BMW 330d

Erste Fahrt mit dem neuen 3er

Foto: Achim Hartmann 22 Bilder

Schöner, schlauer, sparsamer: So soll der BMW 3er im Mittelklasse-Clan wieder ganz vorn mitmischen. Fahrbericht des 330d mit neuem Dreiliter-Diesel.

Jetzt wird evolutioniert: Im Windschatten der längst akzeptierten Designrevolution widmet sich BMW beim großen 3er-Facelift nun intensiv den Details von Limousine und Touring. Und das so behutsam, dass selbst der erfahrene Fotograf fragt: „Was soll ich denn nun knipsen?“ Wenn es nach den Presseunterlagen geht, die komplette Karosserie.

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Dort wird von kraftvoll dreidimensionalen Charakterlinien, Aufwärtsschwüngen und muskulöser Anmutung der konvex-konkaven Flächen geschwärmt, von den Corona-Ringen der Scheinwerfer und dem Heck mit seiner verstärkten Breitenwirkung ganz abgesehen. In knappe Kommandos übersetzt wird daraus: „Mach ihn mal von vorn, so mit Haube und Niere, seitliche Mitzieher wegen der Schatteneffekte und von hinten. Denk an die neuen Leuchten, jetzt in Rot und mit LED-Technik.“

Die alte Nummer zieht immer noch: von vorne einschüchtern, zackig vorbeiziehen, und dann nur noch von hinten gesehen werden. Ein Image, das die Dreier und ihre Treiber von Generation zu Generation überliefern. Halfen sich manche dabei früher mit der illegalen Kombination aus Abblendlicht und aktivierten Nebelscheinwerfern, erledigen das zukünftig schimmernde Corona- Ringe.

Glutäugige Konkurrenz zu den Audi-Girlanden

Jene glutäugige Konkurrenz zu den Audi-Girlanden, die es nur in Verbindung mit aufpreispflichtigem Bixenon gibt. Der dezent renovierte Innenraum mit griffgünstigeren Fensterhebern, neuer Instrumentengrafik (Skalen, Zeiger) sowie Mattchrom-Dekor ist dafür serienmäßig. Was, zu wenig Änderungen? Okay, dann ran an den neuen i-Drive-Controller.

Kleiner als bisher, mit einem Drehring ausgerüstet und von direkten Funktionstasten umzingelt. Wupp, hier fällt ein abgeschnittener Zopf zu Boden. Vorbei ist es mit dem Dogma des patentierten, zentralen Dreh-Drück-Stellers, der alles können muss. Nachdem die Konkurrenz gezeigt hat, wie man die krass-revolutionäre Idee menschenfreundlich evolutioniert, zieht BMW nach. Außerdem spendieren sie beim Navigationssystem Professional (inkl. Telematik und Internet 3.970 Euro) gleich noch einen größeren Monitor.

Mit seiner hohen Auflösung bietet der 8,8-Zoll-Schirm den neuen, leichter durchschaubaren Menüs, Kartengrafiken sowie Internet-Darstellungen die angemessene Bühne. Internet? Richtig. Während andere noch herumprogrammieren, holt BMW das Netz in den 3er.

Zwar nur im Stand, dafür mit vollem Zugriff. Aber mal ehrlich, welcher 3er-Pilot möchte schon lange rumstehen? Auch ohne explizite Fahrerorientierung motiviert das Cockpit zum Durchstarten. Nach Druck auf den Knopf meldet sich der neue Reihensechszylinder-Dieselmotor des 330d. Wie seine Geschwister in 325d und 335d mit knapp drei Liter Hubraum, jedoch neu entwickelt.

Neuer Diesel: Leichter, sauberer, stärker

Neben einem Kurbelgehäuse aus einer Aluminium-Silizium- Legierung, Common-Rail-Einspritzung mit bis zu 1.800 bar Druck an den Piezo-Injektoren sowie einer verfeinerten Steuerung für die variable Geometrie des Turboladers besitzt er neue Haupt- und Pleuellager sowie eine steifere Kurbelwelle. Hinzu kommen eine niedrigere Bauhöhe sowie ein engerer Ventilwinkel.

Damit entwickelt der fünf Kilogramm leichtere Motor nun 14 PS und 20 Newtonmeter Drehmoment mehr, bei gleichzeitig reduziertem Verbrauch. Zu dem trägt auch das Efficient Dynamics-Bündel (gesteuerte Lüftungsklappen, abkoppelnde Lichtmaschine, rollwiderstandsarme Reifen) bei. Für 990 Euro extra fungiert überdies ein NOX-Speicherkatalysator (Blue Performance) als Stickoxid-Killer.

Charaktersound

Er ergänzt den serienmäßigen Oxidations-Kat samt Partikelfilter, hievt den 330d damit bereits jetzt über die erst ab 2014 geltende Hürde der Abgasnorm EU6. Und wie fühlt sich der neue Dreiliter an? Sanft und gewaltig. Zwischen 1.500 und jenseits 4.000 Umdrehungen stiefelt der 245-PS-Brenner mit großen Schritten und Charaktersound durchs Drehzahlband.

Als Verwalter stehen das knochige, aber exakte Sechsganggetriebe oder eine Sechsstufen-Automatik parat. Damit drängelt der 330d beim Null-Hundert-Sprint bis auf zwei Zehntelsekunden an den Biturbo-Bruder 335d heran. Dennoch hebt sich der zurückhaltende, melodiöse Klang des Reihensechsers stärker von der V6-Konkurrenz ab als der reine Leistungseindruck.

Ein Doppelkupplungsgetriebe (Sportautomatik) mit sieben Gängen ist vorläufig nur für 335i Coupé und Cabrio vorgesehen, der dezent modifizierte Allradantrieb xDrive ist nicht nur im 330d, sondern auch in 325i, 330i und 335i zu haben. Schon mit konventionellem Hinterradantrieb geht es effektiv vorwärts: Zielsicher und kurvengierig frisst der 3er lange Geraden und enge Kehren.

Straff abgestimmtes Fahrwerk

Die präzise Lenkung und das penibel abgestimmte Stabilitätsprogramm mit der Dynamik-Option DSC verbünden sich zielführend mit dem tendenziell straff abgestimmten Fahrwerk. Letzteres verzichtet nach wie vor auf Adaptiv-Technik. Sensible wünschen sich da manchmal schon ein sanfteres Abrollen, eine Folge von Runflat- und Energiesparfunktion der Reifen.

Um die Vorteile der breiteren Hinterachsspur herauszuarbeiten, benötigt man dann endgültig die Jungs der Testabteilung mit ihren GPS-Messgeräten. Im Gegensatz zur Summe der Evolutionsvorteile des frischen 3ers: Die registrieren schon weniger seismisch Begabte.

Technische Daten
BMW 330d
Grundpreis 43.940 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4531 x 1817 x 1421 mm
KofferraumvolumenVDA 460 l
Hubraum / Motor 2993 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 180 kW / 245 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Verbrauch 6,2 l/100 km
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