Audi A1 (2018) im Fahrbericht

So fährt der Kleinwagen mit bis zu 200 PS

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Audi erneuert den A1: Die technische Basis stammt vom VW Polo, das Infotainment steuert der Audi A8 bei und das Design nimmt Anleihen beim Audi Sport Quattro. Klingt vielversprechend. Wir sind den A1 Sportback mit 150 PS- und 200 PS-Benziner in Spanien gefahren.

Jedes Jahr im Herbst flüchten nicht nur deutsche Rentnertrupps in Scharen ins spätsommerlich-warme Spanien, sondern auch die Autohersteller, die hier im Winterhalbjahr ihre Neuheiten der fachkundigen Presse präsentieren. Dumm nur, wenn das Wetter gar nicht so spätsommerlich schön, sondern eher novembrig kalt ist und sich Touristengruppen, Einheimische und Autojournalisten wegen mehr oder weniger umfangreichen Straßensanierungsmaßnahmen ganz unverhofft im Stau wiederfinden. So geschehen bei der Vorstellung des neuen Audi A1 Sportback in Malaga.

Polo-Plattform und der Zweitüter sind Geschichte

Dabei ging es doch so gut los. Wir landen gegen Mittag als erste in Malaga. Noch am Flughafen erfahren wir im Pressebriefing, dass der neue Audi A1 auf dem Modularen Querbaukasten A0 aufbaut, der nicht nur mehr Platz ermöglicht, sondern auch Oberklasse-Infotainment, moderne Assistenzsysteme und die aktuellen Motoren mit drei und vier Zylindern bietet. Da bisher mehr als 80 Prozent aller A1 als Viertürer Sportback verkauft wurden, flog der Zweitürer – wie schon beim VW Polo – aus dem Programm.

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Anschließend dürfen wir uns aus dem bunten Strauß von Testwagen einen aussuchen. Die Wahl fällt auf das Topmodell mit 200 PS und Sechsgang-DSG. Von außen wirkt der etwas breitere und längere A1 nun durch scharfkantige Linien, optionale LED-Leuchten in Pfeilform (980 Euro) und Designanleihen beim Sport Quattro kräftiger als der Vorgänger. Unser turboblauer Audi A1 Sportback schmückt sich mit schwarzem Dach, weißen 18-Zoll-Rädern, S-Line-Außen- und Design-Innenausstattung. Insgesamt gibt es neun weitere Farbtöne, elf Felgendesigns, drei Exterieurlinien und drei Innenausstattungen, die fast nach Belieben kombiniert werden können.

Mehr Platz im Innenraum

Wir dürfen uns den Audi A1 Sportback mit einem Kollegen teilen. Also verstauen wir unsere Trollis und Rucksäcke im Kofferraum der mit 335 Litern (plus 65) schon fast golfklassig ausfällt und bei umgeklappter Rücksitzlehne auf bis zu 1.090 Liter wächst. Der fast 1,90 Meter große Kollege muss bei der anschließenden Sitzprobe dank des neun Zentimeter längeren Radstandes selbst auf der Rückbank nicht die Beine zu stark anziehen.

Audi A1 (2018), Foto: Audi

Innen wirkt der neue Sportback markentypisch hochwertig verarbeitet, aber nicht ganz so edel wie der Vorgänger. Selbst in der gehobenen Ausstattung Design sind die Türtafeln aus einem Stück Hartplastik gefertigt. Das sieht weder schön aus, noch fühlen sich die unterschiedlichen Kunststoffmaserungen gut an. Mehr gibt es allerdings nicht zu meckern, denn ansonsten gefällt das Interieur mit feinen Extras wie Ambientebeleuchtung, farblich zum Außenlack abgestimmten Dekoren und Sitzbezügen sowie einem 3-D-Soundsystem von B & O.

Gut bedient: Touch-MMI und Handbremshebel

Die gut ablesbaren Digitalinstrumente sind zwar Serie, entfalten ihre volle Wirkung mit Kartendarstellung aber nur gegen Aufpreis in Verbindung mit dem 10,1 Zoll großen MMI-Touchscreen (ab 1.950 Euro). Der ist zum Fahrer ausgerichtet, löst hoch auf und reagiert erfreulich schnell. Positiv ist zudem, dass im Gegensatz zu den großen Audi-Modellen die Klimaautomatik weiterhin mit klassischen Reglern bedient wird und es auch noch einen richtigen Handbremshebel gibt.

Audi A1 (2018), Foto: Audi

Wir starten noch im Sonnenschein, aber bei einstelligen Außentemperaturen vom Flughafen und folgen einer vorprogrammierten Route ins Landesinnere. Genau deshalb landet der Audi A1 prompt im eingangs erwähnten Stau. Ohne die festgelegten Wegpunkte würde uns das Navi mit seinen Google-Karten und Software aus dem A8, gestützt durch Online-Daten um den Stau herumlotsen. Wir machen kurzer Hand aus der Not eine Tugend, lösen die fixierte Route auf und diktieren dem Navi das neue alte Ziel. Und weil uns die Sprachsteuerung im Hochdeutschen ohne Nachfragen schnell und einfach versteht, erhöhen wir den Schwierigkeitsgrad für die Software: Imitieren eher schlecht als recht Sächsische und Schwäbische Dialekte. Doch auch damit hat die Spracherkennung des A1 keine Probleme: Auf die Aussage „I hann Hongr wi'an Scheinadräschr“, schlägt der Audi zuerst eine Auswahl normaler Restaurants vor. Ergänzt um nicht zitierfähige sächsische Kraftausdrücke schlägt die freundliche Navistimme dann ein Vegans-Lokal entlang der neuen Route vor.

Im dichten Verkehr probieren wir gleich noch den Stauassistenten aus, der wie die umfangreiche Sicherheitsallianz aus Pre-Sense-Assistenten, Spurhalter und Adaptivtempomat absolut zuverlässig agiert: Also keine allzu großen Lücken lässt und den A1 mittig auf der Fahrbahn hält.

Auch mit 200 PS kein GTI

Als sich der Stau endlich auflöst, werden auch die Straßen kurviger. Mit 200 PS hinter den gefakten Sport-Quattro-Lufteinlässen sollte der vorderradgetriebene Top-A1 richtig Spaß machen. Doch das Polo-GTI-Pendant wirkt trotz 320 Nm Drehmoment weder übermäßig agil noch spritzig. Da hilft es auch nichts, dass das leicht anfahrschwache DSG sehr zügig seine Sechsgänge sortiert und der Soundgenerator auf Wunsch sonoren Vierzylinderklang simuliert. Hinzu kommt die direkte aber distanziert agierende Lenkung. In flott angegangen Kurven bleibt der Audi A1 Sportback stets neutral und berechenbar. Das wirkt zwar souverän, sportlich orientierten Fahrern wird da jedoch schnell langweilig. Zumal auch das Fahrwerk mit Verstelldämpfern (im Paket ab 750 Euro) nie seine komfortable Grundhaltung vergisst und stets die teils schlecht asphaltierte Pisten glattbügelt. Der A1 will eben ein Auto für alle sein, muss daher unsportliche Kompromisse eingehen.

Audi A1 (2018), Foto: Audi

Wir erreichen das Ascari-Race-Resort, dürfen jedoch nicht auf die Rennstrecke. Dafür schnappen wir uns den kleineren A1 35 TFSI, in dem der aus dem Golf bekannte 1,5-Liter-Vierzylinder steckt. Im Sportback leistet der EA 211 evo ebenfalls 150 PS und wird wie alle Ottomotoren im A1 mit einem Partikelfilter sauber gehalten. Vollkommen unmerklich arbeitet der Benziner im Teillastbereich nur mit zwei Zylindern, das soll natürlich Sprit sparen.

DSG oder Handschaltung?

Der tiomangrüne Testwagen mit schicken bronzefarbenen 18-Zoll-Felgen ist mit einem manuellen Sechsganggetriebe ausgestattet. Mit dem knackig, aber nicht übertrieben kurz gestuften Handschalter kann man durchaus glücklich werden, zumal der Vierzylinder dank 250 Nm Drehmoment auch aus dem Drehzahlkeller kräftig dreht und zum schaltfaulen Fahren animiert. Auch sonst hält der 150-PS-Kleinwagen keine negativen Überraschungen auf der Straße parat, denn selbst das Standardfahrwerk kommt mit schlechten Straßenbelägen bestens zurecht.

Neuer Audi A1 Sportback (2018)
Wir saßen im neuen Kleinwagen

Bleibt die Frage nach dem Preis. Und die beantwortet Audi noch nicht vollumfänglich: Zum Markstart Ende November 2018 stehen vier Benziner mit 95 bis 200 PS zur Wahl, die nach der neuen Typologie 25, 30, 35 und 40 TFSI heißen und mit einem Partikelfilter ausgerüstet sind. Bisher steht nur der Preis von 21.150 Euro für den 30 TFSI mit Dreizylinder (116 PS) fest. Knapp unter 20.000 Euro soll der 95 PS starke Einstiegsbenziner 25 TFSI starten. Die von uns gefahrenen 35 und 40 TFSI liegen mit einigen Extras schnell bei und über 30.000 Euro. Das Sechs- beziehungsweise Siebengang-DSG kostet jeweils 1.700 Euro extra.

Fazit

Optisch und technisch steht der Modellwechsel dem Audi A1 gut, mehr Platz macht ihn alltagstauglicher. Dabei war der Vorgänger im Detail qualitativ eher besser, aber auch genauso teuer wie der Neue.

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