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BMW M2 Competition (2018) Fahrbericht

Neues Serienmodell mit mehr Teilen aus M3 und M4

BMW bringt 2018 mit dem BMW M2 Competition eine Hardcore-Version des BMW M2 auf den Markt. Unter der Haube arbeitet der aus dem BMW M3 und M4 bekannte doppelt aufgeladene Reihensechszylinder (S55-Motor) mit 410 PS. Fahrbericht.

18.04.2018 Holger Wittich, Patrick Lang, Marcus Peters

Vom Erfolg des M2 angestachelt, laufen entsprechende Vorbereitungen für die Nachfolge des Kompakt-Modells auf Hochtouren. „Wir haben noch viel mit dem BMW M2 vor“, lautete schon vor Monaten die Botschaft aus Vorstandskreisen. Nun ist es gewiss: Im September ersetzt der M2 Competition das aktuelle M2 Coupé. Der Competition ist also kein Sondermodell, sondern der Ersatz für den kleinen M. Der neue BMW M2 Competition erhält den 3,0-Liter-Turbo-Reihensechszylinder aus dem M4 und bringt es damit auf 410 PS. Damit ist das neue Modell 40 PS stärker als der bisherige M2. Das maximale Drehmoment liegt bei 550 Nm und steht bereits ab 2.250 Umdrehungen pro Minute an. Derart potent soll der BMW M2 Competition per Sechsgang-Handschaltung in 4,4 Sekunden von Null auf 100 km/h spurten. Mit dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe (DKG) gelingt der Spurt etwas schneller.

BMW M Performance Parts Concept (2018)BMW M2 mit Carbon-Doping

Ein richtiger M

Für die entsprechende optische Präsenz verbaut BMW leichtere Karosserieelemente aus Carbon, verpasst dem Hardcore-Renner ein Aero-Package mit veränderter Frontschürze, Splitter, kleinem Heckspoiler und optimierter Abgasanlage sowie einen Diffusor. CFK-Streben aus M3/M4 sollen die Steifigkeit verbessern. Zusätzlich sollen noch die beiden exklusiven Lackierungen „Hockenheim Silber“ und „Sunset Orange“ verfügbar sein. Die Akzente werden in schwarz ausgeführt – das betrifft etwa die Kiemen an der Seite und den neuen Kühlergrill mit breiter Niere. Was viele M-Fans freuen wird: Der M2 Competition erhält nun auch die M-spezifischen Außenspiegel. Den roten Startknopf und adaptive LED-Scheinwerfer gibt es künftig serienmäßig.

BMW M2 Competition 2032 Foto: Wolfgang Groeger-Meier
Die Kontrastfarbe gibt es in blau oder in orange. Die Designelemente unter dem perforierten Leder machen einen hochwertigen Eindruck.

Gegen Aufpreis gibt es ab sofort eine M Compound-Bremsanlage (vorne sechs und hinten vier Kolben / Scheiben vorne 400 mm und 380 hinten). Spezielle 19-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Sportbereifung fehlen natürlich auch nicht. Fahrer und Beifahrer nehmen auf konturierten Sportsitzen mit integrierten Kopfstützen Platz. Mit diesem Gestühl soll der neue M2 den Spagat zwischen Alltag und Track-Day meistern können – Zitat BMW: „Das versprechen wir.“ An der Coolness wird’s nicht scheitern, denn die beleuchteten M2-Logos auf der Rückenlehne sind in jedem Fall ein Hingucker. Wir können bestätigen, für so ein sportlich ambitioniertes Auto sind die Sportsitze erstaunlich bequem. Kontrastnähte und Design-Perforation gibt es in Orange oder Blau. Dabei scheint die Farbe leicht durch die perforierte Schicht – überaus wertig. Zusammen mit dem anthraziten Dachhimmel, wirkt der Innenraum insgesamt sehr dunkel. Das passt allerdings gut zum neuen Sonder-Lack, als harter Kontrast. Als Lichtpunkte fungieren zusaätzlich beleuchtete Einstiegsleisten. Wird die Zündung eingeschaltet, erscheint auf der Instrumententafel eine neue Willkommens-Grafik mit M2-Competition-Schriftzug. Das griffige Lederlenkrad und die offenporigen Carbon-Elemente sorgen für sportliches Wohlfühl-Ambiente.

Auf dem Lenkrad finden sich ab sofort die Tasten M1 und M2 für den M-Dynamic-Mode. Lenkung und Antrieb sind zudem nun einzeln per Knopfdruck am Schalthebel anpassbar. Die zweiflutige Abgasanlage mit Klappensteuerung erhielt zusätzlich einen Partikelfilter. Damit erfüllt der M2 Competition die Abgasnorm nach Euro 6d-Temp. Die Ölversorgung des Motors und das Kühlsystem, entwendet der neue M2 in angepasster Form aus dem BMW M4 mit Competition-Paket. Mit der Sechsgang-Handschaltung stehen nach 4,4 Sekunden 100 km/h auf dem Tacho, per Siebengang-DKG sind 100 Sachen in 4,2 Sekunden drin. Selbstverständlich verfügt der BMW M2 über ein aktives Hinterachs-Sperrdifferenzial. Top-Speed ist bei 250 km/h erreicht. Wer den elektronischen Riegel nicht haben will, muss das M Drivers Package ordern, dann kommt der M2 Competition auf 280 km/h.

BMW M2 Competition 2018 Fahrbericht SPERRFRIST 30.07.18 00:01 Uhr Foto: BMW
Mit der Sechsgang-Handschaltung stehen nach 4,4 Sekunden 100 km/h auf dem Tacho, per Siebengang-DKG sind 100 Sachen in 4,2 Sekunden drin.

Positive Preis-Überraschung

Und das Ganze kommt für einen Aufpreis von 2.000 Euro, denn der M2 Competition startet bei 61.900 Euro. Klingt nach weihnachtlichem Oster-Geburtstag, ist aber tatsächlich so. Ups! Überraschungen, die einen unvorbereitet treffen, gibt es also auch in positiver Form. Denn so eine Competition-Ausrüstung kostet ja gerne eher hoch als niedrig vierstellig. Beim M2 aber beinhaltet sie für eben jene 2.000 Euro mehr sogar adaptive LED-Scheinwerfer und Einparkhilfen rundum. Mit Querdynamik hat letzteres natürlich wenig zu tun. Und der M2 war schon bislang so etwas wie der Chef-Querdynamiker unter den M-Modellen: Auf Landstraße und Rennstrecke ist der Kleinste unter den M-Modellen der Größte – vielleicht nicht unbedingt beim Aufstellen von Rundstrecken-Rekorden; aber in der subjektiven Fahrspaßwertung auf alle Fälle. Also bei der Freude am Fahren, um es im BMW-Jargon zu formulieren.

BMW M2 & M4Performance-Parts für die Power-Coupés

BMW M2 Competition Fahrbericht

Und die Freude eskaliert nun fast schon, denn der M2 wird noch competitiver. Wobei die 40 PS mehr daran weniger Anteil haben, als es scheinen mag. Schon mit 370 PS war der Zweitürer nicht eben kurzatmig. Nun, da der zusätzliche Turbolader schon einmal da ist und 85 Nm zusätzlich aus dem Dreiliter pustet, schadet der zusätzliche Druck auch nicht. Denn er setzt weich ein. Wie überhaupt das Adjektiv weich beim Competition viel erklärt. Vor allem, weil er steifer wurde. Das klingt paradox, zumal das Wort weich unter Sportfahrern zu den Bäh-Begriffen zählt. Steifer wird der M2 dank zweier zusätzlicher Domstreben im Motorraum: Sie stammen ebenso wie der Reihensechszylinder aus dem M4; die eine reicht zur Stirnwand, die andere zum Querblech der Front. Alleine diese Modifikation sorgt dafür, dass sich das Fahrwerk deutlich präziser anfühlt – obwohl ja sämtliche Änderungen am Chassis vorgenommen wurden. Die Abstimmung der Feder-Dämpfer-Einheit blieb nämlich gleich. Neu am Fahrwerk sind lediglich umgestaltete 19-Zoll-Felgen.

Für unsere erste Fahrt haben wir einen Testwagen mit Handschaltung gewählt. Ein Doppelkupplungsgetriebe steht natürlich in der Optionsliste. Ob man das braucht? Geschmacksache. Jedenfalls gibt die handgeschaltete Version selbständig Zwischengas und die Gänge flutschen wunderbar durch die Gassen. Wer also wirklich aktiv mit dem M2 fahren will, findet im manuell geschalteten Competition einen perfekten Sparringpartner für Landstraße, Handling-Parcours und Rennstrecke. Einer, der etwa 20.000 Euro günstiger ist, als der M4. Da bleibt Spielgeld für Optionen...

Weichere Lamellensperre

BMW M2 Competition 2018 Fahrbericht SPERRFRIST 30.07.18 00:01 Uhr Foto: BMW
Der Übergang von Haft- in Gleitreibung gelingt fließend. Kein abrupter Haftungsabriss.

Zurück zum Fahrwerk. Es lässt sich nicht losgelöst von der elektronisch geregelten Lamellensperre an der Hinterachse betrachten; diese wurde in Verbindung mit dem Sport-ESP im Sinne der Querdynamik etwas weicher abgestimmt. Weicher insofern, als dass beide weicher intervenieren. Was bedeutet: Der Übergang von Haft- in Gleitreibung gelingt fließend. Kein abrupter Haftungsabriss. Stattdessen gibt es bei aktiviertem MDM (Sport-ESP) einen Moment, da fühlt sich die Hinterachse sämig an – danach wechselt sie in den Drift. Und zwar zunächst in den Rennfahrer-Drift. Dabei drängt die Hinterachse bei der Grenzgeschwindigkeit ein wenig aus der Null-Lage heraus und verharrt im Wohlfühl-Punkt. Wer jetzt nicht vor Schreck vom Gaspedal rutscht, sondern sukzessive per weich einsetzendem Ladedruck Drehmoment zuschaufelt, der slidet elegant über den Scheitelpunkt und muss dabei nicht einmal gegenlenken – der M2 richtet sich am Kurvenausgang wie von selbst perfekt aus.

Sofern der Lenkwinkel der Hinterachse nicht völlig aus der Spur läuft, funkt MDM nicht dazwischen. Schnelles Fahren auf der Rennstrecke gelingt damit einerseits spielerisch, fühlt sich andererseits aber auch wirklich schnell an. Denn die lustvoll gierende Hinterachse signalisiert unmissverständlich: Grenzbereich – ohne aber den M2 kurz danach ins Kiesbett oder in die Planken zu schicken. Bei abgeschaltetem ESP gelingen Drift-Challenge-Drifts, ohne dass ein fieser Konter oder Gegenschwung droht. Und, ja, der Competition wiegt mehr; nach der EU-Norm 55 Kilogramm, um genau zu sein. Doch man merkt dem Zweitürer das zusätzliche Gewicht nicht an. Nicht einmal im Drift. So wie der M2 Competition muss ein Sportwagen abgestimmt sein, damit er nicht nur Profis, sondern auch und vor allem Amateuren gerecht wird – und bei letzteren nicht Frust, sondern Lust erzeugt. Das ist die hohe Kunst. Und wer dabei auf Messwerte und Rundenzeiten fixiert entwickelt, wird diese Kunst nie zur Vollendung bringen.

Fazit

Was stattdessen um ein Vielfaches wichtiger ist: Ein Sportwagen muss agil sein, aber nicht nervös. Präzise, aber nicht spitzfindig. Stark, aber nicht übermächtig. Anders ausgedrückt – er muss sein, wie der BMW M2 Competition.

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Neuester Kommentar

Hat sich bei unserm Chefstänkerer und eingebildeten Arzt ohne Lateinkenntnisse, @Mmanetto-X , also nach einjährigem Gelaber doch noch eine Giulia QV manifestiert...^^

Ein paar Pix & Specs wären mal nett...it didn't happen anyway.

Guest 30. Juli 2018, 16:19 Uhr
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