Audi S3 Sportback 2.0 TFSI

Kiesel-Regen

Foto: Reinhard Schmid 22 Bilder

Audi hat den A3 einer leichten Schönheits-OP unterzogen. Besonders der neue S3 Sportback lässt es mit 265 PS so richtig fliegen.

Angespannt wartet der Pilot auf das Startsignal. 3-2-1. Die Ampel springt auf Grün, und jedes Mal stellt sich die gleiche Gewissensfrage: das Potenzial von 265 PS und Allradantrieb voll ausnutzen oder das Gaspedal streicheln und den Befehlen der Schaltanzeige penibel genau folgen, bis Tempo 50 im sechsten Gang anliegt? Kann man in einem Kompaktsportler wie dem neuen S3 Sportback überhaupt abgeklärt und charakterfest bleiben?

Neun Motoren in der A3-Motorenpalette

Diese Frage animiert mehr, als nach dem optischen Feintuning des Audi-Kompaktmodells zu suchen. Denn wirklich neu ist nur der S3 als Viertürer, alle anderen Varianten des 2003 eingeführten A3 wurden lediglich einem moderaten Facelift unterzogen. So tragen künftig auch die geschlossenen Modelle gegen Aufpreis die optionalen Xenon-Plus-Scheinwerfer des Cabrios mit den markanten Tagfahrlicht-Augenbrauen. Auch die serienmäßigen Halogen-Scheinwerfer haben Tagfahrlicht im unteren Bereich. Neben neuen Außenspiegeln mit integrierten Blinkern feilten die Kreativen außerdem an Motorhaube, Kotflügeln, Stoßfängern und Heckleuchten.

Abgesehen von dem S3-Triebwerk umfasst die A3-Motorenpalette weiterhin acht Aggregate, fünf Benziner (102 bis 250 PS) und drei Diesel stehen zur Wahl. Die beiden Zweiliter-Selbstzünder mit 140 und 170 PS sind jetzt mit Common-Rail-Einspritzung statt mit der bisher verwendeten Pumpe-Düse-Technik ausgestattet. Laut Audi sinkt der ECE-Verbrauch dadurch um 0,5 Liter beim 140-PS-Diesel (0,3 Liter beim 170-PSDiesel). Als dritter Selbstzünder bleibt weiterhin der 1,9-Liter-TDI mit Pumpe-Düse-Einspritzung und 105 PS unverändert im Programm.

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Die neue S3-Variante sorgt für echtes Herzklopfen. Unter der Haube pocht der kräftige Turbomotor mit 265 PS aus dem Zweitürer. Beim Tritt auf das glänzende Aluminium-Gaspedal mit Gumminoppen gönnt sich der aufgeladene Zweiliter-Vierzylinder zwar eine kurze Denkpause, doch spätestens ab 3.000/min ist das Turboloch des Direkteinspritzers vergessen. Denn dann entfacht der Lader ein giftiges Pfeifkonzert und lässt den starken Sportback aus den Startblöcken zum Sprint hochschnellen.

ESP-Eingriffe halten den Kurs

Wie sein zweitüriger Bruder stemmt das jüngste Mitglied des S-Klans 350 Nm auf die Kurbelwelle und verteilt seine Kraft dank Quattro über eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung variabel an beide Achsen oder bei extremem Schlupf größtenteils nur an eine. Egal ob Asphalt oder Schotter: Der S3 Sportback scharrt nicht erst mit den Hufen, sondern galoppiert aus dem Stand los, als würde er seinem geistigen Urahn Quattro S1 die Fabelzeit am Pikes Peak abjagen wollen. Und sowohl in engen Serpentinen als auch in langgezogenen Landstraßen-Biegungen - der kompakte Allradler überzeugt mit agilem Handling, hoher Fahrpräzision und verblüffender Traktion. Das Fahrverhalten bleibt lange neutral, bevor er gutmütig untersteuernd den Grenzbereich ankündigt und dann durch sanfte ESP-Eingriffe sicher auf Kurs gehalten wird.

Gut abgestimmt ist auch die elektromechanische Lenkung. Im Stadtverkehr angenehm leichtgängig, wird sie mit zunehmender Geschwindigkeit immer straffer. Wesentlich undiplomatischer ist hingegen die betont sportliche Fahrwerksabstimmung. Die straffe Federung gibt sämtliche Bodenwellen an die Passagiere weiter, speziell im Fond wippen sie im Takt der Querfugen mit. Spätestens wenn man die unscheinbare Taste mit dem kleinen Stoßdämpfer-Symbol drückt, werden die Kinder auf den Rücksitzen schreien: "Wann sind wir endlich da?" Nur echte Fans dürften es lieben, wenn im Sportmodus blitzschnell die Viskosität des Dämpferöls zunimmt und das Fahrwerk für schnelle Rundenzeiten bretthart wird.

Sportback kostet 900 Euro mehr

Komfortabler im Vergleich zum Zweitürer ist natürlich der Einstieg in den Fondbereich, selbst wenn die Dachkante etwas tief sitzt. Abgesehen vom etwas größeren Sportback-Kofferraum sind die Platzverhältnisse ansonsten gleich und auch hinten ausreichend bemessen. Im Interieur setzen das unten abgeflachte, griffige Sportlenkrad, optionale Schalensitze mit gutem Seitenhalt und Aluminium-Applikationen Akzente. Auch die anderen Modelle der A3-Baureihe tragen ab sofort zusätzliche Dekoreinlagen im glänzenden Metall-Look und teilweise neu gestaltete Schalter und Regler im Cockpit. Hilfreicher als das optische Feintuning ist der neue Parkassistent, der die Suche nach einer Parklücke und beim Rückwärtseinparken die Lenkbewegungen für den Fahrer übernimmt.

Ab sofort können die gelifteten A3 bestellt werden, der Grundpreis stieg um 400 auf 20.350 Euro. Für den S3 Sportback sind 37.850 Euro zu zahlen, der Aufpreis zum Zweitürer beträgt jeweils 900 Euro. Nicht im Programm für die S3-Brüder ist das auf 250 Newtonmeter begrenzte neue Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (nur 1.6, 1.4 TFSI und 1.8 TFSI). Der S3 Sportback rollt zunächst mit serienmäßigem Sechsgang- Schaltgetriebe an den Start. Ab November gibt es dann alternativ die bekannte Sechsgang-S tronic, die blitzschnelle Gangwechsel durch Schaltwippen am Lenkrad ermöglicht. Da dürfte die pädagogisch wertvolle Schaltanzeige erneut unbeachtet bleiben.

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Technische Daten
Audi S3 Sportback 2.0 TFSI Quattro
Grundpreis 39.050 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4302 x 1765 x 1402 mm
KofferraumvolumenVDA 302 bis 1032 l
Hubraum / Motor 1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 195 kW / 265 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Verbrauch 8,5 l/100 km
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