BMW 3er Touring

Drei Plus

Foto: Rossen Gargolov 10 Bilder

Vom Nischenmodell zum Mehrheitsbeschaffer: In seiner Neuauflage schickt sich der BMW 3er Touring an, mit mehr Stil, Raum und Finesse die Limousine nach Stückzahlen zu überflügeln.

Ein guter Schluss ziert alles. Beim letzten Dreier Touring war er gar so gut gelungen, dass der Kombi-Anteil von acht (1999) auf 34 Prozent (2004) hochschnellte. Seine sportliche Erscheinung kam offenbar besonders beim jüngeren Publikum gut an, der Altersdurchschnitt (40 Jahre) liegt rund fünf Jahre unter dem der Limousinen- Käufer.

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Aus gutem Grund: Eine Verwechslung mit Pampers- und Baumarkt-Shuttles ist ausgeschlossen, das schöne Stück wirkt trendiger und passt damit perfekt zum BMW-Ideal. Was, so stellt sich da die Frage, braucht der Mensch mehr?

Die Antwort hat bereits im Frühjahr das aktuelle Stufenheckmodell gegeben. Mehr Platz, verschärfte Dynamik sowie die geballte, teils optionale Technik-Kompetenz der Marke sind die Ecksteine der fünften Generation, die zugleich als letzte Baureihe den neuen, umstrittenen Designstil des Hauses übernahm.

All das kommt mit der Markteinführung am 17. September zugleich dem Touring zugute, der schlagkräftige Argumente mitbringt, um erstmals zur beliebtesten Dreier-Variante aufzusteigen. Denn auch der Kombi verbirgt seine wahren Ambitionen nicht, zeigt sich als Fahrmaschine mit etwas erhöhtem Praxisnutzen. Radstand und Länge bleiben gleich, den Unterschied macht wie üblich das Heck. Durch die gestreckte, sanft abfallende Dachlinie und den massiven, keilförmigen Unterbau wird der Schwerpunkt nach hinten verlagert, die angetriebene Hinterachse bekommt schon optisch mehr Gewicht. Zwischen 55 und 110 Kilogramm Zuwachs sind es in der Realität, die geringfügig zu Lasten des Temperaments und Verbrauchs gehen.

Im Vergleich zum Vorgänger steht der Neue insgesamt trotzdem besser da, weil alle Motoren stärker und sparsamer wurden. Drei Benziner und zwei Diesel mit serienmäßigem Partikelfilter stehen zur Wahl, wobei der überarbeitete Dreiliter- Sechszylinder im 330d ab Herbst auch in der Limousine Einzug hält.

231 PS sowie 500 Newtonmeter bei nur 6,7 Liter pro 100 Kilometer sind absolute Spitze in dieser Klasse und Garanten für gehobenen Antriebskomfort, der freilich seinen Preis hat.

Aber schon mit dem Zweiliter-Vierzylinder im 320d ist man leichtfüßig, druckvoll und zudem äußerst wirtschaftlich unterwegs, was ihn wie bisher zum beliebtesten Modell machen dürfte. Unter den Ottomotoren setzt sich besonders der 258 PS starke Dreiliter-Reihensechser gut in Szene. Als 330i läuft der Touring zu Höchstform auf, was souveränen und seidigen Vortrieb betrifft. Da ist kein Unterschied zur Limousine spürbar, nicht zuletzt dank der ausgeglichenen Massenverteilung.

Selbst Handling und Fahrkomfort liegen auf gleichem Niveau, weil man trotz höheren Leer- und Gesamtgewichts (Zuladung 540 kg) auf eine straffere Abstimmung verzichtet hat. Beide Karosserievarianten sind übrigens ab Herbst als Sechszylinder wieder mit Allradantrieb lieferbar, und für Sparfüchse werden im nächsten Frühjahr noch die Einstiegstypen 318d (122 PS) und 318i (129 PS) mit Zweiliter- Vierzylinder nachgeschoben.

Über die sonstigen Fortschritte des Modellwechsels hinaus hat BMW dem Kombi weiteren Feinschliff angedeihen lassen. Beim Öffnen der separaten Heckscheibe schwenkt die Abdeckung neuerdings automatisch hoch, um das Einladen kleinerer Gepäckstücke zu erleichtern. Wegen der höheren Gürtellinie passen nun endlich Wasserkästen unter das Rollo, das zusammen mit einem Fangnetz an der Fondlehne montiert ist.

Des Weiteren helfen serienmäßige Verzurrösen und -bänder sowie Taschen- und Regenschirmhalter, Ordnung im Heckabteil zu schaffen. Auch beim absoluten Volumen hat der Touring merklich aufgeholt, obwohl ihm der moderne Mensch seine Zuneigung ja nicht deshalb schenkt, weil er ständig Kühlschränke zu transportieren hat.

Mit 460 (plus 25) bis 1385 (plus 40) Liter erreicht er jetzt immerhin das Format eines T-Modells der Mercedes C-Klasse, und die Ladekante (59 Zentimeter) liegt erfreulich tief. Allerdings lässt sich der Raum wegen der breiten Radhäuser und des nach vorn ansteigenden Bodens nicht optimal nutzen. Denn anders als beim Mercedes kann weiterhin nur die geteilte Fondlehne, aber nicht die Sitzfläche umgeklappt werden.

Im Gegenzug wartet der Dreier neben vielen weiteren Extras auf Wunsch mit einem gläsernen Panoramadach (zirka 1400 Euro) auf, dessen vorderer Teil auf Knopfdruck öffnet und beinahe Cabriogefühle vermittelt.

Mag der neue Touring in puncto Stauraum auch kein Riese sein: Beim Blick nach oben ist er der Größte seiner Klasse.

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