Audi A6 Allroad

Ein Stück Glanz

Foto: Achim Hartmann 18 Bilder

An der Audi-Studie strahlt dank vielen High-Tech-Ideen mehr als nur Chrom und poliertes Aluminium. Höher, breiter und auch chromglänzender, aber, so scheint es, das Konzeptcar ist eben doch nur ein hochgebockter A6 mit Allradantrieb.

Doch der fast fünf Meter lange Allroad ist nicht einfach nur ein nüchterner Messevorläufer der Serie, sondern in seinem Innern steckt ein Füllhorn an Innovationen und Visionen.

So ist es eine Vision, wenn Audi in einem Land, wo Dieselfahren immer noch ein schmutziger Job im Angesicht öliger Hinterhof-Zapfsäulen und im Schatten mächtig rußender Trucks ist, einen V8-Selbstzünder in ein Konzept integriert.

Herzhaft bullig bollert das vier Liter große Common-Rail-Aggregat im Takt der schnellen Piezo-Einspritzung. Aus den beiden mächtigen Chrom-Auspuffenden seitlich des üppigen Unterfahrschutzes entweicht dank Partikelfilter kein Hauch eines Rußlüftchens. Noch besser wirken im Heimatland des Big Blocks indes die Leistungsdaten: 286 PS und 650 Newtonmeter. Über eine Sechsgang-Automatik auf den permanenten Allrad-Antrieb mit Torsen-Mitten-Differenzial verteilt, wuchtet es den fast zwei Tonnen schweren Wagen so in 6,4 Sekunden von null auf 100 km/h.

Das passende Luftfahrwerk, wie Motor und Automatik ein Bekannter aus dem A8, liftet den in dreimonatiger Arbeit entstandenen Allroad je nach Bedarf zwischen 160 und 210 Millimeter hoch über den Boden.

Die Show-Interpretation des Audi-Einzelrahmen-Grills wirkt dabei mit seinen massiven Alustreben nochmals martialischer. Wenn zudem die aus je 14 Einzel-LED pro Seite bestehende Lichtbatterie ihre Glut abfeuert, sollte sich der Fahrer von Militärstützpunkten fernhalten.

Der Allroad scannt den Straßenuntergrund

Doch die LED sind nicht nur erleuchtender Zierrat, sondern versprechen auch bereits in einer der nächsten Auto-Generationen mit ihrem geringen Bauraumbedarf, der fast unbegrenzten Haltbarkeit und dem geringen Stromverbrauch einen echten Lichtblick.

Inmitten der Strahlpracht sitzt zudem die Sensoreinheit für das „Road vision“-System. Per Laser- und Infrarotlicht scannt der Allroad ständig den Straßenuntergrund vor dem Auto ab. Die ermittelten Reflexionswerte vergleicht ein Rechner mit abgespeicherten Reflexionseigenschaften verschiedenster Untergründe. So kann eine glatte Fahrbahn oder Schotter schon im Voraus erkannt werden.

Fahrdynamische Systeme wie ESP agieren mit dieser Info noch gezielter. Bis zur Verwirklichung dieser entwickelten Technologie werden jedoch noch viele Autos ins Land ziehen.

Deutlich zukunftsnäher sind die beiden Systeme "Lane assist" und "Side assist". Bei "Lane assist" erfasst eine im oberen Rahmenbereich der Windschutzscheibe integrierte Videokamera die seitlichen Fahrbahnbegrenzungslinien und schlägt bei Verlassen der Fahrbahn durch Vibrationen im Lenkrad Alarm.

Der "Side assist" überwacht mit seitlich angebrachten Radarsensoren den Raum neben und hinter dem Fahrzeug bis zu 50 Meter weit. Fährt ein Auto in den toten Winkel, leuchtet beim Spurwechsel eine LED im Außenspiegel auf. Laut Audi ist damit auch ein Einpark-Assistent kein großer Schritt mehr.

Concept-Car mit auditypischer Solidität

Im üppig nach Leder duftenden Innenraum empfängt den Fahrer sogar im Concept-Car die auditypische Solidität. Das Staunen liegt hier im Detail. Auf dem Lenkrad prangt eine Foto-Taste, die MMI-Einheit wurde um einen Offroad-Knopf erweitert, und der zentrale Bildschirm mit besonders scharfer 1024 x 768-Bildpunkte-Auflösung hinterlässt jetzt rundherum keine leeren Flächen mehr wie im Serien-A6.

Der Reihe nach: Die Fototaste bedient eine herausnehmbare Digitalkamera unterhalb des Dachrahmens. Damit kann man unterwegs spontane Bilder von der Umgebung schießen. In unwegsamem Gelände lassen sich so Orientierungspunkte abspeichern oder einfach nur schöne Erinnerungen.

Deutlich komplexer in seiner vollen Funktionsweise ist das Navigationssystem mit realitätsgetreuer 3D-Darstellung. Das Audi-System ist in der Lage, bisher nicht digitalisierte Wege interaktiv und grafisch in die Karte zu integrieren. Dafür werden während der Fahrt regelmäßige kleine Wegpunkte mitsamt genauer Position und Höhe abgelegt. Die volle Umsetzung dieser Technologie wird wegen fehlender detaillierter Offroad-3D-Karten noch viel Zeit benötigen. Die Wegpunkt-Navigation dürfen zukünftige Audi-Geländewagenfahrer jedoch bald erwarten.

Genauso wie das Infotainment-System mit Sieben-Zoll-Monitoren in den Kopfstützen und USB-Ports für weitere Geräte. Und weil der Allroad auch noch ein Kombi ist, beherrscht er zudem diverse Laderaum-verschieb- und Sitzklapp-Spielereien vollelektrisch.

Sicher ist, dass diese Wundertüte an Elektronik-Innovationen nicht vollständig in den nächsten Allroad wandert. Aber klar ist auch, dass man einiges wiedersehen wird, wenn das Serienfahrzeug im Sommer nächsten Jahres erscheint.

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