Daihatsu D-Compact

Jagd-Wagen

Foto: Reinhard Schmid 9 Bilder

Mit frischem Elan nimmt mit dem D-Compact die zweite Auflage des Allradlers Daihatsu Terios preisbewusste Kompakt-SUV-Kunden ins Visier.

Sie sind Budgetist der unteren Mittelklasse mit dem Wunsch nach höherer Individualität, haben eine junge freizeitaktive Familie oder sind gar weiblich? Dann stehen Sie ganz oben auf der Daihatsu-Wunschliste. Als potenzieller Kunde des momentan noch als „D-Compact 4_4“ firmierenden Kompakt-SUV mit permanentem Allradantrieb und Platz für fünf. Ab März 2006 geht der Nachfolger des Terios auf die Pirsch.

Und obwohl er diesen mit 4,10 Meter Länge um 23 Zentimeter übertrifft, soll der Neue talentiert durch den Stadtverkehr huschen, engen Parklücken nachjagen – und sich zur Not auch mal kompetent in die Büsche schlagen. Dafür wappnet ihn der vom Vorgänger übernommene Allradantrieb. Mit mechanischem Mittendifferenzial und frontbetonter Momentenverteilung auf der Straße unauffällig, erlauben der auf Knopfdruck abrufbare starre Durchtrieb (Verhältnis 50:50), 20 Zentimeter Bodenfreiheit sowie kurze Überhänge vorn und hinten trittfeste Auftritte auf glitschigem Parkett. Selbst eine Bergabfahrhilfe ist an Bord.

Okay, der Plastik-Unterfahrschutz dürfte in Furchen oder an felsigen Anstiegen tiefschürfende Erfahrungen machen – den zünftigen Abtransport von mittelgroßen Jagdstrecken oder Grünschnitt aus dem abgelegenen Schrebergarten bekommt der Daihatsu aber lässig hin.

Vor allem, wenn die auf Zug an einer Schlaufe um- sowie hochklappbare Rücksitzbank dem Ladegut Platz macht. Passagiere genießen ebenfalls ordentliche Platzverhältnisse vorn und hinten.

Obwohl der D-Compact etwas niedriger als sein Vorgänger ausfällt, bietet er Kopffreiheit wie ein Großer. Groß gewachsene Mitfahrer wünschen sich hinten jedoch weiter ausziehbare Kopfstützen an der neigungsverstellbaren Lehne. Vorn zeigt sich dann, warum Daihatsu-Modelle gern von der 50-plus-Klientel genommen werden: verrenkungsfreier Einstieg, aufrechte Sitzposition, einfache Bedienung und praxisgerechte Ablagen sind serienmäßig. Ebenso wie das selbst von Menü-Legasthenikern auf Anhieb beherrschbare CD-Radio. Motor- und komfortseitig sollte man nicht zu viel erwarten.

Der 1,5-Liter-Benziner mit variabler Ventilsteuerung macht mehr durch kehliges Vierzylinder- Krähen als schwungvollen Vortrieb auf sich aufmerksam, während das straff abgestimmte Fahrwerk mit Starrachse hinten Unebenheiten trocken-rustikal weitergibt. Angesichts des avisierten Einstiegspreises von rund 18 000 Euro für den serienmäßig mit elektronischem Stabilitätsprogramm und vier Airbags ausgestatteten Daihatsu dürften preisbewusste Kunden den zähen 105-PS-Benziner aber in Kauf nehmen. Oder gleich auf den in den Daihatsu-Labors bereits leise nagelnden Zweizylinder-Zweitakt- Diesel warten.

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