Audi Allradmodelle

Brüderschaft

Foto: Hans-Dieter Seufert 17 Bilder

Gleiches Erbgut, gleiche Leistung, gleiche Preisklasse: Mit A6 Avant, Allroad und Q7 bewerben sich gleich drei Audi-Allradmodelle um den Job als souveräner Reisebegleiter. Wer schafft die Qualifikation?

Respektheischend streckt sich der erste Audi-SUV auf 5,09 Meter Länge, macht sich fast zwei Meter breit und stapelt seine 2,4 Tonnen Leergewicht 1,70 Meter hoch. Egal, ob man den Q7 für cool oder für crazy hält - die guten Verkaufszahlen beweisen: Nicht nur die Amerikaner mögen so etwas, und für Audi war es höchste Zeit, seine Kompetenz als Allrad-Pionier mit einem veritablen SUV zu untermauern. Die Frage ist nur: Was kann der Q7 mehr als ein A6 Avant Quattro oder sein wald- und wiesentauglicher Ableger namens Allroad?

Die beiden Kombis sind echte Fünfsitzer mit reichlich Platz, variablem Laderaum und bombenfester Verarbeitung. Der Allroad enthält zusätzlich serienmäßigen Vierradantrieb, höher gelegte Karosserie und rustikale Anbauteile. Größere Außenspiegel, verbreiterte Schweller und Radhäuser sowie ein Unterfahrschutz aus Edelstahl geben zu erkennen, dass der selbst fürs Grobe gerüstet ist.

Konzeptbedingte Grenzen bleiben bestehen

Der Q7 wirkt dagegen wie ein Schwergewicht auf Stelzen, hat aber zumindest in technischer Hinsicht nicht mehr zu bieten als seine Brüder. Ein spezielles Offroad-Paket wie beim Mercedes ML gibt es nicht einmal als Extra. Zudem lässt sich die Bodenfreiheit via Lift-Funktion schon beim normalen A6 um 15 auf 133 Millimeter vergrößern. Mit ihrem zusätzlichen Allroad-Modus bieten die beiden anderen sogar die Möglichkeit, bei langsamer Fahrt 185 bis 240 (Q7) Millimeter Abstand zum Untergrund herzustellen. Im Gelände helfen auch die mehr Schlupf zulassende Offroad-Stellung des ESP, beim SUV außerdem eine Bergabfahrhilfe weiter.

Darüber hinaus hält die Luftfederung jeweils drei Grundprogramme für den Straßenbetrieb bereit. Während die Dämpfung bei "Comfort" betont weich ausfällt, wird sie in "Dynamic" für eine forcierte Gangart und weniger Seitenneigung gestrafft. In der Position "Automatic" passt sich die Federung in Sekundenbruchteilen selbsttätig den unterschiedlichen Fahrweisen, Straßen- und Beladungszustände an.

Während der A6 Avant mit minimalen Karosseriebewegungen, leisem Abrollen und exakter Lenkung überzeugend den gepflegten Edelkombi gibt, wirkt der Allroad eine Spur schwerfälliger. Zudem kommt auf Querwellen mehr Unruhe auf, was freilich nichts daran ändert, dass beide selbst auf langen Strecken höchst angenehme Reisebegleiter sind. Der Q7-Fahrer kann von der Leichtfüßigkeit der Zwillinge nur träumen. Abrollgeräusche gehören hier ebenso zu den ständigen Begleitern wie die Schlagseite der Karosserie in kurvigem Geläuf, und weder die indirektere Lenkung noch die miserable Übersichtlichkeit helfen beim zielgenauen Manövrieren mit dem Koloss.

Verbrauch von 15 Liter Super Plus

Zudem bremsen Gewicht und Körperbau den Vorwärtsdrang spürbar ein. Der drehfreudige, hochkultivierte 4,2-Liter-V8 hat zwar keine Probleme, die Fuhre schwungvoll in Fahrt zu bringen, braucht dazu jedoch einiges mehr an Zeit, Mühe und vor allem Benzin. Während die beiden Kombis im Durchschnitt mit gut 13 L/100 km und Gaspedalstreichler sogar mit unter zehn Litern auskommen, sind 15 Liter vom teuren Super Plus im Q7 die harte Wahrheit.

Vor allem kann man damit die SUV-typischen Vorzüge schon für 16.400 Euro weniger genießen, und in der Anschaffung ist der Q7 ohnehin kaum teurer als seine Allrad-Brüder. Hohe Sitzposition, verschiebbare Fondbank, das Plus an Innen- und Gepäckraum, zwei zusätzliche Kindersitze (980 Euro extra mit Leder) und 3.500 Kilogramm Anhängelast sind weitere gute Gründe. Denn mag der A6 Avant ein Läufer sein und der Allroad ein Springer - der Q7 ist der König.

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