Fahrbericht Citroën C4 Cactus

Genügsamer Pragmatiker unter den Crossovern

Citroën C4 Cactus, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 17 Bilder

Der Name des Citroën C4 Cactus lädt nicht zwingend zum Nahkontakt ein. Wir prüfen natürlich trotzdem, was hinter der stacheligen Vokabel steckt.

Ein genügsamer, unverwüstlicher, auf das Wesentliche reduzierter Citroën? Hm, vielleicht eine Ente? Nicht in diesem Fall: Hier geht es um den Citroën C4 Cactus. Auf den ersten Blick gleichsam ein ungewöhnlicher Name wie ein interessantes Konzept. So stammt die Bezeichnung laut Designer Mark Lloyd von einer der ersten Skizzen, als das Auto noch rundum von grellen LED gesäumt wurde, welche die Umgebung wie Stacheln auf Abstand halten sollten. Viel ist davon in der Serie nicht mehr übrig geblieben. "Passend ist der Name dennoch", ist er sich sicher.

Citroën C4 Cactus, Frontansicht
Fahrbericht Citroën C4 Cactus 3:07 Min.

Citroën C4 Cactus mit hohem Nutzwert und niedrigem Preis

LED gibt es jetzt nur noch im Tagfahrlicht an der Front, und die Leuchtstachel sind großen Aufprallschützern (Airbumps genannt) gewichen, "welche die Flanken des Cactus vor seiner aggressiven Umwelt schützen sollen", wie Lloyd erklärt. Kleinere Rempeleien soll der Citroën C4 Cactus locker wegstecken können, und falls es doch einmal etwas heftiger zuginge, ließen sich die Luftpolster ohne großen Aufwand austauschen. "Klare Entwicklungsziele waren Gewichtseinsparung, niedriger Preis und hoher Nutzwert. Da mussten wir uns von einigen nicht zwingend notwendigen Dingen verabschieden", sagt Lloyd. Folgen dieser Kur sind die einteilig klappbare Rückbank, die nahezu sickenfreie Außenhaut und die Ausstellfenster im Fond. Das spart Geld und Gewicht.

Crossovermodell bietet viel Platz

Allein bei den Fenstern sollen laut Citroën acht Kilogramm gespart worden sein. Durch den Einsatz von Aluminium und hochfestem Stahl soll sich das Leergewicht des Citroën C4 Cactus sogar um bis zu 200 Kilogramm reduziert haben, sodass das Basismodell nur noch 1.040 Kilogramm auf die Waage bringt. Vergeblich sucht man auch nach einem Rollo für das große Panoramadach (490 Euro) im Testwagen. "Stattdessen haben wir das Glas einfach getönt. Das spart mindestens fünf Kilogramm", so der Designer. Wo man nicht verzichten wollte, wurden Alternativen gesucht. Um beispielsweise im Cockpit Platz für ein extragroßes Handschuhfach zu schaffen, wanderte der Beifahrer-Airbag unters Dach.

Die Platzverhältnisse sind großzügig, die Sitze vorn wie hinten bequem und die Materialien gut verarbeitet. Details wie Türgriffe im Look von Ledergurten oder Beschläge wie von alten Koffern werten den Innenraum auf und bringen gemütliches Reiseflair. Das Cockpit des Citroën C4 Cactus ist übersichtlich strukturiert und bewusst luftig gehalten.

Angetrieben wird der Citroën C4 Cactus von einem Dreizylinder-Benziner (75 oder 82 PS) und einem Vierzylinder-Turbodiesel (92 oder 99 PS). Letzterer lockt als Blue HDi 100 in der Airdream-Feel-Variante (ab 20.140 Euro) mit einem Normverbrauch von nur 3,1 Litern auf 100 Kilometern. Für ordentlich Vortrieb ist dennoch gesorgt. 254 Nm Drehmoment lassen den Cactus mit Euro-6-Diesel in 10,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer sprinten.

Für den individuellen Auftritt stehen neben vier Farbvarianten der Airbumps auch unterschiedliche Lackierungen für die Dachreling zur Wahl. Angeboten wird der Citroën C4 Cactus in den vier Ausstattungslinien Start, Live, Feel und Shine zu Preisen ab 13.990 Euro. ESP, sechs Airbags, Radio und Touchscreen sind immer Serie. Größere Räder und das Navigationspaket samt Web-Anbindung und Jukebox gibt es erst bei den teureren Feel-Modellen (ab 16.290 Euro). So richtig genügsam ist der Cactus damit zwar nicht mehr, ein Pragmatiker bleibt er dennoch.

Fazit

Komfortabel, praktisch und genügsam - Hurra, wieder ein richtiger Citroën. Mutig und schräg, mit sehr eigenständigem Auftritt und cleveren Detaillösungen. Damit dürften dem Citroën C4 Cactus zumindest die Herzen der automobilen Avantgarde zufliegen. Mal sehen, ob es auch reicht, um die Konkurrenz in der Klein- und Kompaktwagenklasse zu pieksen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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