Die 300-km/h-Elite

Die 300-km/h-Elite: Auf die Schnelle

Foto: Hans-Dieter Seufert

Ansonsten wäre der Porsche so problemlos zu fahren wie ein VW Polo. Der Motor zaubert Formel 1-Atmosphäre herbei. Sein Klang steigert sich bis zum kreischenden Fortissimo. Beim Gasgeben beißt der Zehnzylinder zu wie eine schlecht gelaunte Klapperschlange. Das kann süchtig machen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. 48 PS weniger als beim Enzo Ferrari lauern im Heck. Die Höchstgeschwindigkeit des ganz auf Aerodynamik gezüchteten Enzo erreicht der Porsche nicht. Bei 334 km/h ist Schluss. Maximaldrehzahl, 8350/min. Der Carrera GT schießt mit beruhigender Stabilität über die Bahn. Nur die Bodenwellen knallt er seiner Besatzung ins Kreuz. Aber der Geradeauslauf leidet kaum darunter. Man darf ihn nur nicht zu hart anfassen. Die messerscharf reagierende Lenkung wird am besten mit leichter Hand geführt. Was dieses Auto wirklich kann, zeigt sich nicht auf der Highspeed-Strecke. Die Ergänzung des Testprogramms – schnelle Runden auf dem winkligen Kurs des Autodromo del Levante bei Bari – sieht den Porsche als eindeutigen Sieger. Auf der nur 1,6 Kilometer langen Strecke nimmt der Carrera GT dem Enzo 1,12 Sekunden ab. Wobei gerechterweise hinzugefügt werden muss, dass die Aerodynamik des Ferrari in den vielen engen Kurven nicht zum Tragen kommt. 399 Exemplare wird es vom Enzo geben, 1500 vom Porsche. Damit sind die beiden die exklusivsten im Kreis der Super- Renner.

Beim Mercedes SLR McLaren werden immerhin 3500 Stück angepeilt. Auch der Mercedes gehört zur Carbonara-Fraktion mit den überirdischen Preisen. Sein Aufbau besteht aus Kohlefaser- Werkstoff. Aber die Konzeption lässt eine völlig andere Philosophie erkennen. Front- statt Mittelmotor. Keine hoch drehende Rennmaschine, sondern ein Ballermann von einem Kompressor- V8. Kein sequenzielles Schaltgetriebe, sondern eine Fünfgang- Automatik. Luxus-Ausstattung, ESP, volles AirbagSortiment. Auf der Landstraße spürbar komfortabler als der Porsche. Ein Mercedes eben. Im Drehmoment schlägt er sie alle. Wenn der Fahrer die Traktionskontrolle ausschaltet, ist der SLR der Meister kunstvoller Radierungen. Kein anderer malt derart fette Gummibalken auf die Fahrbahn. Der Mercedes geht auf seine Messrunden in Nardo.

Mit sattem V8-Bollern zieht er davon. Es ist inzwischen dunkel geworden. Warten im Basislager. Dann kommt er. Die Scheinwerfer stechen durch die Nacht. Ein Brausen, als käme ein Sturm auf. Noch kein Motorgeräusch. Wruumm. Das Stakkato eines Nascar-Renners. Der SLR singt nicht wie die Vielzylinder. Er hämmert das Lied der brutalen Gewalt. Garniert mit blauen Flammen aus den seitlichen Auspuffrohren. Die Geschwindigkeits- Anzeige des GPS-Messgeräts bleibt bei 334 km/h stehen. Gleichstand mit dem Porsche. Und doch, welch ein Unterschied. Keine Kupplungs- und Schaltakrobatik, nur Gas geben.

Übersicht: Die 300-km/h-Elite
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