Bitter Vero

GM-Technik im Luxusgewand

Foto: Hans-Dieter Seufert 19 Bilder

In Australien gibt es noch Straßenkreuzer. Die GM-Marke Holden hat so einen Riesen im Programm. Aus dem macht die deutsche Manufaktur Bitter den Vero für Menschen mit ausgefallenem Geschmack.

Altgediente New York-Touristen kennen ihn, den Chevrolet Caprice. Einst war er das Nummer-eins-Taxi, gelb, meist rundum verbeult, von den Fahrern geschätzt wegen seiner Unverwüstlichkeit. Einer von den klassischen Amis, die wir längst alle im Autohimmel wähnten. Aber es gibt ihn noch, den Caprice. Groß, geräumig, mit angetriebenen Hinterrädern selbstverständlich. Und mit großem Achtzylindermotor, wie sich das gehört. Die australische General Motors-Tochter Holden baut ihn, als Holden Statesman oder eben auch als Chevrolet Caprice.

Für Erich Bitter aus Ennepetal, der in der Vergangenheit aus dem Opel Diplomat den eleganten Bitter CD machte und später aus dem Opel Senator den SC, ist das ein gefundenes Fressen. Denn hungrig ist er immer noch, der über 70-Jährige, hungrig auf Autos, die seinen Namen tragen. Also entsteht auf der Holden-Plattform der Bitter Vero. Der bleibt näher am Ausgangsprodukt als historische Bitter-Konstruktionen, weil eine eigene Karosserie wegen der Crash- und Zulassungsbestimmungen astronomische Summen verschlingen würde. Immerhin bekommt der Vero einen eigenen Kühlergrill mit einem gigantischen Bitter-Signet sowie eine Motorhaube aus Karbon, mit der sich 35 Kilogramm einsparen lassen.

Live Abstimmung 14 Mal abgestimmt
Wird das Bitter-Comeback diesmal ein Erfolg?
Mit diesem Auto ja.
Nein, auch der Vero wird floppen.

Im Innenraum versucht Bitter mit einigem Erfolg, die GM-Tristesse mit bestem Leder und reichlich Alcantara zu vertreiben. Und um Fahreigenschaften sowie Komfort so europäisch wie möglich zu machen, wird das Fahrwerk mit neuen Federn und Dämpfern abgestimmt. Als optisches Sahnehäubchen kommen noch Bittergestylte 20-Zoll-Räder dazu. Ein ganz normales Auto, sagt Erich Bitter, und das trifft in vielen Punkten zu.

Der Vero zeigt einen harmonischen, einer Luxuslimousine angemessenen Federungskomfort und ein narrensicheres Fahrverhalten. Weniger normal ist das Platzangebot. Über drei Meter Radstand erlauben ein fürstliches Fondabteil, in dem man bequem die Beine ausstrecken kann. Dahinter erstrecken sich noch 535 Liter Kofferraum. Die Antriebstechnik bleibt unangetastet, und das ist auch gut so. Unter der Haube werkelt der achtzylindrige GM-Klassiker, dessen Großvater schon im Opel Diplomat zu finden war. Zwei Ventile pro Zylinder, eine zentrale Nockenwelle - millionenfach bewährte US-Technik also.

Leistung und Drehmoment kommen schlicht aus dem großen Hubraum - beim Vero sind es stattliche sechs Liter. Damit schüttelt der Motor eine ebenso mühelose wie vehemente Beschleunigung aus dem Ärmel, leise laufend und nur im oberen Drehzahlbereich ein gut gedämpftes V8-Hämmern entwickelnd. Die Kraft aus dem Vollen überspielt gelassen die Tatsache, dass im Testwagen noch eine Viergang-Automatik installiert ist. Inzwischen hat Holden auf die neue Sechsgang-Box gewechselt, die vor allem auf den Verbrauch segensreiche Auswirkungen haben dürfte. Aber auch so erweist sich die GM-Maschine als nicht unangemessen durstig.

Wer im US-Stil cruist, kommt mit 13 Liter/100 km aus, im Testmittel sind es 14,5 Liter/100 km. Erich Bitter jedenfalls ist zufrieden. In Deutschland hat er bereits vier Vero verkauft - an Menschen, die einfach mal was anderes wollen. Und die dabei nicht aufs Geld schauen müssen, denn die große Bitter-Limousine ist wahrhaftig kein billiges Vergnügen. Zumindest in diesem Punkt steht der Vero in der Tradition der klassischen Bitter-Modelle von früher.

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