Audi A3 Sportback

Die kleine Tür-Schau

Foto: Hans-Dieter Seufert

Die viertürige Version des A3 hat mehr zu bieten als nur zwei zusätzliche Pforten: Der Neue leistet sich ein eigenes Gesicht. Im Fahrbericht der Zweiliter-Turbo-Benzindirekteinspritzer mit 200 PS.

Ein Name, der inspiriert, ist oft schon die halbe Miete. Das gilt auch für Modellbezeichnungen. Niemand außer BMW würde heute zum Beispiel eine Dieselversion einfach nur Diesel oder D nennen. Viel zu prosaisch. Diesel hört sich nach Qualm und schmutzigen Fingern an. Besser etwas Aufwendigeres, TCDidt Turbo vielleicht. Schon schwingt alles mit, was den Herstellern üblicherweise am Herzen liegt: Hightech, Power, nicht zu vergessen Fahrspaß (pur) natürlich. Warum also sollen Viertürer immer nur Viertürer und nicht Sportback heißen, so wie der neue A3 Sportback? Klingt doch gleich ganz anders: fitter, mehr nach Aktivurlaub als nach Familienausflug. Fairerweise muss in diesem Fall hinzugefügt werden, dass es Audi nicht bei der flotteren Bezeichnung bewenden ließ.


Der Sportback hat mehr zu bieten als zwei zusätzliche Türen. Er macht auch erheblich mehr her als sein zweitüriges Pendant, was nicht nur mit den zusätzlichen Zentimetern zu tun hat. Auch die sportbackexklusiven Stylingretuschen verfehlen ihre Wirkung nicht. Der Radstand entspricht zwar dem gewöhnlichen A3, dennoch fällt die Karosserie 83 Millimeter länger aus – 68 davon gehen auf das Konto des Überhangs am Heck, 15 Millimeter trägt die neue Schnauze bei. Von der Seite betrachtet könnte man den gestreckten A3 sogar fast für einen Kombi halten, wenngleich für einen ungewöhnlich flachen. Der Trick ist die neue Grafik, wie der Designer die Aufteilung der Flächen zu nennen pflegt. Das großzügig bemessene dritte Seitenfenster wirkt kombimäßig, der Rest, insbesondere der hintere Dachschwung, gemahnt dagegen eher an ein Coupé: gut gemacht. Gleiches lässt sich über das neue Gesicht berichten. Der Grill nach A6-Muster steht dem Sportback bestens, macht ihn stattlicher und sorgt für eine unübersehbare Distanz zum Zweitürer.

Blickt man hingegen ins Innere, sind sich beide Varianten zum Verwechseln ähnlich. Das übersichtliche, von nüchterner Funktionalität geprägte Cockpit bleibt unangetastet, der Unterschied beschränkt sich auf umgestaltete Türverkleidungen. Habhaften Fortschritt genießen indessen die Fondpassagiere, denn abgesehen vom erleichterten Einstieg offeriert der Viertürer auch ein paar Millimeter mehr Bein- und Kopffreiheit. Jenseits der Rücksitze stehen überdies 20 Liter mehr Kofferraumvolumen zur Verfügung (insgesamt 370 Liter, bei umgeklappten Sitzen bis zu 1120 Liter).

Damit erfüllt der Sportback seine Rolle als reisetauglicher Viersitzer kaum schlechter als der Golf. Die Verwandtschaft zum Konzernbruder zeigt sich beim A3 bekanntlich in der Technik, da macht der Sportback keine Ausnahme. Bodengruppe, Fahrwerk, im Wesentlichen auch der Antrieb sind baugleich. Seine eigene Note bezieht der Audi aus einer vom Golf abweichenden Abstimmung. Dass diese bei den frühen Ausführungen des aktuellen A3 häufig nicht als Wohltat empfunden wurde, hat man inzwischen bei Audi erkannt. Die übertriebene Härte wich einer bekömmlicheren Fahrwerksauslegung, ein Geschenk, das auch den Sportback auszeichnet. Mit seiner straffen Dämpfung verströmt er zwar nach wie vor die angestrebten sportlichen Gefühle, komfortseitig belässt er es aber beim Schongang.

Seinem Talent, mit geringem Lenkaufwand und ohne sich in den Federn zu wälzen über gewundene Straßen wetzen zu können, tut das keinen Abbruch. Handlichkeit, gepaart mit Präzision und einer geringen Neigung, in schnell gefahrenen Kurven nach außen zu schieben, prägen den Fahreindruck. In diesen Momenten ist er seinem Blutsverwandten Golf klar überlegen. Zur ersten Erprobung ließ Audi jene Variante des Sportback auffahren, die alles in allem den größten Neuigkeitswert vorweist. Als 2.0 TFSI bekommt der Kunde den weltweit ersten direkt einspritzenden Benziner mit Turboaufladung geboten, was 200 PS und 280 Nm Drehmoment bedeutet. Ungewöhnlich das für Turboverhältnisse hohe Verdichtungsverhältnis von 10,5:1, das besserem Ansprechen und weniger Verbrauch Vorschub leistet.

Im EU-Normschnitt begnügt sich der Motor mit 7,7 L/100 km – ein respektables Ergebnis für ein Auto, das laut Werksangabe in sieben Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und 236 km/h schnell ist. In der Praxis gefällt das neue Aggregat als ebenso potente wie unauffällige Antriebsquelle. Ausgleichswellen halten die Vibrationen erfolgreich im Zaum, während der Turbolader seine Arbeit so diskret verrichtet, dass seine Anwesenheit fast unbemerkt bleibt: kein Turboloch, kein Turbobumms, stattdessen stetiger Nachdruck, der den Sportback schon bei Drehzahlen von weniger als 3000/ min heftig vorantreibt.

Wer sich den neuen Turbo gönnen möchte, bekommt ihn wahlweise als Quattro mit konventionellem Schaltgetriebe oder als Fronttriebler mit der konzerneigenen DSGSchaltung. Im Preis besteht kein großer Unterschied (29 050 Euro und 29 000 Euro), aber verlockender ist die DSG-Version, verknüpft das Doppelkupplungsgetriebe doch auf nahezu perfekte Weise die Vorzüge eines Handschalters mit der einer Automatik. Das kann sogar für den Nachteil entschädigen, dass die 200 PS die Traktionsgrenzen des Frontantriebs häufiger aufzeigen, als einem lieb ist. Zum Turboantrieb gehört zugleich die sportlich angehauchte Variante Ambition, die in der A3-Hierarchie zwischen Attraction und Ambiente angesiedelt ist. Dabei orientieren sich die Ausstattungsumfänge am Zweitürer, desgleichen die übrigen Motoroptionen. Die Benziner-Palette reicht vom 1,6-Liter mit 102 PS bis zum 3,2-Liter-V6 mit 250 PS, an der Dieselfront bietet Audi den 1.9 TDI (105 PS) und den 2.0 TDI (140 PS). Billigster Sportback ist der Attraction 1.6 für 19 700 Euro, teuerster der Ambition 3.2 Quattro für 33 900 Euro. Aufpreis gegenüber dem Zweitürer: höchstens 650 Euro – schöne Überraschung, denn eigentlich klingt Sportback ja nach mehr.

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Technische Daten
Audi A3 Sportback 2.0 TFSI Ambition
Grundpreis 30.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4286 x 1765 x 1423 mm
KofferraumvolumenVDA 370 bis 1100 l
Hubraum / Motor 1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 147 kW / 200 PS bei 5100 U/min
Höchstgeschwindigkeit 236 km/h
Verbrauch 7,7 l/100 km
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