Der Sportler unter den kleinen Kombis

Peugeot bereichert die 206-Baureihe mit einer neuen, trendigen Kombi-Variante, dem 206 SW.

Wenn der 206 SW im Rückspiegel auftaucht, ist er von seinen Geschwistern kaum zu unterscheiden. Die Front blickt gewohnt grimmig. Und dass der kleine Peugeot zweieinhalb Zentimeter höher ist, fällt selbst Kennern kaum auf, eher schon die serienmäßige Dachreling. Auch das Plus an Länge (19 Zentimeter), das aber ausschließlich dem Laderaum zu Gute kommt, schadet dem sportlichen Auftritt des 206 nicht.

Für eine gute Beladbarkeit des Kofferraums sorgt die steil stehende Heckklappe. Kleinere Gegenstände lassen sich zudem durch die separat öffnende Heckscheibe einladen. Der Kofferraum ist dank der Hinterachskonstruktion mit liegenden Stoßdämpfern sehr glattflächig. Der längere Karosserie-Überhang bringt allerdings keine Rekorde beim Ladevolumen: 313 Liter Gepäckraum und 1136 Liter maximaler Laderaum bei umgeklappter Rücksitzbank sind für einen Kleinwagen zwar beachtlich – verglichen mit dem Skoda Fabia Kombi aber zu wenig.

Doch die Konkurrenz sieht weder so dynamisch aus, noch lässt sie sich ähnlich sportlich bewegen. Denn der 206 SW ist noch immer ein ungemein behänder Kurvenräuber. Beim Gaswegnehmen lenkt das Heck leicht mit und sorgt für die Extra-Portion Fahrspaß. Im Fall des ungewollten Heckschwenks hilft aber keine Fahrdynamikregelung, die gibt es nicht einmal gegen Aufpreis.

Für einen ersten Fahreindruck standen bei der Präsentation neben dem Topmodell mit Zweiliter-Vierventiler (136 PS), der 1,6-Liter-Vierzylinder (109 PS) sowie der Zweiliter-Diesel (90 PS) zur Verfügung.

Der Selbstzünder sorgt für respektablen Vortrieb, lässt jedoch den nachdrücklichen Schub etwa eines VW-TDI vermissen. Den bietet der Zweiliter nahezu über den gesamten Drehzahlbereich – was bei 136 PS und nur 1,1 Tonnen Leergewicht nicht verwundert.

Als Überraschung entpuppt sich schon eher der 1,6-Liter-Vierzylinder mit 109 PS. Im Durchzug zunächst noch etwas verhalten, schwingt er sich relativ mühelos in hohe Drehzahlregionen und kommt dem Topmodell in Sachen Fahrspaß erstaunlich nahe. Allerdings muss man sich häufig mit dem zwar leichtgängigen, aber nicht gerade exakt schaltbaren Getriebe beschäftigen.

Als Einstiegsmotorisierung bietet Peugeot den 60 PS starken 1,1-Liter-Vierzylinder an, darüber rangiert der 1,4-Liter mit 75 PS. Alternativ zum Zweiliter-HDI gibt es den schwächeren 1,4-Liter-Diesel mit 64 PS. Front- und Seitenairbags sowie ABS sind bei allen Varianten Serie. Die Preise werden etwa 800 Euro über denen des vergleichbaren viertürigen 206 liegen. Somit ergeben sich rund 12.000 Euro für die Einstiegsvariante.

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