Citroën C4 2.0i 16V VTS im Fahrbericht

Anders- Statement

Foto: Uli Jooß 11 Bilder

Der Citroën C4, erster Kompaktwagen mit Spurassistent und Parfümspender, soll formal und technisch Duftmarken in der Golf-Klasse setzen und die Konkurrenz aufmischen. Als Coupé gelingt es dem Xsara-Nachfolger besonders gut.

Die Auto-Welt steht Kopf: Nicht die Sicherheitsgurus von Mercedes haben das erste Serienauto mit Spurassistent auf den Markt gebracht, sondern die bislang eher belächelten Gallier von Citroën – im Mittelklasse-Modell C5.

Nun schickt sich die PSA-Marke an, mit dem Xsara-Nachfolger C4 die Kompakt-Klasse aufzumischen. Denn die neue Baureihe, die aus einer viertürigen Schrägheck-Limousine und einem zweitürigen schnittigen Coupé besteht, weckt Erinnerungen an die Blütezeit von Citroën, als avantgardistische Technik und extravagantes Design den Doppelwinkel prägten.

Die Botschaft des C4: Seht her, Citroën ist zurück – mutiger und fortschrittlicher als zuvor. Firmengründer André Citroën wäre stolz darauf. Der französische Golf-Gegner macht zunächst optisch auf sich aufmerksam. Speziell das Coupé wirkt schon im Stand sehr dynamisch. Auffallend ist vor allem das kecke Heck mit großzügiger Verglasung, die als Nebeneffekt eine nicht zu übertreffende Sicht nach hinten ermöglicht.

Dass der C4 auf der Plattform des Peugeot 307 basiert, wird für den Kunden an keiner Stelle spürbar. Alles Seh- und Fühlbare ist einzigartig Citroën. Dazu wartet der C4 mit Ausstattungsdetails auf, die es beim 307 wie auch bei vielen anderen Konkurrenten nicht gibt.

Den für 590 Euro lieferbaren Spurhalte-Assistenten beispielsweise hat in dieser Klasse sonst gar keiner zu bieten. Das infrarotgesteuerte System warnt jenseits von 80 km/h durch Vibrationen in der jeweiligen Hälfte des Sitzkissens vor dem Überfahren der seitlichen Begrenzungslinien – falls zuvor nicht der Blinker gesetzt wurde.

Richtig dufte dürften Wunderbaum- Fans den Parfüm- Spender finden. Er ist beim Citroën-Händler als Kartusche in neun Duftnoten – unter anderem Bambus, Minze, Lavendel, Vanille oder Lotus – erhältlich und wird neben dem Luftausströmer in die Mittelkonsole gesteckt. Die Geruchsintensität lässt sich über ein Rändelrad regulieren. Zwei Patronen kosten zehn Euro; die Haltbarkeit einer Kartusche soll etwa einen Monat betragen.

Eine andere Geschmackssache ist das Multifunktionslenkrad. Die Besonderheit: Beim Drehen des Kranzes bleibt die Nabe stehen. Das soll ein definiertes Aufblasen des Airbags unabhängig vom Lenkradeinschlag gewährleisten, weshalb auch ein besonders großer Luftsack installiert werden kann. Das mag der Sicherheit dienen, aber die Bedienung ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn es sind zu viele Knöpfe und Rädchen in die Nabe integriert, und die Hupe trifft man erst nach mehrfachen Fehlschlägen.

Cleverer wurde die Instrumentierung gelöst. Der gelbe Drehzahlmesser sitzt oben in der Lenkradnabe und färbt sich signalrot, wenn der Motor an den Begrenzer dreht. Das digitale Zentralinstrument ist mittig auf der Armaturentafel und damit nicht direkt im Blickwinkel des Fahrers angeordnet, bietet aber messerscharfe Ablesbarkeit. Der Trick: Sein Display ist transparent und schärft den Kontrast abhängig vom Umgebungslicht selbsttätig nach.

Zur Serienausstattung aller C4 gehören Airbags rundum, ESP, ABS mit Bremsassistent, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, höhenverstellbarer Fahrersitz und Tempomat. Die teureren Versionen bringen Klimaanlage, CD-Radio, Alufelgen, Lederlenkrad, Bixenon- Kurvenscheinwerfer, Reifendruck- Kontrolle und elektronische Einparkhilfe mit.

Doch egal, wo man Platz nimmt: Wohlfühlen ist angesagt. Der Raumeindruck ist prima, dank langem Radstand (2.608 Millimeter) auch hinten, wohin man sogar beim Coupé ohne große Körperverrenkungen gelangt. Die Sitze passen gut, die Lenkkräfte sind nicht zu hoch, es klappert nichts, und die Materialien wirken hochwertig. Hinter den Kulissen stören aber unsauber verlegte Teppiche, und nach dem Vorklappen der Rücksitzflächen sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa: Da liegen Kabelstecker und Drahtgeflechte blank.

Auch die Sicht nach vorn über die besonders leichte, weil aus Aluminium gefertigte Motorhaube könnte besser sein. Zudem stören je nach Sonnenstand Armaturenreflexionen in der Windschutzscheibe.

Andererseits verwöhnt der C4 selbst in der am straffsten abgestimmten Version (VTS Coupé) mit angenehmem Federungskomfort und – bis auf ein Zischeln um die A-Säule – niedrigem Geräuschniveau. Der 177 PS starke Topmotor ist jedoch ein Papiertiger und entbehrlich. Viel besser zum C4-Charakter passen die HDi-Turbodiesel mit 109 und 136 PS, die mit Partikelfilter ausgerüstet sind und die Euro 4-Norm erfüllen.

Mit 13.790 Euro für das Basismodell ist der C4 so attraktiv gepreist wie kaum ein anderes neues Auto dieser Klasse. Das ist auch nötig, denn mit nur 0,8 Prozent Marktanteil hat Citroën Deutschland im Golf-Segment noch enormen Nachholbedarf.

Als Kombi wird es den C4 nicht geben, weshalb der Xsara Break weiter gebaut wird. Der Kompaktvan Picasso indes kommt 2006 in neuer Form – dann auch gleich in zwei Versionen mit fünf und sieben Sitzen.

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Technische Daten
Citroën C4 2.0i 16V VTS
Grundpreis 23.790 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4273 x 1769 x 1458 mm
KofferraumvolumenVDA 314 l
Hubraum / Motor 1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 130 kW / 177 PS bei 7000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 227 km/h
Verbrauch 8,4 l/100 km
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