Daewoo Nubira 1.8 CDX im Fahrbericht

Vier Türen und viel Platz

14.390 Euro etwa sind relativ viel Geld. Wenn es für dieses Geld aber ein ordentliches Auto mit vier Türen und viel Platz gibt, ist das relativ preiswert. Den Daewoo Nubira zum Beispiel. Ein Fahrbericht.

In der günstigsten Version 1.6 SE kostet der Nubira gerade mal 14.390 Euro. Dafür bekommt man eine Kompaktlimousine, die immerhin 4,50 Meter auf die Straße bringt. Und die schon ziemlich komplett ausgestattet ist. In der Aufpreis-Liste finden sich gerade noch Metallic-Lackierung (350 Euro) und elektrisches Glas-Schiebedach (700 Euro) – Isofix-Befestigungen und Seitenairbags zum Beispiel sind Serie. Wer sich bei den deutschen Herstellern umsieht, wird an vergleichbaren Autos allenfalls auf den VW Bora stoßen – aber der kostet schon in der günstigsten Ausführung rund 3.000 Euro mehr. Wer bei Daewoo mehr will als die Nubira-Grundversion, der legt 16.550 Euro hin und bekommt den 1.8 CDX – inklusive ABS, Traktionskontrolle, Regensensor, Lederlenkrad, Handschuhfach mit Kühlbox und mehr. Als einzig aufpreispflichtiger Posten dazu kommt die Vier-Stufen-Automatik für 1.400 Euro.

Klassische Stufenheck-Limousine

Seit acht Monaten gehört der koreanische Autobauer zum GM-Konzern. Der Nubira ist der erste Daewoo, der von der Zusammenarbeit profitiert. Das sieht man auf den ersten Blick. Pininfarina hat dem Nubira eine klassische Stufenheck-Karosserie geschneidert: keilförmige Seitenlinie, hohes Heck und dynamisch geschnittene Front. Kein Hingucker – aber auch nichts, wegen dem man sich schämen müsste. Ohne Schnörkel und solide. Etwas bieder, ja, aber familienfreundlich und alltagstauglich.

Der äußere Eindruck setzt sich innen fort: Alles da, was man so braucht. Drei Rundinstrumente im Blick des Fahrers, eine übersichtliche Zahl an Hebeln und Schaltern, die sich gut erreichen lassen, eine Klimaanlage, die zur Bedienung kein abgeschlossenes Hochschulstudium verlangt. Die kleinen Dinge finden in zahlreichen Ablagen reichlich Platz, die Sitze okay und auch in Höhe und Neigung verstellbar. Alles wirkt wertig aber nicht überzogen. Mit der ein oder anderen Ausnahme: Der Kunststoff an den Türablagen etwa ist ein wenig arg dünn und wackelig geraten, die Walnuss-Holz imitierende Verkleidung im CDX Geschmacksache, die Fußmatten sind fummelig befestigt, einzelne Elemente wie die elektrische Rückspiegel-Verstellung wirken wie aus dem Baukasten gezogen und drangepappt. Aber bei dem Preis lässt sich damit sicher leben.

Alle unter einem Dach

Das gilt auch für den Motor. Die 122-PS-Maschine im 1.8 CDX stammt von der australischen GM-Tochter Holden. Sie bringt den Wagen auf 194 km/h Spitze (Schaltgetriebe), ist jenseits der 120 km/h etwas laut und bringt gegenüber dem 109 PS starken 1,6-Liter-Motor eigentlich keine wirklichen Vorteile. Die Automatik ist ein wenig zappelig aber sonst okay. Und die Abstimmung des Fahrwerks straff und „europäisch“. Mit Querrillen kommt es gut zurecht, bei Schlaglöchern und Gullydeckeln poltert es ein wenig.

Dass Daewoo vom Nubira ganz ordentliche Stückzahlen verkaufen wird, dürfte nicht nur am Kampfpreis liegen: Seit Daewoo zu GM gehört, werden die Autos aus Korea ganz anders vermarktet. Daewoo steht verkaufsfördernd in den Showrooms von immer mehr Opel-Händlern. Das Konzept geht offensichtlich auf: Schon jetzt weisen die Verkaufszahlen steil nach oben.

PS: „Nubira“ ist koreanisch und bedeutet so viel wie „um die Welt fahren“.

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Technische Daten
Daewoo Nubira 2.0 CDX
Grundpreis 16.300 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4495 x 1700 x 1430 mm
KofferraumvolumenVDA 434 bis 776 l
Hubraum / Motor 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 93 kW / 126 PS bei 5400 U/min
Höchstgeschwindigkeit 194 km/h
Verbrauch 8,6 l/100 km
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