Der diskrete Charme der Bourgeoisie

Mit elegantem Design, besserem Platzangebot und erweiterter Motorenpalette geht das neue Mercedes CLK Coupé an den Start. Erstmals im Programm ist ab Herbst ein Fünfzylinder-Diesel.

Mit dem CLK-Modellwechsel entschärft Mercedes die Konkurrenzsituation im eigenen Haus. Denn dem viel billigeren, jugendlich-dynamischen Sportcoupé – ebenfalls auf C-Klasse-Basis – setzt der neue CLK den Reiz eines klassisch-eleganten Stufenheck-Designs sowie stärkere Motoren und eine verbesserte Ausstattung entgegen. Dazu betonen rundum gewachsene Abmessungen und subtile Chromzier die formale Nähe zum großen Bruder CL.

Gegenüber dem Vorgänger fällt besonders das filigrane, nach hinten verschobene Dach auf. Zudem kommen neben den doppelten Scheibenwischern auch die automatischen Gurtbringer und die voll versenkbaren Seitenscheiben früherer Coupés wieder zum Einsatz. Das weitgehend neu gestaltete Cockpit nimmt nur wenige Anleihen (Mittelkonsole, Instrumente) bei C- und E-Klasse. Funktionalität und Qualitätseindruck sind gut.

Positiv für die Insassen ist der Größenzuwachs. Fahrer und Beifahrer genießen auf den gut ausgeformten Sitzen viel Bewegungsfreiheit, und mit dem spürbaren Plus an Bein- und Kopfraum im Fond können dort nun Personen bis etwa 1,75 Meter Länge gut leben.

Doch bei Coupés zählt ohnehin weniger der Nutzwert als die Freude am Fahren, und dafür bürgt eine attraktive Motorenpalette: Neben dem Volumenmodell CLK 320 (Preis: 38.650 Euro), dem kleineren V6 im CLK 240 (32.950 Euro) und dem ersten Benzin-Direkteinspritzer der Marke (200 CGI, Preis: 31.400 Euro) scheint nun auch im CLK die Zeit reif für einen High-Tech-Diesel. Im Herbst kommt der bekannte Fünfzylinder im CLK 270 CDI (33.500 Euro) zum Einsatz.

Keine schlechte Wahl, wie sich bei ersten Testfahrten herausstellte. Mit kultiviertem Lauf und bärigem Durchzug passt das drehmomentstarke Triebwerk ebenso gut zum komfortablen Charakter des Coupés wie die optionale Automatik (Aufpreis: 2007 Euro), die weich schaltet und das kleine Turboloch überspielt. Das Verbrennungsgeräusch tritt schon bald nach dem Kaltstart hinter der Begleitkulisse zurück, die unter den rahmenlosen Seitenscheiben nicht hörbar leidet.

Hier zu Lande traut man dem CLK 500 (48.300 Euro) mehr zu als dem bisherigen 430. Denn was der bewährte Fünfliter-V8 samt serienmäßigem Automatikgetriebe an Antriebsperfektion bietet, geht weit über das in dieser Klasse übliche Maß hinaus. 306 PS und 460 Nm Drehmoment machen aus dem nominell 1660 kg schweren Viersitzer ganz nach Temperament einen souveränen Cruiser oder einen talentierten Sprinter. Mit dem gewichtigen Trumm auf der Vorderachse wirkt der CLK zwar nicht ganz so leichtfüßig wie ein Dreier-BMW, aber Agilität und Kurvenfreude haben durch die exakte Zahnstangenlenkung und das neu abgestimmte Fahrwerk der C-Klasse klar gewonnen. Allerdings bedeuten die serienmäßigen 17-Zoll-Räder mit Mischbereifung Einbußen beim ansonsten überzeugenden Federungskomfort. Denn trotz aller hinzugewonnenen Dynamik ist auch der neue CLK kein Sportwagen, sondern ein kultiviertes Coupé für den gepflegten Lebensstil.

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