Buick Rendezvous

Der allradgetriebene Siebensitzer Buick Rendezvous vereinigt die Vorzüge von Limousine, Minivan und Geländewagen in einem einzigen Auto.

Wenn sich eine Limousine, ein Minivan und ein allradgetriebener Sport Utility ein Stelldichein geben, ist dies ein amerikanisches Rendezvous – ein Buick Rendezvous.

Die Mischung macht’s. Crossover heißt zurzeit in den USA das Zauberwort im Automobilbau. Man braucht nur bekannte, aber unterschiedliche Konzepte zu mixen, und schon entsteht eine bislang noch nie da gewesene Kreation. Der Rendezvous gehört dazu. Und die Marke Buick, innerhalb von General Motors hinter Cadillac für Gediegenes zuständig, hat solch eine neue Mixtur auch bitter nötig. Denn die Buick-Käufer sind so alt, dass sie wegzusterben drohen. Und Nachwuchs ist für Buick nicht in Sicht.

Die US-Autopresse, der eigenen Industrie gegenüber sonst eher gnädig gestimmt, unkt denn auch schon, dass es für GM vernünftiger gewesen wäre, das Label Buick friedlich entschlafen zu lassen, anstatt Oldsmobile den Todesstoß zu versetzen. Doch mit dem Rendezvous zeigt Buick, dass man nicht gewillt ist, den Kampf um eine jüngere Klientel freiwillig aufzugeben.

Die Vorzeichen stehen freilich nicht günstig, weil das zuvor lancierte Schwestermodell Pontiac Aztec von der US-Öffentlichkeit als "Design-Ausrutscher" des Jahres abgestempelt wurde, im Verkauf floppte und schon wenige Monate nach dem Start das erste Facelift abzusehen ist.

Doch der ebenfalls hochbeinig daherkommende Buick Rendezvous entspricht eher dem US-Geschmack – Europäer würden sich angesichts des auf dem Kühlergrill platzierten Plastikemblems mit der Qualitätsanmutung eines Kinderfaschingordens mit Grausen abwenden.

Im Inneren des 4,74 Meter langen Buick erblickt man ein Raumkonzept, das dem des Opel Zafira ähnelt. Die insgesamt sieben Sitzplätze sind auf drei Reihen verteilt. Die zwei mittleren Einzelsitze lassen sich umklappen, die hintere Bank kann zu einer ebenen Ladefläche gefaltet werden.

Auch die Mittelkonsole entpuppt sich als Wundertüte: Sie beherbergt eine Zwölf-Volt-Steckdose, zwei Cupholder sowie Staufächer für Münzen, CDs und ein Notebook. Der Clou im Cockpit: Zusätzlich zur Anzeige im Rund-Tacho wird die Geschwindigkeit per Head-up-Display in die Windschutzscheibe gespiegelt.

Das Fahrgefühl orientiert sich am American way: Die hohe Sitzposition und die großen Glasflächen ermöglichen eine gute Rundumsicht, die nur schräg hinten durch die breite C-Säule eingeschränkt ist. Die Fondinsassen haben nach vorn einen guten Ausblick, weil der Sockel ihrer so genannten Stadionsitze von Reihe zu Reihe nach hinten ansteigt.

Die Sitze sind bequem, und auch der Federungskomfort ist gefällig. Schwachpunkte des Viertürers mit Heckklappe sind der große Wendekreis – was aber in den USA keine Rolle spielt – und der Antrieb: ein 3,4-Liter-V6 mit Viergang-Automatik. Die Maschine leistet 188 PS bei 5.200/min und entwickelt ein maximales Drehmoment von 285 Nm bei 4.000 Touren. Gekoppelt mit dem hydraulikgesteuerten Allradantrieb Versatrak, der Aufpreis kostet und mit 90 Kilogramm Mehrgewicht belastet, tut sich der raue und schwachbrüstige Sechszylinder schwer, den Buick auf Trab zu bringen.

Die träge und ellenlang übersetzte Vierstufen-Automatik verstärkt noch den Eindruck ausgeprägter Schlappheit. Zügig bewegt sich hier nur die Tankanzeige.

Ob sich mit solch einem kraftlosen Motor die gut verdienenden 35- bis 49-Jährigen anlocken lassen? Buick hat da wohl selber Zweifel.

Denn als schlagkräftigstes Argument führt die Marketing-Abteilung von Buick nicht das Auto, sondern quasi den Tiger im Tank an: den Sponsorvertrag mit Golf-Superstar Tiger Woods.

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