Audi TT 3.2 im Fahrbericht

Teuflisches Temperament

Mit 3,2-Liter-VR6 Motor und 250 PS soll der Audi TT ab April 2003 Porsche Boxster und BMW Z4 ärgern. Spezialität: Ein clever gemachtes Doppelkupplungs-Getriebe.

Heiser röhrend beschleunigt der langhubige Sechszylinder das über 1,5 Tonnen schwere Coupé. Das maximale Drehmoment von 320 Nm liegt zwischen 2.800 und 3.200 /min an. Um die Höchstleistung von 250 PS abzurufen, muss der Motor allerdings bis 6.250 /min drehen. Der bisher stärkste TT leistete aus 1,8-Liter 225 PS bei 5.900 /min; das höchste Drehmoment von 280 Nm stand über die viel breitere Spanne von 2.200 bis 5.500 Touren an.

Gegenüber seinen frecher wirkenden Sechszylinder-Artgenossen im VW Golf R32 und im New Beetle RSi gibt sich der 3,2-Liter im TT eher dezent. Daran ändert auch die im rechten Auspuffrohr installierte Resonanzschaltklappe nichts, die bei 3.200 /min öffnet und für akustische Emotionen sorgen soll. Der zurückhaltendere Sound statt krawalliger Geräuschkulisse ist gewollt.

Sehr kompaktes Doppelkupplungs-Getriebe

Clou des Autos ist das im TT eingesetzte, sehr kompakte Doppelkupplungs-Getriebe, das einen nicht abreißenden Kraftfluss zu den vier Rädern sichert, solange das Gaspedal getreten ist. Die beiden Kupplungen sorgen für blitzschnelle Gangwechsel.

Mit Müh und Not brachte man Motor und Sportautomatik quer im Maschinenraum unter – gut dass dieser Vierventil-VR6 deutlich kürzer baut als ein konventioneller V6. 55 Kilo Mehrgewicht gegenüber dem 1,8-Liter-TT brachte die Operation mit sich, einschließlich der stärkeren Fahrwerk-Stabilisatoren und den vorderen Hochleistungsbremsen, die vom RS4 stammen.

Die Schaltkulisse des Sechszylinder-TT könnte auch zu einer Wandlerautomatik gehören. Die Bedienungsweise ist ebenso einfach: Wählhebel auf D oder S (für Sport, mit veränderten Schaltpunkten), und los geht’s. Die Schaltarbeit vollzieht sich bis auf die Sprünge im Drehzahlmesser und das entsprechende Motorgeräusch unmerklich und völlig ruckfrei. Selbst beim Schalten in Kurven sind keinerlei Lastwechselreaktionen spürbar.

Wahlfreiheit: Schalten oder schalten lassen?

Wer will, kann manuell eingreifen, um etwa bei Bergabfahrt eine Gangstufe zu fixieren: Entweder nutzt man dazu den in die Tiptronic-Gasse geschobenen Wählhebel oder man schaltet mittels der am Lenkrad sitzenden Paddels. Dies ist sowohl im Tiptronic-Modus als auch in D- oder S-Stellung möglich – bei den zwei letztgenannten Wählhebel-Positionen aber nur für zwölf Sekunden; dann schaltet das Getriebe zurück in den Automatikmodus. Nur in Kurven oder bergab verlängert die Elektronik sicherheitshalber die Schalteingriffszeit.

Am meisten Spaß macht die Getriebeposition S. Wer beim Anfahren das ESP-System deaktiviert und bei getretener Bremse den Motor hochjubeln lässt, legt einen beachtlichen Blitzstart hin. Die Launch Control genannte Funktion kann dank Nasskupplung auch mehrfach hintereinander genutzt werden – das funktioniert beim BMW M3 SMG nicht. Toll: Bei abrupten Bremsmanövern schaltet das Getriebe unter deutlich hörbaren Zwischengasstößen selbsttätig herunter.

Markteinführung des 2+2-sitzigen Spaßgeräts ist im April 2003, der Preis des komfortablen, gut ausgestatteten Sportlers dürfte bei rund 40.000 Euro liegen.

Technische Daten
Audi TT Coupé 3.2 Quattro
Grundpreis 39.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4041 x 1764 x 1345 mm
KofferraumvolumenVDA 220 bis 490 l
Hubraum / Motor 3189 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 184 kW / 250 PS bei 6300 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Verbrauch 9,8 l/100 km
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