Dodge Caliber

Auf Widdersehen

Foto: Thomas Starck 15 Bilder

Die amerikanische Daimler-Chrysler-Marke Dodge im Sternzeichen des Widder soll künftig auch in Euroland heimisch werden. Mit preisgünstigen Autos wie dem Dodge Caliber.

Der Widder als Markenzeichen hat Symbolcharakter. Stark sollen sie sein, die Autos der amerikanischen Marke Dodge, robust und durchsetzungsfähig. In Zukunft auch auf dem europäischen Markt. Dodge? US-Kennern sind die Vehikel mit dem Ram (Widder) in erster Linie als stattliche Pickups bekannt.

Denn mit Trucks macht der zu Daimler- Chrysler gehörende Hersteller sein Hauptgeschäft. Dodge ist nicht irgendwer. Sondern eine uralte Automarke (seit 1914), ganz knapp hinter Mercedes die zweitstärkste im DC-Konzern, im USA-Ranking nach Produktionszahlen auf Platz fünf. Und in Europa ein no name. Denn der Zehnzylinder-Sportwagen Viper, ein Dodge reinsten Wassers, wurde hier jahrelang als Chrysler vermarktet. Jetzt soll es der brandneue Caliber des Modelljahrgangs 2007 richten. Zur Standortbestimmung.

Der Dodge fällt in das Segment, in dem sich etwa Peugeot 307 und Mazda 3 tummeln. Auch der VW Golf natürlich.

Das US-Modell bemüht sich in diesem Massenmarkt immerhin um optische Eigenständigkeit. Große Räder (17 und 18 Zoll) sowie die Höhe der Karosserie – sieben Zentimeter mehr als beim Golf – sorgen für einen Schuss SUV, das schräg abfallende Heck bringt eine Messerspitze Coupé mit.

Dazu ein paar nette Ideen wie ein Getränkekühlschrank im Handschuhfach und ausklappbare Party-Lautsprecher in der Heckklappe. Und ein Allerwelts-Interieur für Freunde der Hartplastik-Architektur. Ordentliches Platzangebot und funktionelle Bedienung stehen auf der Habenseite, auch ein Federungskomfort, der diesen Namen verdient. Ein braves, den Adrenalin-Pegel ganz unbehelligt lassendes Beförderungsmittel.

Es wird auf dem Euro-Markt nur dann eine bessere Figur machen als sein ebenfalls unter höchsten Erwartungen gestarteter und voll auf dem Bauch gelandeter Vorgänger Chrysler Neon, wenn der Preis äußerst attraktiv ausfallen sollte.

Zu rechnen ist mit rund 16 000 Euro für das Basismodell. Das besitzt einen 1,8-Liter-Vierzylinder mit 150 PS, der aus der gleichen Familie stammt wie die größeren 2,0- und 2,4-Liter-Motoren. In Zusammenarbeit mit Mitsubishi entwickelt, verfügt das Triebwerk über alle Merkmale modernen Motorenbaus inklusive verstellbarer Nockenwellen.

Für Chrysler soll das ein Weltmotor sein. Beim Caliber- Fahrer entsteht eher der Eindruck eines Allerwelts-Triebwerks. Für Europa dürfte deshalb allein der Diesel interessant sein. Er stammt von VW, ist zwei Liter groß und 140 PS stark. Als einziger Motor wird er mit Sechsganggetriebe kombiniert und, wichtiger noch, mit serienmäßigem ESP. Die Otto-Motoren gibt es mit Fünfganggetriebe und einer der müden Leistungscharakteristik wenig zuträglichen stufenlosen CVT-Automatik (ESP als Option). Wer Dampf will, muss warten. 2007 kommt die Turboversion SRT 4 mit 300 PS, übertragen auf die Vorderräder.

Aber Vorsicht: Chrysler übernimmt bei allen Modellen für vier Jahre oder 50 000 Kilometer die Wartungs- und Reparaturkosten. Neue Reifen gehören jedoch nicht dazu.

Technische Daten
Dodge Caliber 1.8 S
Grundpreis 15.590 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4415 x 1800 x 1535 mm
KofferraumvolumenVDA 524 bis 1339 l
Hubraum / Motor 1789 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 110 kW / 150 PS bei 6500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 184 km/h
Verbrauch 7,3 l/100 km
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