Der neue Primera schlägt aus der Art

Mit der dritten Generation des Mittelklassemodells Primera will Nissan im kommenden Frühjahr in ein neues Designzeitalter starten.

In der Tat schlägt der neue Primera stilistisch ziemlich aus der Art – die Designer im europäischen Nissan-Designzentrum Geretsried südlich von München haben hier mit Avantgarde-Motiven gespielt, die die bisherige Primera-Familie im Wortsinne alt aussehen lässt.

Easy Control System: 50 Prozent weniger Schalter und Hebel inklusive Rückfahrkamera

Im Innenraum fallen die zentral angeordneten Rundinstrumente sofort ins Auge, ebenso der Mittelkonsolenturm. Ähnlich dem BMW-System iDrive beherbergt die zentrale Einheit das so genannte „Easy Control System“ samt Kontroll-Joystick zur Steuerung aller Funktionen für Audio, Fahrerinformation, Mobiltelefon und Navigation. Ein bis zu 18 Zentimeter großes Multifunktions-Display zeigt, was gerade angesagt ist. Damit verschwinden 50 Prozent aller bisher vorhandenen Schalter und Hebel.

Außerdem neu in dieser Klasse: das Display überträgt je nach Ausstattung auch das Bild einer Rückfahrkamera, die oberhalb der hinteren Kennzeichenbefestigung installiert ist und sich beim Einlegen des Rückwärtsgangs automatisch einschaltet.

Eine weitere technische Innovation hält mit dem „intelligenten“ Tempomaten ICC (Intelligence Cruise Control) Einzug in diese Fahrzeugklasse. Das System stützt sich auf einen in der Frontpartie installierten Infrarotlaser-Sensor, der den Abstand zu vorausfahrenden Autos misst. Einmal aktiviert, reagiert das ICC elektronisch kontrolliert durch Motorsteuerung und Bremseingriff auf wechselnde Verkehrsverhältnisse.

Zwei Benziner und ein Common-Rail-Diesel stehen zur Auswahl

Ohne große Überraschungen präsentiert sich auch die Motorenpalette. Zur Wahl stehen ein weiterentwickelter 1,8-Liter-Benziner (85 kW/ 116 PS mit Fünfganggetriebe oder optional Vier-Stufen-Automatik), ein neuer, mit zwei Ausgleichswellen ausgerüsteter 2,0-Liter-Benziner (103 kW/ 140 PS mit Sechsganggetriebe oder optional Hypertronic-CVT-M6) sowie ein 2,2-Liter-Common-Rail-Turbodiesel (93 kW/ 126 PS; Sechsganggetriebe). Der 1,6 Liter Benziner wird in Deutschland vorerst nicht angeboten. Besonders der 2,0-Liter mit stufenlosen CVT-Getriebe sowie das durchzugskräftige Dieselaggregat wussten bei ersten Testfahrten zu überzeugen.

Von der agilen Seite zeigt sich das überarbeitete Fahrwerk. An der Vorderachse kommt eine weitgehend neu konstruierte Federbeinachse mit unteren Dreiecksquerlenkern und höher platzierten Querlenkern zum Einsatz. Ein Hilfsrahmen mit einer neuen schwingungsabsorbierenden Lagerung soll zudem für die akustische Entkoppelung von Fahrwerk und Karosserie sorgen. Die gesamte Konstruktion fällt vier Kilo leichter aus als beim Vorgänger, was eine Reduzierung der ungefederten Massen um fünf Prozent zur Folge hat und dem Fahrkomfort zugute kommt.

An der Hinterachse wird eine Weiterentwicklung der aus dem Vorgänger bekannten Kompaktlenker-Achse verbaut. Die etwas straffere Fahrwerksabstimmung macht den neuen Primera auch in schnell gefahrenen Kurven gut beherrschbar, ohne beim Komfort Abstriche machen zu müssen. ESP gibt es allerdings nur in der Topversion und auch dort nur in Verbindung mit dem 2,0 Liter Motor serienmäßig – 1,8 Liter Benziner und 2,2 Liter-Diesel werden erst ab Sommer 2002 optional damit ausgeliefert.

Der neue Primera kommt im März 2002 zunächst als viertürige Limousine und Kombi (Traveller) auf den Markt. Im Sommer folgt die ausschließlich für Europa entwickelte Fließheckvariante mit fünf Türen. Als Einstiegspreis für die Stufenheck-Basisversion mit 1,8 Liter-Motor peilt Nissan weniger als 40.000 Mark an, wobei man sich bei der Preisgestaltung mit dem anvisierten Hauptkonkurrenten Ford messen will.

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