BMW 730d im Fahrbericht

So fährt der Luxus-Gleiter von BMW

Fahrbericht BMW 730d Foto: Achim Hartmann 34 Bilder

Luftgefedert, karbonversteift und von feinster Elektronik assistiert, will der neue BMW 7er an die Spitze der Luxuslimousinen schweben. Wir fuhren den 730d mit 265 PS.

BMW 7er bis zu 130 Kilo leichter

Das ist doch mal eine Ansage: Laut Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich hat BMW in den neuen 7er alles reingesteckt, „was ihnen zu Luxus und Komfort eingefallen ist“. Und das ist eine ganze Menge: So besteht schon die Karosserie aus einem bunten Mix aus Stahl, Aluminium, Magnesium und Karbon. Letzteres wird erstmals in der Rohbaustruktur einer Großserienfertigung eingesetzt und durchläuft alle Fertigungsschritte samt Lackierung. Bis zu 130 Kilo soll der BMW 7er damit leichter als sein Vorgänger ausfallen, was dem Fahrverhalten ebenso zu Gute kommen soll wie die serienmäßige Luftfederung vorn und hinten mit adaptiven Dämpfern.

Technikgadgets des neuen BMW 7er 3:14 Min.

Eine mitlenkende Hinterachse verbessert die Handlichkeit

Unser BMW-730d-Testwagen war zudem mit dem großen Fahrdynamik-Paket samt Wankstabilisierung sowie Hinterachs-Lenkung ausgestattet (4.400 Euro). Die um bis zu drei Grad in beide Richtungen mitlenkenden Hinterräder sorgen bei geringerem Tempo für mehr Handlichkeit und bei schnellen Spurwechseln für mehr Stabilität. Darüber hinaus werden Navigations- und Kameradaten ausgewertet, um das Setup an die bevorstehende Fahrbahn anzupassen. Vor Kurven spannen sich daher die Stabilisatoren schon mal vor, um möglichst wenig Seitenneigung zuzulassen, während sich die Dämpfer geschmeidig machen, sobald die Kamera gröbere Unebenheiten erspäht.

Tatsächlich scheint der Testwagen unterwegs zentnerweise Ballast abzuwerfen. Schon leichte Lenkmanöver setzt er zielsicher um, lenkt zackig ein und durcheilt Kehren neutral und problemlos beherrschbar. Zudem reicht sein derzeit schwächster Motor mit 265 PS locker aus, um zwischen den Kurven Tempo zu machen. Darüber rangiert der 740d mit 320 PS sowie die überarbeiteten Benziner in 740i und 750i. In Planung befindet sich zudem der 760i mit V12 sowie ein Vierzylinder-Diesel im 725d, der wie sein Plug-in-Hybrid-Bruder 740e besonders sparsam fahren soll.

Beeindruckender Federungskomfort beim BMW 730d

Besonders groß fällt der Unterschied zum Vorgänger jedoch beim Komfort aus: So bügelt der knapp 5,10 Meter lange Business-Jet kurze Unebenheiten beeindruckend souverän glatt und sorgt auf allen Plätzen für ein über den Dingen schwebendes Fahrgefühl. Das Wolke-Sieben-Gefühl setzt sich jedoch bis in die Lenkung fort, die speziell um die Mittellage gern einen Tick mehr rückmelden dürfte.

Auch beim Infotainment hat sich viel getan: Der volldigitale BMW 7er unterhält die Generation Bildschirm mit Displays im Überfluss: Zum großen Multimedia-Monitor auf dem Armaturenbrett nebst TFT-Kombiinstrument gesellt sich eine Klimabedienleiste, die ebenfalls aus einem Touchscreen besteht und Berührungen mit Farbeffekten inszeniert. In der Mittelarmlehne der hinteren Komfortsitze ist wiederum ein Monitor eingelassen, der sich bei näherer Betrachtung als herausnehmbarer Tablet-PC entpuppt und zur Steuerung von Klimaanlage, Sitzen oder Infotainment genutzt werden kann.

Selbst in den Zündschlüssel hat sich ein Mini-Touchscreen verirrt, über den sich der BMW 730d auf- und zuschließen, vortemperieren oder autonom eingeparkt lässt. So kann der Fahrer vor engen Parkplätzen aussteigen und seinen Siebener in die Lücke fernsteuern. Die Ultraschallsensoren der Parkpiepser passen dabei auf, dass der Große nirgends aneckt. Laser-Licht oder ein Tempomat, der sich mit einem Klick auf die von der Kamera gemeldeten Tempolimits einstellt, komplettieren den Reigen an Technik-Optionen, die im 88-seitigen Preislisten-Schmöker aufgeführt sind.

BMW 730d mit umgekrempeltem Bediensystem

Da immer mehr Funktionen auch bedient werden wollen, wurde der iDrive komplett überarbeitet und um einen Touchscreen ergänzt. Navi-Adressen lassen so im Stand über eine eingeblendete Tastatur schneller eintippen als über den Dreh-Drück-Steller, der jedoch weiterhin verwendung findet – zum Beispiel während der Fahrt, wo er weniger Blicke von der Straße abzieht als ein Berühr-Monitor. Geblieben ist die sehr gute Sprachsteuerung sowie das Touchpad im iDrive-Dreher, auf dem sich Zahlen und Buchstaben kritzeln lassen.

Darüber hinaus folgt der BMW erstmals Gesten. Eine Kamera im Dachhimmel filmt dabei Bewegungen der Fahrerhand und interpretiert daraus Bedienwünsche. Wer das Radio lauter stellen will, kreiselt beispielsweise mit dem Zeigefinger im Uhrzeigersinn, was zwar ganz ordentlich funktioniert, ein Griff zum Lautstärkeknopf am Radio erledigt das Ganze jedoch deutlich schneller.

Doch der zweifelhafte Nutzen einer Gestensteuerung ändert nichts am beeindruckenden Gesamtpaket. Optisch eher Evolution denn Revolution, hat der BMW 730d beim Fahrkomfort einen großen Schritt nach vorn gemacht und begeistert mit Assistenz- und Unterhaltungs-Finessen, die sich über das modifizierte iDrive-System intuitiv bedienen lassen. Die ersten Vergleichstests gegen S-Klasse, A8 & Co. dürften spannend werden.

Technische Daten
BMW 730d
Grundpreis 88.300 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 5098 x 1902 x 1478 mm
KofferraumvolumenVDA 515 l
Hubraum / Motor 2993 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 195 kW / 265 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Verbrauch 4,5 l/100 km
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