Audi A6

Foto: Hans Dieter Seufert

Nach vierjähriger Bauzeit präsentiert sich der Audi A6 in aufgefrischter Form. Hinter sehr dezenten Stylingmodifikationen verbirgt sich eine Vielzahl technischer Verbesserungen.

Frauen bleiben, so der Männerschwarm Iris Berben, mit gesunder Lebensweise und mit Mineralwasser schön. Autos dagegen brauchen ab und zu ein Lifting.

Damit bleiben sie im Gespräch – auch wenn, wie im Fall des Audi A6, nur der Kenner auf den ersten Blick die Styling-Modifikationen zu erkennen vermag.

Ein im Stil des A4 gestalteter doppelter Kühlergrill mit glänzender Einfassung, neue Heckleuchten, eine tiefer gezogene Lackierung des hinteren Stoßfängers sowie seitliche Blinker mit Klarglas und eine neue Antenne für Telefon und Navigation setzen höchst zurückhaltende Akzente. Außerdem entlässt der Audi seine Abgase nicht mehr verschämt ins Freie, sondern präsentiert frech die Endrohre.

Auch im Innenraum fällt die Modellpflege sehr dezent aus. Silbern schimmernde Ringe umgeben nun die Rundinstrumente, das Lenkrad zeigt neues Design, und eine neue Radiogeneration zeichnet sich durch ein verbessertes Bedienungsschema aus.

Ansonsten alles Audi wie gewohnt: funktionell, übersichtlich und eine überzeugende Qualität von Materialien und Verarbeitung bietend.

Das alles freilich wäre bei weitem nicht genug, um in auto motor und sport auf breitem Raum präsentiert zu werden. Aber zur kosmetischen Auffrischung gesellt sich ein bunter Strauß technischer Verbesserungen, die dem Audi auch künftig seine Attraktivität erhalten sollen.

Seitliche Kopfairbags, die oberhalb der B-Säule integriert sind und sich über die gesamte seitliche Fensterfläche entfalten, gehören nun zur Serienausstattung. Die Klima-Automatik erhielt einen Luftgüte- Sensor, und das elektronische Fahrtenbuch, bisher dem A8 vorbehalten, ist nun auch für den A6 lieferbar.

Eine geänderte Abstimmung von Federn und Dämpfern an der Vorderachse sowie eine Verringerung der ungefederten Massen durch Aluminium-Schwenklager verbessern das Ansprechverhalten der Federung auf kurzen Unebenbeiten.

Besonders wichtige Änderungen betreffen den Antriebsbereich, wo die Auswahl der lieferbaren Motoren neu geordnet wurde. So tritt an die Stelle des bisherigen Basis-Vierzylinders mit 1,8 Liter Hubraum und 125 PS jener neue Zweiliter, der bereits aus dem A4 bekannt ist. Er zeichnet sich durch seine Aluminium-Bauweise von Block und Zylinderkopfebenso aus wie durch eine verstellbare Einlassnockenwelle zur Verbesserung des Drehmomentverlaufs im unteren Drehzahlbereich. Zwei gegenläufige Ausgleichswellen rotieren mit doppelter Kurbelwellendrehzahl und gleichen die freien Massenmomente aus, die für das typische Brummen eines Vierzylinders sorgen. Verbesserung also in jeder Hinsicht: mehr Laufkultur, mehr Leistung (130 PS), mehr Drehmoment (195 statt 168 Newtonmeter).

Das zweite neue Triebwerk in der Phalanx der Benzinmotoren ist ein Dreiliter-V6 mit 220 PS. Dieses hubraumstärkste Aggregat aus der V6-Baureihe ersetzt den alten 2,8-Liter-Motor, der es auf 193 PS brachte, und besitzt ebenfalls Ausgleichswellen zur Verbesserung des Laufverhaltens. Die übrigen Otto-Motoren blieben teilweise unverändert wie der 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbo mit 150 PS und der 4,2-Liter-V8 mit 300 PS. Oder sie erfuhren geringfügige Modifikationen, die der Verbrauchsreduzierung dienen und nebenbei auch noch eine Steigerung der Leistung einbrachten. So kommt der 2,4-Liter-V6 jetzt auf 170 PS (bisher 165 PS). Der von zwei Turboladern beatmete 2,7-Liter-V6 steh tjetzt mit 250 statt 230 PS in der Liste.

Neues schließlich auch auf dem Dieselsektor. Ein 1,9-Liter-TDI-Vierzylinder mit Pumpedüse-Einspritzung übertrifft seinen Vorgänger in der Leistung (130 statt 110 PS) spürbar und verspricht zudem mit einem ECE-Mittel von nur 5,7 Liter/100 Kilometer ein weiter, wenn auch nur geringfügig (bisher 5,8 Liter) verbessertes Verbrauchsverhalten.

Der V6-Turbodiesel, wie bisher mit einer Radialkolben-Einspritzpumpe ausgerüstet, blieb ebenfalls nicht ungeschoren. Optimierte Einspritzdüsen, eine modifizierte Einspritzpumpe und eine neue Abstimmung der Regelung des Turboladers erhöhen nicht nur die Leistung von 150 auf 155 PS, sondern bringen auch eine durchaus fühlbare Verbesserung des bisher vielfach kritisierten Ansprechverhaltens im untersten Drehzahlsegment.

Das maximale Drehmoment von 310 Newtonmeter blieb dagegen unverändert, und das hat seinen Grund: Die neue Ausführung des 2,5-Liter-TDI (die bekannte 180-PS-Version bleibt weiterhin lieferbar) kann nun erstmals mit dem stufenlosen automatischen Getriebe (Multitronic) kombiniert werden, das mit diesem Drehmomentwert ausgelastet ist.

Die Multitronic steht daneben für den 1,9-Liter-TDI sowie für alle Benzinmotoren mit Ausnahme des 2,7-Liter-Biturbo und des V8-Triebwerks zur Verfügung. Gerade die Verbindung mit dem V6-TDI, das zeigen erste Fahreindrücke, ergibt ein überzeugendes Bild.

Die Multitronic bietet nicht nur den stufenlosen Automatik-Modus, sie kann auf Wunsch auch durch Antippen des Wählhebels oder zweier im Lenkrad integrierter Tasten manuell in sechs vordefinierten Stufen geschaltet werden. Dies erlaubt eine ähnlich sportliche Fahrweise wie mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe. Ein weiteres Plus der Multitronic: Die Beschleunigung entspricht nach Werksangabe exakt der Version mit Schaltgetriebe, auch der Mixverbrauch nach ECE ist identisch (6,9 Liter/100 Kilometer). Nur die Höchstgeschwindigkeit fällt mit 212 km/h (219 km/h) etwas geringer aus.

Das ist wahrlich ein geringer Preis für den erhöhten Antriebskomfort.

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