Astra Coupe OPC X-Treme

Opel Blitz

Wir erlebten den 444 PS starken Straßenrennwagen, den Opel voraussichtlich in einer Kleinserie bauen wird.

Lediglich ein Druck auf den Starterknopf trennt friedvolle Ruhe von infernalischem Lärm. Was auf den Knopfdruck folgt, kennen sonst nur Rennfahrer: Das Auto schüttelt sich, der V8 brüllt los, das Getriebe rasselt und versetzt die Karosserie in dröhnende Schwingungen. Der Schädel droht zu bersten – und das schon bei Leerlaufdrehzahl.

Vor bleibenden Schäden bewahren Ohrenschützer den Fahrer – laut ist es damit immer noch. Der Außenwelt bleibt das akustische Martyrium erspart. Zwar ist das zweisitzige Opel Astra Coupé mit dem Namenszusatz OPC X-Treme ein Abkömmling des DTM-Rennwagens, aber mit Straßenzulassung.

So filtern Schalldämpfer gesetzeswidrige Störgeräusche. Was auf dem Weg zu den vier Endrohren bleibt, ist Joe-Cocker-artiges Röhren, das an einen Ferrari 360 Modena erinnert. Kein Big-Block-Blubbern – das verhindert die 180-Grad-Kurbelwelle.

Sie trägt aber auch zur herausragenden Literleistung bei: 111 PS – so viel wie beim 360 Modena, wobei dem Astra Air-Restriktoren höhere Werte versagen. In der DTM sollen sie PS-Monstern Einhalt gebieten, in der freien Wildbahn verbessern sie das Ansprechverhalten des Motors.

Und so lässt sich der X-Treme erstaunlich einfach in Bewegung setzen: Das Pedal der Kohlefaser-Kupplung geht schwergängig, aber nicht brutal hart. Mit dem weit in den Innenraum ragenden Schaltstock wird der erste Gang eingelegt, wobei ein Ruck durch den Flügeltürer geht. Dann lässt der linke Fuß bei leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl die Kupplung vorsichtig kommen.

Wer unerschrocken von dem gebotenen Klangspektakel das Gaspedal voll durchtritt, startet den Ritt auf der Kanonenkugel. Die Reifen krallen sich in den Asphalt und reißen den heckgetriebenen Astra nach vorn. Dabei dreht der Motor so blitzartig hoch, dass zwei Wimpernschläge später schon der Drehzahlbegrenzer erreicht ist.

Am besten verweilt die rechte Hand beim Beschleunigen in der Nähe des Schaltstocks des sequenziellen Getriebes: Sie muss ihn im Sekundentakt nach hinten reißen, um mit einem Ruck manuell die Gänge zu wechseln – wobei das Gaspedal dank Zündunterbrecher durchgetreten bleiben darf.

Schnell ist die sechste Fahrstufe erreicht, und der Bolide fliegt auf die nächste Kurve zu. Keine Zeit, um auf den Tacho zu blicken. Über 300 km/h sollen möglich sein – der brachiale Vortrieb lässt daran keinen Zweifel.

Ebenso brutal, wie der X-Treme beschleunigt, bremst er bei Bedarf auch. Je sechs Kolben nehmen die pizzatellergroßen Kohlefaserscheiben in die Zange. Im Gegensatz zum Renntrimm  verzögert die ABS-lose Bremsanlage in der Straßenversion auch in kaltem Zustand hervorragend. Warmgefahren gleicht die Wirkung dem Bremsfallschirm eines Dragsters.

Nur das Design des Lenkrads erinnert noch an einen Opel Astra, das Einlenkverhalten ist nicht von der Serienwelt: ein kurzer Dreh, und der X-Treme schlägt Haken wie ein flüchtender Hase. Dabei liegen die Kurvengeschwindigkeiten so hoch, dass der Grenzbereich guten Gewissens ausschließlich  Joachim Winkelhock und seinen DTM-Kollegen vorbehalten bleiben sollte.

Wer übermütig am Kurvenausgang zu früh oder zu viel Gas gibt, provoziert schlagartig einen Heckschwung. Da helfen Beteuerungen, der X-Treme kündige seine Haftgrenze früh an, wenig. Schließlich stammen sie aus dem Mund von Opel-Motorsportchef Volker Strycek, der noch immer Langstreckenrennen bestreitet und als Vergleich den DTM-Rennwagen heranzieht.

Stryceks Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass der X-Treme Realität wurde. Er würde ihn gerne als Kleinserie des Opel Performance Centers (OPC) auflegen, verbunden mit einem einzigartigen Serviceangebot, den Renner ein Autoleben lang zu betreuen.

Die Nachfrage gibt Strycek Recht: Obwohl über das Wohl oder Wehe der Kleinserie noch nicht entschieden ist, gingen seit dem ersten Auftritt auf dem Automobilsalon in Genf zehn Vorbestellungen ein. Die meisten davon blanko, sozusagen ohne Preislimit.

Potenzielle Käufer sollten finanziell außergewöhnlichbeweglich sein. Denn eines steht bereits jetzt fest: Der Preis des Supersportwagens würde in siebenstelliger Region liegen – selbst in dieser Beziehung wird das Opel Astra Coupé seinem Beinamen gerecht: X-Treme.

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