Audi R8 5.2 FSI

Der Zehnzylinder im Fahrbericht

Audi R8 5.2 FSI Foto: Hans-Dieter Seufert 19 Bilder

Audi mischt jetzt ganz vorn mit im Feld der Supersportler. Kenndaten des R8 5.2: Zehnzylinder-Mittelmotor, 525 Pferdestärken und 316 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Ein bisschen Chrom und schwarzer Lack an Bug und Heck, ausgestellte Lufteinlässe an den Flanken – das muss genügen, um den neuen R8 V10 zu kennzeichnen. Dicker aufzutragen ist nicht nötig, schließlich stellt der Audi sein Herz so deutlich zur Schau wie ein Hauptdarsteller bei Gunther von Hagens’ Körperwelten. Bei Nacht sogar mit dezenter Beleuchtung einer neuen Kraftquelle, die den Audi konsequent auf das Niveau jener Boliden hebt, die man gern als Supersportwagen bezeichnet.

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Der Zehnzylinder ist Audi pur

Appetitlich verpackt harren hier zehn Zylinder, was einen auf die Idee bringen könnte, da stehe nun ein mit den Audi-Ringen verzierter Lamborghini Gallardo für jene Kundschaft, die Hochleistung nicht in extrovertierter Italo-Form haben möchte. Die Übereinstimmung vieler technischer Daten mit dem Produkt der italienischen Bruder-Marke täuscht jedoch. Der Audi R8 V10 ist von anderem Charakter – ein gepflegter und kultivierter Sportwagen, der seine Konkurrenz eher in einem Porsche Turbo sieht als in einem Ferrari. Der Zehnzylindermotor ist Audi pur - eine Konstruktion, die eine Verlängerung des bekannten 4,2-Liter-V8 um ein zusätzliches Zylinderpaar darstellt.

Der Kettenantrieb der insgesamt vier oben liegenden Nockenwellen findet sich also auf der Rückseite des Motors, der Zylinderwinkel beträgt 90 Grad. Nicht jene 72 Grad, die bei einem V10 das theoretische Idealmaß für gleichmäßige Zündabstände darstellen. Der größere Winkel hat den Vorteil, dass das Triebwerk flacher baut, was ebenso zu einer Absenkung des Schwerpunkt beiträgt wie die tiefe Einbaulage der Maschine, die durch den Einsatz einer Trockensumpfschmierung möglich wird.

Tracktest Audi R8 LMS: Fahrt mit dem GT3-Sportwagen von Audi 1:03 Min.

Eine eigene Tonlage

Weil nach klassischer V-Bauart die Pleuel zweier gegenüberliegender Zylinder auf eine Kurbelwellenkröpfung zugreifen, zündet der Motor wechselweise in Abständen von 54 und 90 Grad. Man muss solche Details nicht unbedingt wissen – aber sie unterscheiden den Kenner vom bloßen Meister des Autoquartetts. Denn sie sind dafür verantwortlich, dass der Zehnzylinder so klingt, wie er klingt. Es ist eine ganz eigene Tonlage, nicht das Hämmern eines V8, aber auch nicht das turbinenartige Fauchen eines Zwölfzylinders.

Der Sound liegt irgendwo dazwischen, wobei Audi darauf geachtet hat, dass die Akustik des Zehner-Pakets nicht zu sehr in die Macho-Ecke abdriftet. Im unteren Drehzahlbereich bleibt der Klang ganz zivil, wie überhaupt das ganze Triebwerk so tut, als könne es kein Wässerchen trüben. Ein lammfrommer Allerweltsmotor, so der erste Eindruck, mit dem man bedenkenlos die beste Ehefrau von allen morgens zum Brötchenholen schicken könnte. „Schauen Sie sich diese Kurven an“, sagt stolz der zuständige Entwickler Jürgen Königstedt, wobei er natürlich nicht die der Ehefrau, sondern jene für Leistung und Drehmoment meint. Speziell der Verlauf der Newtonmeter verheißt enorme Durchzugskraft, weil 80 Prozent des Drehmomentmaximums schon knapp oberhalb der Leerlaufdrehzahl anliegen. Die Kehrseite der Medaille wird ebenso sichtbar. 525 PS. Maximaldrehzahl 8.700 Umdrehungen. Wer das Gaspedal bis zum Anschlag durchtritt, macht den geschmeidigen Säusler zu einem drehzahlgierigen Renn-Tier.

Vertrautheit und Sicherheit

Was die Drosselklappe befiehlt, wird ohne Verzögerung in mächtigen Schub umgesetzt – der Motor spricht nicht an, er beißt zu wie ein Dobermann, dem man eine Fleischwurst vor die Schnauze hält. Sein Ton verbreitet das Flair der Piste, die Komposition aus Ansaugen und Auspuffen wird zur Jubelarie auf die rasenden Kolben, die bei Höchstdrehzahl rekordverdächtige 26,9 Meter pro Sekunde zurücklegen. Über die Fahrleistungen brauchen wir nicht lange zu reden, auch nicht über die Fahreigenschaften, die durch sehr präzises Lenkverhalten gekennzeichnet sind und auch dank dem permanenten Allradantrieb sowie den unnachgiebig zupackenden Bremsen auf Anhieb das Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit vermitteln.

Rucken beim Schalten

Und bei alldem kommt noch nicht einmal der Federungskomfort zu kurz. Die scheinbar unerschöpfliche Kraft wird ergänzt durch die enge Anstufung des Sechsganggetriebes, das der Kunde nach Wunsch mit konventioneller Schaltung und attraktiver Schalthebelkulisse oder automatisiert mit Paddeln am Lenkrad haben kann. Die sequenzielle Version wechselt die Gänge schneller, deutet aber mit teilweise sehr spürbaren Schaltrucken auch an, dass es auf diesem Gebiet längst Besseres – sprich Doppelkupplungsgetriebe- gibt.

Volles LED-Paket

Alle V10-Käufer bekommen als wesentliche Neuerung eine komplette LED-Ausstattung für Abblend-, Fern und Tagfahrlicht. Das bisher beim R8 eingesetzte Xenon-Licht war angesichts des Speed-Potenzials nicht wirklich befriedigend, auch weil die Reichweite umso geringer ist, je tiefer die Scheinwerfer angeordnet sind. Beim Audi R8 befinden sie sich nur 35 Zentimeter oberhalb der Straße, was das gesetzlich zulässige Minimum darstellt.

Mit den Leuchtdioden, die sich zudem durch nahezu unendliche Lebensdauer auszeichnen, wird es jetzt richtig hell, denn deren Farbtemperatur entspricht mit 6.000 Grad Kelvin der von gleißendem Sonnenlicht. Ab dem zweiten Quartal 2009 ist der Weg frei in die strahlende Zukunft. Wenn fast 150.000 Euro nicht in die Kreditklemme führen.

Technische Daten
Audi R8 Coupé 5.2 FSI Quattro
Grundpreis 159.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4440 x 1929 x 1252 mm
KofferraumvolumenVDA 100 l
Hubraum / Motor 5204 cm³ / 10-Zylinder
Leistung 386 kW / 525 PS bei 8000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 316 km/h
Verbrauch 14,9 l/100 km
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