Die Viper hat mehr Biss bekommen

Über 500 PS, neues Styling und ein funktionelles Cabrio-Verdeck kennzeichnen die Dodge Viper SRT-10.

Schon der Leerlauf gleicht einem Erdbeben. Der unruhig grummelnde V10 lässt die Karosserie nach Drücken des roten Starterknopfes erzittern, den Schalthebel vibrieren – die Viper in Lauerstellung.

Doch wehe, wenn die Pferde losgelassen. Dann werden sie rabiat, radieren mit ultrafetten Hinterreifen (345/30 ZR 19) schwarze Streifen auf den Asphalt und ballern davon wie Kugeln aus dem Colt von Jesse James. Ein Gasstoß genügt, um schneller zu sein, als die Sheriffs erlauben.

Nicht nur deshalb ist Viper-Fahren ein Tanz auf dem Vulkan. Die Insassen sitzen nämlich wie auf glühenden Kohlen. Der Motor und die unter den Seitenkästen hervorquellenden Auspuffrohre strahlen solch eine Gluthitze ab, dass man sich sofort wie Grillfleisch fühlt.

Auch die Viper selbst steht voll im Saft. Sein V10 wurde im Hubraum von 8,0 auf 8,3 Liter vergrößert und in der Leistung von 450 auf 506 PS angehoben. Drehmoment: 712 Nm. Das Beste sind denn auch der brachiale Schub und das helikopterartige Wummern des Motors. Die weichgespülte neue Form findet allerdings nicht überall Beifall.

Ein Cabrioverdeck anstelle des alten Fetzendachs wünschte sich jedoch die Mehrheit der Viper-Gemeinde. Nur stellten die Dodge-Leute rasch fest, dass man dafür das ganze Auto umbauen muss. Deshalb machten sie Nägel mit Köpfen. Sie warfen 50 Kilogramm Gewicht raus und packten einige Verbesserungen rein: größere Bremsen, windschlüpfigere Aerodynamik, robustere Getriebe-Synchronisation, elektrisch verstellbare Pedale mit Fußstütze, mehr Ablagen und eine 310-Watt-Soundanlage.

Erhalten blieben der triste Plastiklook im Cockpit und die Absage an ESP, Tempomat, Cupholder und elektrische Verdeckbetätigung. Extrem hartgesotten muss man dennoch nicht sein, um mit der neuen Viper glücklich zu werden. Denn der Federungskomfort ist ordentlich. Verbesserungspotenzial bleibt trotzdem: Der Schalthebel ist zu lang, die Kulisse hakelig, die Sitzposition zu hoch, und die Nadel der Benzinuhr (70-Liter-Tank) fällt schneller als zurzeit der Nasdaq-Index.

Europäische Viper-Enthusiasten haben andere Sorgen. Das neue Modell kommt erst im Herbst 2003 über den Großen Teich, muss auf eine Auspuffanlage ohne Sidepipes umgerüstet werden und kostet nicht unter 100.000 Euro.

Technische Daten
Dodge Viper SRT-10
Grundpreis 112.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4460 x 1944 x 1210 mm
KofferraumvolumenVDA 200 l
Hubraum / Motor 8285 cm³ / 10-Zylinder
Leistung 372 kW / 506 PS bei 5600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 306 km/h
Verbrauch 19,1 l/100 km
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