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Neuer Audi Q8 (2018)

Großes SUV-Coupé auf Q7-Basis

Audi steigt mit dem Q8 von oben ins Segment der SUV-Coupés ein: Der Q8 ist fünf Meter lang und zwei Meter breit, er basiert auf dem Q7 und konkurriert mit dem BMW X6. Wir konnten ihn bereits fahren. Zudem ist er ab sofort bestellbar.

09.07.2018 Holger Wittich, Andreas Of, Dirk Gulde Powered by

Audi hat lange gezögert, das Segment der SUV-Coupé zu besetzen und steigt nun am oberen Ende ein: Der Q8 nutzt die gleiche Technik wie der Q7, ist jedoch flacher und kürzer. Mit dem neuen Modell startet Audi auch eine neue Designsprache für die SUV der Marke. Das erste Modell, an dem dies zu sehen sein könnte, kommt schon bald: Der kompakte Q3 bekommt 2018 einen Nachfolger.

Kürzer und flacher

Nicht nur wegen seiner Breite von zwei Metern tritt der neue Q8 wuchtig auf: Auch der neue Singleframe mit sechs vertikalen Streben und der kantigen Einfassung sorgt für Präsenz. Das Dach ist 4 cm flacher, der hintere Überhang 66 mm kürzer als beim Q7. Das und die schräg gestellte D-Säule verschieben die Optik in Richtung dynamisch. Betonte Radhäuser im Stil des Ur-Quattro von 1980 zitieren die Historie und sind ein plakativer Hinweis auf den serienmäßigen Allradantrieb. Der Q8 steht auf den größten Rädern im Audi-Reich – die maximal möglichen 79,5 Zentimeter Durchmesser übertreffen auch den Q7 um ein kleines Stück. Serienmäßig rollt der Q8 auf 19-Zoll-Rädern, 22 Zoll sind die maximale Größe.

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Die Scheinwerfer links und rechts des Singleframe-Grills sind zweigeteilt: Im oberen Teil sitzen Tagfahr- und Abblendlicht, unten das Fernlicht – optional mit Matrix-LED. Egal was drinsteckt, der untere Teil ist immer abgedunkelt. Ebenso wie die Rückleuchten. Und das hat einen historischen Grund: Schon das Quattro Coupé hatte in den 80er-Jahren schwarz eingefärbte Rückleuchten.

605 Liter Kofferraum

Audi Q8 (2018) Foto: Audi
Die Sitzbank im Q8 ist verschiebbar, die Neigung der Sitzlehnen einstellbar.

Trotz des gekürzten Hecks bleibt im Q8 eine Menge Platz übrig: Der Kofferraum hat ein Standardvolumen von 605 Litern, das reicht für die Familie. Wenn nicht, rückt die Sitzbank im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel zehn Zentimeter nach vorn oder klappt zu einer fast ebenen Fläche um. Die Sitzlehnen sind mehrstufig neigbar, so dass eine entspannte Sitzposition möglich ist. Aussicht gibt es von dieser Höhe sowieso. Schmalere Fenster sorgen für ein etwas kuscheligeres Raumgefühl als im opulenten Q7-Innenraum, die Dachsäulen neigen zusätzlich zur optischen Verkleinerung des Raumes. Doch die Sitzhöhe passt vorn wie hinten auch für größere Passagiere, die Polster sind opulent. Neu sind die S-Line-Sportsitze mit integrierten Kopfstützen, Massage- und Kühlfunktion.

Während die Türtafeln jedem bekannt vorkommen dürften, der schon mal den aktuellen Q7 von innen gesehen hat, ist die gesamte Instrumententafel neu: horizontale Lüftungsdüsen betonen die Breite, drei Bildschirme die Modernität. Das Bedienkonzept haben die Audianer von A8 und A6 übernommen, es bietet neben Touch-Glasflächen mit fühl- und spürbaren Schalterflächen eine kompetente Sprachbedienung und Personalisierung für bis zu 400 Funktionen. Das werden vielleicht nicht viele nutzen. Was jeder sieht, sind die aufwendige Verarbeitung und die präzisen Fugen. Doch dass die Qualität auf einem hohen Niveau liegt, dürfen Kunden in dieser Klasse erwarten.

Audi Q8 im Fahrbericht

Audi Q8 Fahrbericht Foto: Audi
Obwohl dem TDI in der Höhenluft sicher einige PS abhanden kommen, beschleunigt er den Q8 sehr zügig.

Audi lässt uns den Edel-SUV in der chilenischen Atacama-Wüste fahren, wo uns Hunderte Kilometer einsamer Straßen und Passstrecken auf bis zu 4.500 Meter Höhe erwarten. Obwohl dem nominell 286 PS starken Diesel in der dünnen Höhenluft ein paar PS abhanden kommen, hat der Dreiliter-V6 leichtes Spiel mit dem 2,2-Tonner. Wild entschlossen spurtet der 50 TDI los, unterstützt von der bewährten Achtgang-Wandlerautomatik, die zackig Gang um Gang liefert. Dabei ist es nicht nur die pure Kraft, die beeindruckt, sondern auch die akustische Zurückhaltung. Viel mehr als ein zufriedenes Brummen dringt selten in den doppelverglasten Innenraum. Beim Zwischenspurt genehmigt sich der V6 jedoch einen kurzen Moment zum Luftholen. Ob dies auch der Höhe geschuldet ist, muss ein späterer Test im deutschen Flachland klären.

Starker und leiser TDI mit 286 PS

Noch ruhiger wird es im Innenraum, wenn der TDI ganz abschaltet und in den Segelmodus geht, was er im Geschwindigkeitsbereich zwischen 55 und 160 km/h erstaunlich oft tut. Der kräftige 48-Volt-Startergenerator reanimiert den Dreiliter ansatz- und vollkommen rucklos, sobald der Fahrer wieder aufs Gas geht. Zusammen mit der Rekuperationsleistung von 12 kW soll das 48-Volt-System bis zu 0,7 Liter Sprit auf 100 Kilometer einsparen.

Audi Q8 Fahrbericht Foto: Audi
Der Q8 wirkt leichtfüßig und gut beherrschbar, rollt aber etwas rauh ab.

Prima zum wuchtigen Motor passt die optionale Allradlenkung, die bei niedrigem Tempo die Handlichkeit des Audi erhöht und bei hoher Geschwindigkeit der Spurstabilität zugutekommt. Auch durch die recht direkt übersetzte Lenkung schwingt sich der Q8 leichtfüßig die Andenpässe empor, verkneift sich allzu hohe Seitenneigung und bleibt problemlos beherrschbar.

Allerdings rollt er auf seinen 22- Zöllern nicht ganz so komfortabel und entkoppelt ab wie andere luftgefederte Audi. Obwohl sich der Federungskomfort insgesamt immer noch auf sehr hohem Niveau bewegt, dürften sensible Genießer mit der komfortbetonten Variante und kleineren Rädern besser fahren.

Die Wüste Chiles wartet jedoch nicht nur mit abwechslungsreichen Serpentinen auf, sie hat auch viele Geraden zu bieten. Viele und sehr lange Geraden, um genau zu sein, die wie geschaffen dafür sind, die 39 Assistenz- und unzähligen Infotainment-Funktionen auszuprobieren. Auf Knopfdruck lassen wir den Q8 die Spur und den Abstand zum Vordermann halten, vertrauen darauf, dass uns fünf Radarsensoren, ein Laserscanner und mehrere Kameras vor Unheil wie sturköpfig kreuzenden Lamas schützen.

Motoren mit 48-Volt-Mildhybrid

Audi Q8 (2018) Foto: Audi
Zunächst kommt der Q8 mit einem 286 PS starken Dreiliter-TDI. Weitere Motoren folgen 2019.

Alle Motoren haben einen mechanischen Permanent-Allradantrieb und ein Achtstufen-Automatikgetriebe serienmäßig. Mit Mildhybrid-Technik und 48-Volt-Bordnetz kann der Q8 beim Ausrollen den Motor ab 22 km/h abstellen. Auch zwischen 55 und 160 km/h kann der Motor aus bleiben, solange der Fahrer kein Gas gibt. Ein Riemen-Starter-Generator wirft den Motor blitzschnell mit der richtigen Drehzahl an und das Getriebe legt mit seiner elektrischen Ölpumpe den richtigen Gang ein. Zum Sprit sparen soll auch der cW-Wert beitragen, den Audi mit 0,34 angibt. Dieser gute Wert ist jedoch nur die halbe Wahrheit, schiebt der Q8 doch eine Stirnfläche von 2,84 Quadratmetern durch den Wind. Das muss ebenso bewegt werden wie das Leergewicht von 2.145 Kilogramm für den Dreiliter-Diesel.

Diesel und Benziner von 231 bis 340 PS

Zum Marktstart im Juli steht der 50 TDI mit 286 PS zur Verfügung: Der Dreiliter-Diesel beschleunigt das SUV-Coupé in 6,3 Sekunden von null auf 100 km/h und weiter bis 232 km/h – das sind 10 km/h mehr als der Urquattro schaffte. Anfang 2019 folgt ein 45 TDI mit 231 PS. Beide Diesel sind von A6 und A8 bekannt, mit einem SCR-System zur Abgasreinigung versehen und erfüllen die Abgasnorm Euro 6d Temp. Ebenfalls Anfang 2019 kommt ein V6-Turbobenziner mit 340 PS.

SUV Coupé auch als SQ8

Audi SQ8 Erlkönig Foto: Stefan Baldauf
Der Audi SQ8 wird für Europa den Dieselantrieb aus dem SQ7 übernehmen.

Gekrönt wird die Q8-Baureihe durch ein SQ-Modell. Der Audi SQ8 wird beim Antrieb ebenfalls ins Q7-Regal greifen, sprich der 435 PS und 900 Nm starke Vierliter-V8-Turbodiesel aus dem SQ7 wandert auch in den SQ8 – zumindest wenn es die europäischen Märkte angeht. Für die USA und China dürfte Audi auf einen potenten Plug-in-Benzin-Hybridantrieb setzen. Hier käme dann die 449 PS und 700 Newtonmeter starke Kombination aus einem Dreiliter-V6 und einem Elektromotor aus dem neuen Audi A8 E-Tron zum Einsatz. Die Preise für den SQ8 dürften bei über 100.000 Euro beginnen. Der Q8 50 TDI steht ab 76.300 Euro in der Preisliste, der Q8 45 TDI dürfte unter 70.000 Euro kosten.

Download Preisliste Audi Q8 (PDF, 1,21 MByte) Kostenlos

Fazit

Das SUV-Segment wächst in alle Richtungen, die Verkaufszahlen steigen ebenso wie das Angebot. Gleichzeitig sucht die Kundschaft nach neuen Reizen, die Audi mit dem Q8 nun bietet. Das wuchtige SUV-Coupé ist prestigemäßig oberhalb des Q7 positioniert, tritt trotz etwas flacherer und kürzerer Karosserie fast noch wuchtiger auf. Der Preis dürfte ein Stück oberhalb des Q7 liegen, aber knapp unterhalb der Konkurrenten BMW X6 und Mercedes GLE Coupé. Beim Fahren gefällt der Q8 mit agilem Handling und seinem kräftigen, leisen TDI. Das hochwertig verarbeitete Interieur bietet viel Platz. Zu den Minuspunkten zählen der raue Abrollkomfort mit den 22-Zoll-Rädern, die hohe Ladekante und die anspruchsvolle Bedienung.

Technische Daten
Audi Q8 50 TDI
Grundpreis76.300 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4986 x 1995 x 1705 mm
KofferraumvolumenVDA605 l
Hubraum / Motor2967 cm³ / 6-Zylinder
Leistung210 kW / 286 PS bei 3500 U/min
Höchstgeschwindigkeit245 km/h
Verbrauch6,6 l/100 km
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Neuester Kommentar

Eine FRECHHEIT, da diese Sch..ß Drecksvideos immer, ungefragt, von alleine starten, in voller Lautstärke.

oxofrmbl 11. Juli 2018, 04:46 Uhr
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