BMW Z4-Tuning

In Saus und Braus

Foto: Hans-Dieter Seufert

Dem Z4 verweigert BMW jenseits der serienmäßigen 231 PS die Leistung. Eine Art M Roadster gibt es nur vom Tuner. Mechanische Lader bringen den offenen Zweisitzer mit bis zu 335 PS in Wallung.

Natürlich gibt es diesen wunderbaren Dreiliter-Reihensechser im BMW Z4 mit 231 PS. Seidig, soundig und saftig. Doch es mangelt ihm am letzten Biss, am Quäntchen Schub, am kompromisslosen Einsatz. Es fehlt ein M Roadster.

Hier grätschen die BMW-Tuner AC Schnitzer, Breyton Design, G-Power und Infinitas ein. Und stellen ein M-Substitut zusammen. Es besteht aus einem serienmäßigen Z4, gespritet mit dem Destillat seiner Stärken: mehr Leistung, härteres Fahrwerk, stärkere Bremsanlage und größere Räder.

Tuner Infinitas setzt wie G-Power auf einen Radialverdichter mit dem Leistungsergebnis 335 PS bei beiden. AC Schnitzer klemmt dagegen einen so genannten Flügel-Rotationskompressor als Pressluftflasche vor den Motor. Breyton-Design setzt auf einen Turbinen-Kompressor. Resultat: Der AC Schnitzer leistet 295 PS, der Breyton 35 PS mehr.

Breyton mit Einschaltknopf für Kompressor

Der Kompressor von Breyton ist mittels Sportknopf zuschaltbar. Damit lässt sich der Z4 als Sauger fahren oder mit einer Art Turbo-Boost. Betätigt der Pilot den Schalter, macht der Breyton-Z4 einen Satz. Kein anderer Tuning-Z4 wuchtet die antrainierte Kraft so vehement auf die Straße.

Keiner dreht so grenzenlos. Und keiner degradiert den Serien-Dreiliter dank Vergleichsmöglichkeit so sehr zum Einstiegsmotor. Mit allen vier Motoren aber beschleunigt der Z4 nun auch so aggressiv, wie er bisher nur aussah.
Schnell sein können sie also alle. Langsam fahren dagegen nicht.

Ruckelnd verkünden Schnitzer und G-Power ihren Unwillen im Kolonnenverkehr. Es zieht sie hinaus aufs Land, den Kurven hinterher. Am besten auf die Rennstrecke. Hier fühlen sich alle vier am wohlsten, lassen sich kaum aus der Ruhe bringen.

Der Grenzbereich offenbart Unterschiede in der Abstimmung. So swingt der G-Power behände durch den engen Slalom, hält Zwiegespräch mit dem Fahrer. Deshalb ist er einfach zu beherrschen – und hier als Einziger schneller als der Serien-Z4.

Große Kreise fahren dagegen AC Schnitzer und Breyton auf dem ISO-Wedelkurs um den schon sehr flinken BMW Z4. Und immer noch kleine um ihre Konkurrenten G-Power sowie Infinitas, deren Karosserien sich am stärksten in den Wechselkurven verneigen.

Der Infinitas kommt einem M Roadster nahe

Mit der vergleichsweise komfortablen Abstimmung ist der Infinitas aber der König der Landstraße. Das Fahrwerk spricht gut auf Bodenwellen an, die Karosserie bleibt ruhig.

Die gleichen Unebenheiten bringen den G-Power völlig aus dem Konzept. Bei hohem Tempo versetzt er, zackt, will auf Kurs gehalten werden.
Auch der Schnitzer benötigt Aufsicht. Wie ein Suchhund schnüffelt er jeder Rille nach, muss an der kurzen Leine gehalten werden. Immerhin springt und bockt er nicht.

Als Einziger vertraut Breyton auf die serienmäßigen Stoßdämpfer und setzt die Karosserie nur mittels kurzer Federn tiefer. Damit verstärkt sich lediglich das Z4-Naturell: Er läuft Spurrillen stärker nach, die Hinterachse katapultiert bei groben Wellen heftiger.

Leistungssteigerung und Sportfahrwerk sind im Alltag reizvoll. Die Kombination von Infinitas kommt dabei einem M Roadster schon sehr nahe.

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