch in das Karosseriebild ein. Und scheint wieder die Sonne, verschwindet es in nur 14 Sekunden und bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h elektrisch wieder unter einer stabilen Abdeckung.

Der Kofferraum des Aston Martin Vanquish Volante selbst, leicht zugänglich über eine trotz Spoiler ausgesprochen elegante Heckklappe, fasst 279 Liter. Für einen Trip zu zweit sollte es eigentlich reichen. Und wenn nicht, passt immer noch eine Tasche hinter die bequemen und fein belederten Vordersitze. Eher eng geht es dafür hinter dem Lenkrad zu, man sitzt auf Tuchfühlung mit Türen und Mittelkonsole. Die Ablagen sind klein. Ein Handschuhfach? Haben wir auch nach längerem Suchen nicht gefunden.

Aston Martin Vanquish Volante kostet 20.000 Euro mehr als das Coupé

Genug erzählt. Der Purser schaltet wohl demnächst die Deckenbeleuchtung aus. Nur noch ein Blick in die Preisliste. Mindestens 264.995 Euro werden für einen Aston Martin Vanquish Volante fällig – 20.000 Euro mehr als für das Coupé. Immerhin: Der Volante ist vollständig ausgestattet. Elektrisch verstellbare Ledersessel sind ebenso serienmäßig wie eine 1.000-Watt-Soundanlage von Bang & Olufsen, WiFi-Hub oder ein eher mäßiges Navigationssystem von TomTom. Selbst die adaptiven Dämpfer sowie die exzellent zupackenden und gut dosierbaren Keramikbremsen gehören dazu.

Also Glückwunsch an alle, die ihn sich leisten können. Aber drücken Sie auf der morgendlichen Fahrt in Büro die S-Taste bitte erst an der nächsten Hauptstraße. Sonst gibt’s Ärger mit den Nachbarn.

Fazit

Aston Martin ist zu Recht stolz auf seinen neuen Star. Er ist dank seinem immer noch faszinierenden V12 nicht nur der schnellste offene Aston überhaupt, sondern auch ein beeindruckend stilvoller Wagen.

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Technische Daten
Aston Martin V12 Vanquish Volante
Grundpreis 268.995 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4728 x 1912 x 1294 mm
KofferraumvolumenVDA 279 l
Hubraum / Motor 5935 cm³ / 12-Zylinder
Leistung 421 kW / 573 PS bei 6750 U/min
Höchstgeschwindigkeit 295 km/h
Verbrauch 14,4 l/100 km
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