BMW Z3 2.8 Fahrbericht

Optisch aufgewerteter Roadster

BMW mischt die Karten neu im Roadster-Spiel. Eine auch optisch aufgewertete Version des Z3 mit 2,8 Liter-Sechszylindermotor und 192 PS wird zur direkten Konkurrenz von Mercedes SLK und Porsche Boxster.

Wer schnell sein möchte im BMW Z3, muss Geduldhaben. Denn die Auslieferung der neuesten Ausführung mit Sechszylindermotor beginnt erst im April nächsten Jahres. Dass BMW die Kunden bereits jetzt heiß machen will, hat zwei gute Gründe: Mercedes SLK 230 und Porsche Boxster. Beide stehen viel weiter oben auf der Leistungsleiter als die bisherigen Vierzylinderversionen des BMW-Roadsters. Zur Marketingpolititk, den Z3 zunächst im preisgünstigen Segment des Mazda MX-5 und des Fiat Barchetta anzusiedeln, sind selbst bei BMW inzwischen kritische Stimmen zu hören. Aber jetzt wird nachgelegt.

Der BMW Z3 2.8 schließt in der Leistung zur eigentlichen Konkurrenz auf, und er dokumentiert dies auch nach außen. Eine tiefer gezogene Frontschürze mit vergrößertem Kühllufteinlass und integrierten Nebelscheinwerfern kennzeichnet die Sechszylinderversion ebenso wie das um 86 mm verbreiterte Heck mit den provokant ausgestellten Kotflügeln.

Vor allem das ausgeprägte Hinterteil hat dem Erscheinungsbild des BMW Z3 gut getan. Jetzt steht er richtig stämmig da, vor allem, wenn statt der serienmäßigen16 Zoll-Räder die aufpreispflichtigen 17 Zoll-Felgen montiert sind. Vorn 7,5 und hinten 8,5 Zoll breit, tragen die eine Mischbereifung. An der Vorderachse kommt die Dimension 225/45 R 17 zum Einsatz, an der Hinterachse, deren Spur um 67 Millimeter verbreitert wurde, sind es fette Walzen in der Abmessung 245/40 ZR 17.

Mehr Attraktivität auch im Cockpit: Mit Leder bezogene Sitze gehören ebenso zur Serienausstattung wie die sogenannte Chromline, die mit glänzenden Applikationen um die Rundinstrumente und am Lichtschalter nicht ohne Erfolg bemüht ist, mit der bisherigen Tristesse des Interieurs aufzuräumen.

Der Reihensechszylinder unter der langen Motorhaube liefert die selben Leistungsdaten wie in der Dreier-und Fünfer- Reihe: 192 PS schon bei 5300/min, dazu bei 3950/min ein maximales Drehmoment von 275 Newtonmetern, von denen dank den variablen Öffnungszeiten der Einlassnockenwelle (Vanos) schon bei 1.500 Umdrehungen 80 % zur Verfügung stehen. Weil ganz aus Leichtmetall gefertigt, wiegt der Sechszylindermotor nur 158 kg.

Das Gewicht des Z3 stieg deshalb gegenüber der 1,9 Liter- Version um gerade mal 75 auf 1.260 kg (Werksangabe nach DIN). Um weiterhin eine ausgewogene Gewichtsverteilung zu gewährleisten, wurde die Batterie ins Heck verlegt. Mit dem Sechszylinder hat der BMW-Roadster seinen Charakter gründlich verändert. Jetzt tritt er an wie ein reinrassiger Sportwagen, wozu nicht nur die gute Beschleunigung, sondern auch der kraftvolle Durchzug bei niedrigen Drehzahlen beiträgt.

2,8 Liter Hubraum haben mit dem kleinen Roadster leichtes Spiel; bereits ab 1500/min setzt auch in den oberen Gängen fühlbare Beschleunigung ein, und im oberen Drehzahlbereich sorgt der Motor für einen Vortrieb, der dem sportlichen Auftritt des Z3 angemessen ist. Das spontane Ansprechen, der vibrationsarme Lauf und der unverwechselbare Sound des Sechszylinders sorgen für ungetrübtes Roadster-Vergnügen – auch dann, wenn der Fahrer die vorhandene Leistung gar nicht ausnutzt, sondern schaltfaul dahin bummelt.

Das alles entspricht den Erwartungen, schließlich ist der BMW-Sechszylinder ein alter Bekannter, zu dessen Lob schon genügend gesagt wurde. Die eigentliche Überraschung, die der Z3 2.8 bereithält, ist sein gegenüber den Vierzylinder- Ausführungen sehr viel sportlicheres Fahrverhalten.

Denn das Fahrwerk wurde nicht nur durch die breitere Bereifung optimiert, es erhielt auch verstärkte Hinterachs-Schräglenker mit verbreiterter Basis, größere Radlagereinheiten, stärkere Stabilisatoren sowie eine straffere Abstimmung von Federn und Dämpfern, die aber den Fahrkomfort nicht spürbar beeinträchtigt.

Der BMW Z3 2.8 wird gut mit Bodenwellen fertig, und er zeigt auf sehr schlechten Straßen mit seiner klapperfreien Karosserie, dass BMW die anfänglichen Qualitätsprobleme im US-Werk Spartanburg offensichtlich in den Griff bekommen hat. Der Effekt der Fahrwerksmodifikationen verblüfft. Das bei den schwächeren Varianten auftretende Mitlenken der Hinterachse ist fast völlig verschwunden, beim Einlenken in Kurven reagiert der2.8 deutlich spontaner und präziser, wozu natürlich auch die geänderte Bereifung ihren Teilbeiträgt.

Jetzt präsentiert sich der Z3, was Handling und Kurvenverhalten angeht, in der Form, die einem BMW-Sportwagenangemessen ist. Er vermag sehr hohe Kurvengeschwindigkeiten zu erreichen, wobei er sich nahezu neutral und gut kontrollierbar verhält. Bemerkenswert auch, wie gut der mit einem Sperrdifferential an der Hinterachse ausgerüstete 2.8 seine Kraft auf den Boden bringt: Selbst in engen Biegungen und mit vollem Leistungseinsatz gelingt es kaum, das Heck zum Ausschwenken zu bewegen.

Zumindest auf trockener Straße ist er nicht auf die serienmäßige Antriebsschlupfregelung ASC+T angewiesen, die allzu forschem Umgang mit dem Gas einen Riegel vorschiebt und bei verringerten Reibwerten einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor darstellt. Auch die Bremsen, schon beiden Vierzylindern tadellos und bei dem Sechszylinder durch innenbelüftete Scheiben vorn aufgewertet, sprechen für ein sehr hohes Maß an aktiver Fahrsicherheit. Dem Image des Zweisitzers hätte es gut getan, wenn er gleich so auf den Markt gekommen wäre. Erst jetzt erfüllt er jene Ansprüche, die an einen Sportwagen von BMW gestellt werden. Wer selbst damit nicht zufrieden ist, wird auch noch bedient: Gleichzeitig mit der Version 2.8 startet der M-Roadster, mit 3,2 Liter Hubraum und 321 PS.

Technische Daten
BMW Z3 2.8
Grundpreis 32.007 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4025 x 1740 x 1293 mm
KofferraumvolumenVDA 165 l
Hubraum / Motor 2793 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 141 kW / 192 PS bei 5300 U/min
Höchstgeschwindigkeit 218 km/h
Verbrauch 9,7 l/100 km
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