BMW Z4 sDrive 35i im Fahrbericht

Cabrio-Coupé: Aus zwei mach eins

Foto: Hersteller 27 Bilder

Der neue BMW Z4 ist kein traditionelles Cabrio mit Softtop mehr. Aus auch für das klassische Coupé. Als Ersatz dafür nur noch ein Modell mit vollautomatisch versenkbarem Hardtop.

BMW sieht die Sache ganz pragmatisch: „Der neue Z4 profitiert von den Möglichkeiten moderner Ingenieurskunst und interpretiert so die traditionellen Werte der BMW Roadster in faszinierender Weise neu.“ Die Hardcore-Fraktion aus den Reihen der bisherigen Z4-Kundschaft würde sagen: BMW hat den Pfad der Roadster- und Coupé-Tugend verlassen und passt sich opportunistisch dem Mainstream an. Wir behaupten: Die Reduzierung des Angebots von bisher zwei auf ein Z4-Modell vereinfacht die Herstellung am neuen Z4-Produktionsstandort Regensburg, bündelt das Angebot und erhöht damit die Chance auf einen größeren Marktanteil.

Neuer BMW Z4 mit faltbarem Hardtop 7:42 Min.

Der Z4 vereint unterschiedliche Philosophien

Wie sagte nämlich ein hochrangiger BMW-Repräsentant in Genf in sehr vertrauter Pose: „Der Erfolg des Mercedes SLK hat uns schon weh getan.“ So ist der Z4 ein Zweisitzer ganz im Sinne der SLK-Kultur, einer, der auf Knopfdruck die beiden so unterschiedlichen Philosophien - die des rauhen, wettergegerbten Roadsters auf der einen und die des knackig-kultivierten Sportcoupés auf der anderen - auf technisch fraglos geniale Weise miteinander verbindet. Binnen 20 Sekunden wird das jeweilige Alternativprogramm auf Knopfdruck aktiv.

Die neue zweiteilige Dachkonstruktion in Aluminium-Schalen-Bauweise, die sich elektrohydraulisch angetrieben Platz sparend im hinteren Verdeckfach zusammenfaltet, setzt dem Vernehmen nach mit ihren akustischen und aerodynamischen Eigenschaften Maßstäbe im Marktsegment - was freilich auch nicht anders zu erwarten war.

Das Cockpit wirkt geräumiger als bei den beiden Vorgängermodellen, die Sichtverhältnisse sind wegen der vergrößerten Fensterflächen besser. Der Stauraum im rückwärtigen Gepäckabteil hängt konzeptionsbedingt naheliegenderweise davon ab, ob die Animation der Roadster- oder der Coupé-Welt eingeschaltet ist. Im offenen Zustand sind es wegen der Dachmimik magere 180 Liter, im geschlossenen akzeptable 310 Liter Stauvolumen.

Die aufwendigere Technik, die bessere Aussicht und das üppigere Raumangebot - all das ist zusammen mit der anspruchsvollen Antriebstechnik - man ahnt es schon, nicht umsonst zu haben: Mit seinem Plus an Länge, Breite und Höhe legt der Z4 nicht nur im Raumangebot, sondern auch gewichtsmäßig ordentlich zu: Mit rund 1.600 Kilogramm übertrifft er die Vorgänger-Varianten Roadster und Coupé um jeweils rund 200 Kilogramm, sprich vier Zentner.

Ergebnis innovative Zukunftsarbeit

Das um eine Stelle hinterm Komma verbesserte Leistungsgewicht von nominell 5,2 Kilogramm pro PS ist im Falle der mit 306 PS stärksten Z4-Variante, des sDrive 35i, also ausschließlich auf den Leistungszuwachs zurückzuführen. Damit hat BMW den hehren Anspruch konterkariert, durch seine vielfältigen und gewissenhaften Leichtbau-Initiativen an Motorgehäusen, Fahrwerksteilen und Chassiskomponenten innovative Zukunftsarbeit geleistet zu haben. Der Luxus, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, kostet aber nicht nur Mehrgewicht, sondern könnte auch eine Fangemeinde vergraulen, die sowohl im bisherigen Z4 Roadster als auch im Z4 Coupé die legitimen Nachfahren der entsprechenden BMW-Heroen gesehen hat: Eine Motorsport-Karriere, wie sie der als legitimer Z4-Ahne hochstilisierte BMW 328 mit grandiosen Erfolgen absolvierte, wird dem aktuellen Z4 in dieser Form wohl oder übel versagt bleiben.

Absolut sporttauglich erscheinendes Gesamtpaket
 
Das muss die Karriere des nun mit bestechenden Variationskünsten aufwartenden Zweisitzers natürlich keineswegs behindern. Denn sowohl formal betrachtet als auch in Sachen technischer Brillanz gibt sich der Neue in seiner flüssigen und daher insgesamt erheblich leichter zu verstehenden Linienführung nicht den Hauch einer Blöße. Das außergewöhnlich hohe Maß an Durchdachtheit und Solidität bis ins kleinste Detail erzeugt spontan so viel Wohlgesonnenheit und Lust aufs Fahren, dass die beiden kernig bis verschroben und daher immer etwas gewöhnungsbedürftig auftretenden direkten Vorgänger fast schon in Vergessenheit geraten könnten. Anhand des auf unebener Fahrbahn nahezu erschütterungs- und vibrationsfreien Auftritts lässt sich schon bei der Offenfahrt leicht ablesen, dass es mit der stählerne Karosseriestruktur in puncto Stabilität zum Besten steht.
 
Sowohl hinsichtlich des Fahrkomforts als auch bezüglich der gebotenen Fahrdynamik sind spontan keine Hinweise darauf zu erkennen, dass auf der einen oder anderen Seite allzu große Kompromisse eingegangen werden mussten. Bestechende Agilität, hervorragende Traktion und die perfekte Abstützung der Karosserie summieren sich zu einem absolut sporttauglich erscheinenden Gesamtpaket, das die sprichwörtliche Freude am Fahren neu belebt. Den besten Joker aber hält der neue BMW Z4 in seiner stärksten Fassung unter der langen Motorhaube versteckt: Der geniale Antriebsstrang - bestehend aus dem bekannten, 306 PS starken Biturbo-Sechszylinder und dem neuen Doppelkupplungsgetriebe - ist schon deshalb eines der schönsten Geschenk, das man sich machen kann, weil es seine bestechend praktikable Leistungsentfaltung in ein akustisches Umfeld hüllt, das besser kaum hätte komponiert werden können.

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Technische Daten
BMW Z4 sDrive35i
Grundpreis 51.700 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4239 x 1790 x 1291 mm
KofferraumvolumenVDA 310 l
Hubraum / Motor 2979 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 225 kW / 306 PS bei 5800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Verbrauch 9,0 l/100 km
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