Cadillac CTS

Die US-Oberklassemarke Cadillac geht mit dem CTS auf Schlag- distanz zu BMW, Audi oder Mercedes.

Der CTS tritt auf, wie niemals ein Cadillac zuvor: mit kurzen Überhängen, kraftvoll ausgestellten Radhäusern in einer scharf konturierten Karosserie, die mit nach vorn abfallender Motorhaube und hohem Heck mehr europäische und japanische Proportionen aufweist denn typisch amerikanische. Senkrechte Leuchteneinheiten vorn und hinten verleihen dem CTS eine hohe Eigenständigkeit. Für Cadillac typische Designelemente sind die kräftige C-Säule, der Lamellenkühlergrill und das breite Leuchtenband in der zum Spoiler ausgeformten Heckabrisskante. Die scharfen Kanten setzen Akzente, die sich auch beim Interieur-Design wiederfinden, wo die Anmutung von mattem Hartplastik und Softtouch-Materialien an europäische Premiummodelle jedoch noch nicht heranreicht. Anders sieht es da bei der Außenlänge aus: Mit 4,83 Meter Länge misst der CTS sogar gut fünf Zentimeter mehr als ein Fünfer-BMW. Und auch sein Radstand fällt mit 2,88 Metern länger aus.

Fahrwerk teilweise aus Aluminium

Das Fahrwerk des Cadillac CTS besteht vorn aus Dreiecksquerlenkern und Federbeinen. Hinten kommt eine Fünflenker-Konfiguration (Schräg- und Querlenker) zum Einsatz. Vorn wie hinten sind Querstabilisatoren und Teleskopdämpfer vorgesehen. Die Hinterradaufhängung ist zur besseren Geräuschisolation über einen Fahrschemel von der Karosserie abgekoppelt. Ein hydraulischer Niveauausgleich gleicht unterschiedliche Beladungszustände aus. Das Fahrwerk ist teilweise aus Aluminium gefertigt. Die aus den größeren Cadillac-Modellen bekannte elektronisch gesteuerte Fahrdynamikregelung StabiliTrak wirkt im CTS erstmals auf alle vier Räder und dürfte in den Europa-Versionen zur Serienausstattung gehören. Bei Bedarf lässt sie sich über einen Schalter im Handschuhfach deaktivieren.

Motoren mit 218 oder 185 PS

In den USA wird der CTS mit dem 3,2-Liter-V6-Aggregat angeboten, das im aktuellen Omega zum Einsatz kommt. In Europa und Japan kann auch ein 2,6-Liter-V6, ebenfalls von Opel, geordert werden. Die Motoren leisten im CTS 218 PS beziehungsweise 185 PS, jeweils bei 6000/min.

Premiere im Cadillac: manuelles Fünfgang-Schaltgetriebe

Bei der Wahl des Getriebes bricht Cadillac mit einer alten Tradition: Neben der Fünfgang-Automatik ist nämlich auch ein manuelles Schaltgetriebe im Angebot, das mit beiden Triebwerken kombiniert werden kann. Erstmals in einem GM-Fabrikat im Einsatz ist eine adaptive Fünfgang-Automatik. Sie entsteht in einem GM-Werk bei Strassburg und findet sich bisher ausschließlich in den BMW-Modellen der Fünfer-Reihe und des X5 wieder. Die elektronisch gesteuerte Schaltung mit den Programmen Normal und Sport agiert nahezu ruckfrei. Allerdings verzichtet Cadillac auf die Shift-Funktion für die manuelle Einflussnahme.

Bequeme Sitze

Im Innenraum warten auf Fahrer und Beifahrer bequeme, elektrisch einstellbare Sitze. Das nur in der Höhe justierbare Multifunktionslenkrad könnte dagegen einen handlicheren Durchmesser haben und würde auch dann nicht die Rundinstrumente verdecken, die im Alu-Look gehalten sind. Außerdem lenken die wabenförmig gestalteten Lüftungsgitter im Armaturenträger die Luftströme zielgerichtet. Auch im Fond herrscht gute Laune – vorausgesetzt, es nehmen dort nicht mehr als zwei Personen Platz. Die finden dann erfreulich viel Bein- und Kopffreiheit vor und in gut konturierten Sitzen festen Halt.

Handling-Eigenschaften liegen auf europäischem Niveau

Für große Überraschung sorgte ein erster Fahreindruck auf der Nordschleife des Nürburgrings: Niemals zuvor wirkte ein Cadillac verwindungssteifer und folgte dem Fahrerwillen so gehorsam. Kernig dreht der 3,2-Liter-V6 hoch und nimmt über 3500 Touren einen seidigen Sound an. Dabei hängt er sehr gut am Gas. Und die Lenkung setzt selbst kleine Richtungsänderungen unter Last feinsinnig um. Erst bei hohen Geschwindigkeiten lässt ihre Zielgenauigkeit nach. Der leicht untersteuernde Hecktriebler wirkt niemals nervös und bewahrt Spurtreue. Die kräftig zupackenden, aber keineswegs harten Bremsen komplettieren den Eindruck, mit dem CTS eine sportliche Limousine zu fahren, die den Vergleich mit europäischen und japanischen Autos nicht scheuen muss. Erstaunlich ist auch, wie überzeugend die Premiere des manuellen Fünfganggetriebes ausfällt. Es ist leichtgängig, und die relativ kurze Übersetzung der ersten vier Gänge sorgt für direkte Anschlüsse bei flotter Fahrt. Bei der Version mit Fünfgang-Automatik teilt sich die Qualität über einen sehr hohen Schaltkomfort mit.

Fazit: In jedem Fall hat der CTS das Zeug dazu, die Sonne von Cadillac erstmals auch über Europa aufgehen zu lassen. Angeboten wird er hier ab Frühsommer 2002, zu Preisen um 80.000 Mark.

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