Audi A4 Cabrio

Frisch gegrillt

Foto: Achim Hartmann 10 Bilder

Audi legt beim A4 Cabrio nach: Der offene Viersitzer erhält einen großer Kühlergrill, saftige neue Motoren plus ein ordentlich nachgewürztes Fahrwerk.

Das war vorauszusehen: Die Audi-Mannen haben A4 und S4 Cabrio ihren plakativen Singleframe-Grill aufgedrückt. Dabei sind die offenen Viersitzer doch eigentlich gar keine Hoppla-jetzt-kommich- Typen. Sondern statusneutrale Gefährten, die beim Croisette-Cruisen in Cannes eine ebenso elegante Figur machen wie beim Kiss-and-go vor dem Anthroposophen-Kindergarten. Präzision ohne Härte, Komfort ohne Pomp.

So war er, der offene Audi – und so bleibt er. Daran können weder das operierte Gesicht mit den schärfer konturierten Scheinwerfern – optional mit Bixenon und Kurvenlicht – noch die übrigen Eingriffe, etwa an Motorhaube und Heckdiffusor, etwas ändern. Zumal das elegante Stoffverdeck erhalten blieb.

Es öffnet und schließt serienmäßig elektrohydraulisch in 21 Sekunden. Und macht Schluss mit dem uncoolen Moment, wenn es ausgerechnet im zähflüssigen Stop-andgo- Geschiebe zu tröpfeln beginnt, man die Stoffkapuze nicht zubekommt und schließlich genauso bedröppelt da steht wie das Cabrio-Interieur.

Halleluja rufen übrigens nicht nur von Wind und Wetter gegerbte Frischluftfreunde, sondern auch gepflegte Drinnensitzer, denn neben der serienmäßigen Zweizonen-Klimaanlage sperrt für 250 Euro Aufpreis (Serie beim S4) ein so genanntes Akustikverdeck Umgebungseinflüsse noch wirksamer aus. Stoffe mit höherer Materialdichte und eine Extra-Polstermatte an der C-Säule senken das Geräuschniveau – was allerdings für verschärfte Wahrnehmung des dezenten Rauschens aus Richtung A-Säule sowie des jeweiligen Motorsounds sorgt.

Und unter den Hauben hat sich einiges getan. Neu im Benziner-Portfolio des A4 Cabrio: der hintergründig brummende Zweiliter-TFSI mit spontanem Antritt und turbogefüttertem Power-Plateau sowie der leise murmelnde, kultivierte 3.2 FSI mit 255 PS. Für die Selbstzünder-Fraktion machen zwei Neuzugänge die Welle: der Zweiliter mit Pumpe-Düse-Einspritzung und 320 Newtonmeter Drehmoment sowie der aktuelle Dreiliter-TDI. 233 PS und 450 Newtonmeter schieben das 1,8 Tonnen schwere Cabrio wuchtig auf Landstraßentempo, noch bevor man lange über das Technik-Paket aus Common Rail mit 1600 bar Einspritzdruck, schnelle Piezo-Injektoren mit bis zu fünf

Einzeleinspritzungen pro Takt plus serienmäßigem Dieselpartikelfilter nachdenken kann. Schon gut, so etwas in der Art hat die Konkurrenz auch auf der Pfanne – aber keinen Allradantrieb.

Wer also die Kollegen im Golf-Club oder Reitverein ärgern will, kann wie gehabt mit einem Gasstoß vier – statt wie bei der Konkurrenz zwei – gleichmäßige Spuren in den Kies der Auffahrt pflügen. Oder aber den offenen Audi auf kurvigen Landstraßen wie mit dem Asphalt verzahnt aus engen Ecken pressen. Quattro ist beim 3,2-Liter-V6- FSI optional, bei 3.0 TDI und S4 obligatorisch.

Das Topmodell mit V8-Motor kommt wie zuvor die Power-Limo RS4 in den Genuss einer veränderten Kraftverteilung an der Haldex-Kupplung von 40 Prozent vorn und 60 Prozent hinten, was für nochmals gesteigerte Agilität sorgen soll. Dem gleichen Zweck dient neben dem ESP der neuesten Generation auch der Techniktransfer beim Fahrwerk des A4 Cabrio. Vierlenker-Vorderachse und Trapezlenker-Hinterachse profitieren von Komponenten aus S4 und A6 sowie einer geänderten Abstimmung.

Ebenfalls modifiziert: die Software der geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung, deren Unterstützung spürbar gleichmäßiger als bisher variiert. Zu Recht unverändert blieb der Innenraum mit seiner tresorartigen Verarbeitung, Benchmark-Spaltmaßen und rätselfreier Bedienung.

Unaufgeregtes, ruhiges Handling mit Reserven und wankfreier Komfort ohne knochige Härte: Die frisch gegrillten offenen Audi-Viersitzer liefern feines Aroma ohne übertriebene Schärfe. Egal, ob mit offenem oder geschlossenem Verdeck genossen.

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