Audi S4 gegen 911 Carrera 4S

Zwei hoch vier

Foto: Hans-Dieter Seufert 20 Bilder

Eine Gleichung mit den zwei bekannten Größen 4 und S kann zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Bei Audi ergibt sie eine sportliche Allrad-Limousine, bei Porsche einen Sportwagen mit Fahrdynamik-Unterstützung für die Vorderräder.

So unterschiedlich wie die Typenbezeichnungen sind die Antriebskonzepte. Im Audi S4, der Sportversion der Mittelklasse- Limousine A4, thront ein 4,2-Liter-V8 mit 344 PS auf und vor der Vorderachse. Im Porsche Carrera 4S, der vierradgetriebenen Version des leistungsstärkeren S-Modells, hängt ein 355 PS starker 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxer tief im Heck hinter der Hinterachse.

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Vergleichstest Porsche 911 Carrera 4S, Audi S4
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Auch die Allradantriebskonzepte offenbaren fundamentale Unterschiede: Audi vertraut einem Torsen-Mittendifferenzial. Dieses selbstsperrende Schneckenradgetriebe sorgt unter normalen Fahrbedingungen für eine Kraftverteilung von 50:50 Prozent, die sich erst bei Extrembedingungen zugunsten einer Achse oder sogar eines einzigen Rades verschiebt. Porsche überlässt die zentrale Kraftverteilung einer Visco-Lamellenkupplung. Je nach Fahrbahnzustand verteilt sie zwischen fünf und 40 Prozent Leistung an die Vorderräder.

Da Sportlimousine und Sportwagen zwar beide hochdekorierte Champions sind, aber doch in unterschiedlichen Ligen spielen, bleibt die Punktetabelle der Vergleichswertung ausnahmsweise im Safe der Testabteilung. Beide Allrad- Sportler haben aber ein ausgiebiges Fahrdynamik-Programm genossen, das in einem Handlingtest auf trockener und nasser Fahrbahn im Prüfgelände Boxberg gipfelte. Auf dem Handling-Parcours 2 innerhalb des Boxberg-Hochgeschwindigkeitsovals offenbarten sich die unterschiedlichen Fahrdynamik-Philosophien.

Der kopflastigere Audi S4 (61,4 Prozent des Gewichts, also 1060 Kilogramm ruhen auf der Vorderachse) spielt vor allem in engen Kurven den sturen Untersteuerer. Der Grenzbereich beginnt exakt mit dem Quietschen der Reifen. Das Schieben über die Vorderräder nach außen kann entweder mit einem größeren Lenkeinschlag oder etwas weniger Gas abgefangen werden. Der S4 leistet sich keine Lastwechselreaktionen, in sein Fahrverhalten ist als einzige Konstante ein einfach zu kontrollierendes, problemloses Untersteuern einprogrammiert. Der Porsche Carrera 4S ist nicht nur konstant schneller (siehe Tabelle auf Seite 123), sondern dazu auch der deutlich aktivere Geselle.

Während die sehr leichtgängige und präzise S4-Lenkung jeden Einfluss von Antrieb und Gewicht herausfiltert, versteht sich die 4S-Lenkung immer noch als direkte Verbindung vom Fahrer zur Fahrbahn. Der Carrera hat zwar auf normalem Parkett die Manieren seiner Klientel übernommen – weitgehend höflich neutral bis sanft untersteuernd – , aber Leistungsüberschuss in engen Biegungen weckt wieder den Urtrieb.

Sein Übersteuern ist aber selbst einem 911- Laien auf den Gasfuß geschneidert. Bei unverändertem Lenkeinschlag kann beim 4S die Kurvenlinie auch mit dem Gaspedal gezirkelt werden.

Übersicht: Audi S4 gegen 911 Carrera 4S
Technische Daten
Audi S4 Porsche 911 Carrera 4S
Grundpreis 55.600 € 98.145 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4586 x 1781 x 1415 mm 4427 x 1852 x 1300 mm
KofferraumvolumenVDA 460 bis 720 l 105 l
Hubraum / Motor 4163 cm³ / 8-Zylinder 3824 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 253 kW / 344 PS bei 7000 U/min 261 kW / 355 PS bei 6600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 288 km/h
0-100 km/h 6,0 s 5,1 s
Verbrauch 13,4 l/100 km 11,8 l/100 km
Testverbrauch 15,4 l/100 km 14,4 l/100 km
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