BMW 530d, Mercedes E 350 Bluetec, Frontansicht Rossen Gargolov
BMW 530d, Mercedes E 350 Bluetec, Frontansicht
BMW 530d, Mercedes E 350 Bluetec, Heckansicht
BMW 530d, Mercedes E 350 Bluetec, Frontansicht
BMW 530d, Mercedes E 350 Bluetec, Heckansicht
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BMW 530d und Mercedes E 350 Bluetec im Vergleich

Diesel-Dampf frisch verpackt

Nach dem Milliarden-Euro-Facelift der Mercedes E-Klasse schickt BMW jetzt den renovierten 5er nicht nur auf die IAA, sondern auch auf die Straße, schweigt aber vorsichtshalber zu den Kosten. Nur der Verkaufspreis fällt attraktiver aus. Erstmals treffen nun der BMW 530d sowie der E 350 Bluetec aufeinander.

Das Beruhigende an einer Modellpflege bleibt häufig die Erkenntnis, dass nicht alles geändert wurde. Beim BMW 530d beispielsweise folgt auch jetzt nach dem Druck des Startknopfes das mantragleiche Murmeln des Reihensechszylinder-Diesels, der weiterhin 258 PS leistet und 560 Newtonmeter Drehmoment entwickelt, das er sich bereits bei 1.500/min aus seinem Block holt. Wie alle anderen Motorisierungen erfüllt das Dreiliter-Triebwerk im BMW 530d die ab September 2014 gültige Euro 6-Abgasnorm. Und wo die Ingenieure gerade schon in den Untiefen der Motorelektronik herumfischten, fanden sie noch ein paar Zehntelliter und -sekunden. So gibt BMW als Durchschnittsverbrauch für den BMW 530d nun 5,1 L/100 km an, die Beschleunigung von null auf 100 km/h soll in 5,8 Sekunden erledigt sein (vorher: 5,3 L/100 km und sechs Sekunden).

Die Werte beziehen sich übrigens auf die BMW 530d-Variante mit Achtstufen-Automatikgetriebe, das nun ebenso serienmäßig ist wie die Bixenon-Scheinwerfer und insgesamt einen Preisvorteil von 3.290 Euro gegenüber dem Vorgänger ergibt – danke dafür. Und weil es BMW gerade richtig krachen lässt, packen die Bayern auch noch Chromleisten an den Seiten des großen Bordmonitors obendrauf.

BMW 5er holt beim Komfort auf, ohne Dynamik zu verlieren

Inzwischen hat auch der Mercedes seinen wuchtigen V6-Diesel angeworfen, er wartet auf die erste Ausfahrt mit dem ewigen Konkurrenten BMW 5er in dessen Heimat im Norden Münchens. Beide Limousinen legen mit der ihnen eigenen Gelassenheit ab, zappen flugs in höhere Gänge und bummeln im Drehzahlkeller. Auf dem Papier triumphiert zwar der E 350 Bluetec mit einem Drehmoment-Vorteil von 60 Newtonmetern (insgesamt 620 Nm), und in der Praxis scheint der V6 regelrecht zu explodieren, sobald die Nadel des Drehzahlmesser die 2.000/min-Marke passiert hat. Die Daten widerlegen allerdings den ersten Eindruck, denn Mercedes gibt 6,6 Sekunden für den Standard-Sprint an – beim BMW 530d sind es acht Zehntelsekunden weniger.

Bereits die breiten, bequemen Sitze der E-Klasse geben einen dezenten Hinweis auf die Ausrichtung, die das Fahrwerk weiter präzisiert. Vor Kurven verneigt sich der Mercedes entsprechend devot, bevor er ihrem Radius untersteuernd folgt. Und die Lenkung? Sie arbeitet markentypisch linear, ohne störende Einflüsse, aber auch ohne sportliche Direktheit. Dazu würde ein sanfter als die Siebengang-Automatik schaltendes Getriebe passen – so wie das des BMW 530d. Dessen Automat sortiert die acht Übersetzungen unmerklich und flott. So weit, so bekannt. Neues dagegen beim Fahrwerk: Bei den optionalen Adaptivdämpfern fällt der Sportmodus nun straffer aus, generell kommen modifizierte Stützlager sowie ein neues Ventilsystem der Stoßdämpfer zum Einsatz. Das Ergebnis? Auf schlecht geflickten Landstraßen spricht die Abstimmung des BMW 5er beinahe so souverän an wie die des mit Luftfederung Airmatic ausgerüsteten E 350-Testwagens.

BMW 5er ist deutlich agiler

Das im Vergleich zum Mercedes deutlich direktere Einlenkverhalten sowie geringere Wankneigung kennen BMW 5er-Fahrer bereits; die überarbeitete elektromechanische Lenkung verstärkt den agilen Eindruck nochmals. Was das Facelift nicht ändern kann: Die BMW 5er-Generation F10 bleibt ein übergewichtiges Auto, die gegenüber dem Vorgänger E60 zusätzlichen 100 Kilogramm verliert sie bestenfalls beim nächsten Modellwechsel. Und der Mercedes? Wiegt auch nicht gerade athletische 1,9 Tonnen. Natürlich steckt in beiden Limousinen alles, was gut, teuer und schwer ist – wie beispielsweise die volle Infotainment-Packung.

Schon vor der Modellpflege ließ BMW den Stuttgartern hier keine Chance, jetzt geht im BMW 5er ein nochmals verfeinertes System an den Start. Dabei kann der Kunde ebenfalls sparen, denn er muss nicht mehr das Komplettprogramm ordern. Einzelne Elemente wie Webradio oder Staudienste können als App für eine begrenzte Zeit gebucht werden. Der größere i-Drive-Dreh-Drück-Schalter im BMW 5er erkennt ab sofort auch per Finger hingekritzelte Befehle.

Und würde die Fahrt bis in die Nacht hinein andauern, könnte der BMW 5er auch Fußgänger mit einem gezielten Lichtstrahl erkennen. Bei der übrigen Lichttechnik herrscht Gleichstand, optionale Voll-LED-Scheinwerfer mit variablem Fernlichtassistent finden sich in beiden Preislisten. Was bei beiden allerdings immer mit an Bord ist: der markentypische Charakter – beim BMW 530d inklusive kultiviertem Reihensechszylinder-Diesel.

Fazit

Wie erwartet kreiert BMW mittels Modellpflege kein komplett neues Auto – was im Falle des Fünfer auch nicht wirklich vonnöten war. So bleibt die wichtigste Neuheit das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber dem Vorgänger und der E-Klasse. Der Mercedes legt sich gewaltig in die Riemen und federt geschmeidig, das war’s aber dann schon.

Technische Daten

BMW 530d Mercedes E 350 Bluetec Avantgarde
Grundpreis 52.300 € 56.995 €
Außenmaße 4907 x 1860 x 1475 mm 4879 x 1854 x 1475 mm
Kofferraumvolumen 520 bis 1700 l 490 l
Hubraum / Motor 2993 cm³ / 6-Zylinder 2987 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 190 kW / 258 PS bei 4000 U/min 185 kW / 252 PS bei 3600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 250 km/h
Verbrauch 5,1 l/100 km 5,5 l/100 km
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