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BMW M850i xDrive (2018)

Erste Fahrt im neuen Coupé

Der neue BMW 8er soll kürzer, leichter und sportlicher sein als der 6er. Ob das stimmt, konnten wir bei einer ersten Fahrt mit getarnten Prototypen erfahren. Zunächst kommt mit dem M850i Ende 2018 ein M-Performance auf den Markt, schwächere Varianten und der M8 werden folgen.

26.04.2018 Jens Dralle

Machen wir es kurz. Mit was? Ein vorschnelles Urteil über den Nachfolger des 6er Coupés etwa? Nein. Präziser: BMW macht es kurz. Der neue heißt zwar 8er, misst allerdings in der Länge mit 4,75 Meter ganze 14 Zentimeter weniger als sein Vorgänger. „Dafür fällt er ein wenig breiter und flacher aus“, sagt Markus Flasch, Projektleiter der 8er-Reihe – und schiebt eilig nach, dass der M850i „besonders mühelos schnell fährt“.

Weltpremiere als M850i

Erlkönig BMW M8 BMW M8 Coupé Hier rennt der 650-PS-Luxussportler

Na, wenn das so ist: Startknopf neben dem Getriebewählhebel drücken. Geht aber erst, nachdem ein schwarzer Filzlappen zur Seite geklappt wurde. Wie überhaupt das gesamte Interieur unter Lappen verborgen liegt. Ein Vorserienfahrzeug. Mehrere davon, mit denen die Entwickler einige Wochen vor der Weltpremiere in der walisischen Einsamkeit an der Abstimmung feilen. auto motor und sport durfte dabei sein – und auch ans Steuer des neuen Coupés. Der Öffentlichkeit zeigt sich der neue BMW 8er (G15) zunächst als M850i xDrive Coupé. Der M8 und zivilere Motorisierungen folgen ebenso wie ein Cabrio und ein viertüriges Gran Coupé. Auf den Markt kommt der BMW M850i xDrive Ende 2018 – bis zum Verkaufsstart ist also noch ein bisschen Zeit für die letzten Abstimmungsfahrten. Hier und jetzt basst im getarnten M850i erst einmal das neue Achtzylinder-Triebwerk, das Coupé rollt im Komfort-Modus los.

Abstimmungsfahrt im neuen 8er

BMW M850i Sperrfrist 26. April, 0.00 Uhr Foto: F. Kirchbauer
Letzte Abstimmungsfahrten im BMW M850i xDrive: Ist das neue Coupé ein Sportwagen?

Nur wenige hundert Meter Fahrt reichen – auf Straßen, so eben wie eine Pizza Capricciosa – um festzustellen, dass der 8er niemanden mit außergewöhnlichem Federungskomfort einlullen, gar vom aktiven Fahren abhalten will. Das Coupé spricht zwar gut auf jegliche Unebenheiten an, rollt aber tendenziell straff ab, die Karosserie bewegt sich nur wenig. Umschalten auf Sport stabilisiert den Aufbau nochmals, strafft auch die Dämpfer, die Mutation zum Bandscheiben-Killer jedoch bleibt aus. Jetzt drückt dir der BMW 8er einfach noch verbindlicher die Hand, vor allem die Lenkungskennlinie gefällt, das luschige Ansprechen aus der Mittellage ist nun weg, das Handmoment bleibt aber diesseits von Leibesertüchtigung.

„Das wird auch im Komfort-Modus noch besser, dieses Fahrzeug hat noch einen alten Hardware-Stand“, erklärt Fahrdynamik-Applikateur Sebastian Spirk. Der Ingenieur referiert vom Beifahrersitz aus, dass die adaptiven Dämpfer alle 2,5 Millisekunden regeln, in dem die beiden darin befindlichen Ventile mit bis zu 1,8 Ampere beaufschlagt werden. Er erzählt davon, wie wichtig es gewesen sei, alle Technik-Solisten zu einem Orchester zu vereinigen, in dem sich keiner hervortut. Da wären Vorder- und Hinterachslenkung, der Allradantrieb, bei einem M Performance-Modell erstmals in Kombination mit dem elektronisch geregelten Hinterachs-Sperrdifferenzial und die elektromechanische Wankstabilisierung. Puh.

V8 jetzt mit 530 PS und 750 Nm

BMW 8er Teaser Neuer BMW 8er Coupé (G15) Luxuscoupé im Rennstrecken-Test

Umsteigen in ein weiteres, ebenfalls getarntes Vorserienfahrzeug, ab in eine Gegend, in der die Moore hoch sind, die Fahrbahn noch welliger ist und in der die Kurven noch enger in der Weite herumliegen. Modus Sport Plus, der den Antrieb, nicht aber das Fahrwerk, dramatisiert. Der V8-Motor spricht giftig an, klebt an der rechten Sohle, sorgt so für jederzeit dramatischen Vortrieb, zoomt sich durch sein breites Drehzahlband bis über 6.500 Umdrehungen, spielt dabei das BMW-typische, sehr saubere Bass-Solo, sprotzelt nur beim Gaswegnehmen zornig. 70 Prozent der Teile des Triebwerks seien neu, versichert Christian Billig, Leiter Integration Antrieb. „Die neuen Twin Scroll-Lader liegen wieder im V, dahinter sind gleich die ersten Katalysatoren angebracht. Das geht mittlerweile vom Package her, so lassen sich die hohen Temperaturen an dieser Stelle gut nutzen, damit die Kats effizienter arbeiten“. Nun leistet der Direkteinspritzer 68 PS mehr als bislang, macht insgesamt 530, das maximale Drehmoment steigt um 100 auf 750 Nm.

BMW M2 Competition (mit Video)Waffe für Alltag und Trackday

Sehr stabiles Fahrverhalten

BMW M850i Sperrfrist 26. April, 0.00 Uhr Foto: F. Kirchbauer
Auf den gewundenen walisischen Straßen liegt der 8er sehr stabil.

Ungeachtet dieser Wucht erfordert eine flotte Fahrweise keine Korrekturen am Lenkrad, der variable Allradantrieb verteilt die Kraft mit großer Lässigkeit, in Kombination mit den anderen Systemen ergibt sich eine extrem hohe Fahrstabilität mit einem am Limit sacht drückendem Heck. „Genau das wollten wir, ein Fahrverhalten wie bei einem Hecktriebler, nur mit mehr Traktion“, sagt Jos van As, Leiter Applikation Fahrwerk. Er sagt an, kennt hier jede Kurve, jede Welle, jede Kuppe. Ist ein bisschen wie Rallyefahren. Eine permanente Abfolge von Anbremsen, Einlenken, Beschleunigen. Die 20-Zoll-Räder sortieren die Asphalt-Körnung neu, das Coupé zeigt einen hohen mechanischen Grip, verliert nie den Bodenkontakt. In dem Moment sagt Jos: „Lass stehen“. Und dann hebt der 8er über diese Kuppe kurz ab, landet stabil, verliert kein Tempo. Szenenapplaus von den herumstehenden Schafen. Möge diese Straße nie enden, auch wenn ihre Zweispurigkeit von der Breite des Coupés doch arg vereinnahmt wird.

Fazit

Schön, dass sie es kurz gemacht haben bei BMW. Aber leicht gemacht haben sie es sich nicht, um dem BMW 8er dieses hohe Maß an Agilität anzutrainieren. Und er ihnen auch nicht. Es gibt zwar noch keine offizielle Angabe, aber weniger als 1.850 Kilogramm wird er wohl nicht wiegen. Na, beim nächsten Mal vielleicht.

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Neuester Kommentar

Ein weiterer Ladenhüter, ein weiteres Milliardengrab der BMW Group wird kommen....
Aber das ist ja kein Problem für eine Firma, die härter als Griechenland verschuldet ist.

Daniela Wolf 1. Mai 2018, 12:19 Uhr
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