Dodge Ram SRT-10

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Foto: Uli Jooß 10 Bilder

Die Amerikaner sind verrückt auf Lastwagen. Besonders auf die von der scharfen Sorte. Das beste Beispiel kommt von Dodge mit einem über acht Liter großen Zehnzylindermotor, der satte 506 PS leistet und sich schon im Stand anhört, wie ein aufziehendes Unwetter.

Start frei für die Hüter der deutschen Sprache, die wackeren Kämpfer gegen jede Art von Anglizismen. Aber manchmal, sorry, geht es halt nicht ohne.

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Beispielsweise beim Dodge Ram SRT-10. Der ist, so der Pressetext im Internet, „the baddest truck on the block“. Das klingt und erinnert an den Song von Leroy Brown, jenen schlimmen Finger, der ganz Downtown mit seinem Custom Eldorado unsicher macht. Der böseste Pritschenwagen im ganzen Viertel?

Kann man vergessen. Der böse Truck ist ein Kind der PVO. Performance Vehicle Operations. So etwas wie das Spinner-Büro der amerikanischen Abteilung von Daimler- Chrysler.

Deren Überlegung war glasklar. Ford hat einen Supertruck, den F 150 Lightning, unter dessen Haube ein 5,4-Liter-V8 mit Kompressor sitzt. Chevrolet lockt die leistungshungrigen Trucker mit einem Sechsliter-Achtzylinder im Silverado SS. Da müssen wir, so die PVO-Männer, noch einen draufsetzen.

Das Rezept: Man nehme den Fullsize-Truck von Dodge in seiner zierlichsten Version. Zweitürige Kabine also, kurze Ladefläche. Wobei die Adjektive zierlich und kurz nur aus amerikanischem Sichtwinkel einen Sinn ergeben. In diesen Pickup kommt nun der stärkste Motor, der Chrysler zur Verfügung steht: die Killermaschine des Sportwagens Dodge Viper. Zehn in Leichtmetall gegossene Zylinder, 506 PS.

In der Bauweise so traditionell amerikanisch wie ein Big Mac: 90 Grad Zylinderwinkel, eine zentrale Nockenwelle, zwei Ventile pro Zylinder. Der Rest ist Hubraum. 8,3 Liter, getreu dem bewährten Detroit- Motto: Nothin’ beats cubicinches, also Hubraum ist durch nichts zu ersetzen. Stimmt.

Der Super-Ram inszeniert Beschleunigung als Show der großen Kolben. Schon bei niedrigen Drehzahlen grollt er wie ein fernes Gewitter. Bei Vollgas kommt ein kehliges Donnern aus den fetten Auspuffrohren hinzu. Aus der Maschinensprache ins Deutsche übersetzt heißt das: Mit mir legst du dich besser nicht an. Was nicht immer zutrifft. Es gibt besser beschleunigende Autos als diesen Macho-Truck – auch Luxus-Limousinen, die beim Spurt nur ein leises Säuseln von sich geben.

Aber Beschleunigung ist eben ein höchst subjektives Erlebnis. Eine Boeing 747 gibt fast allen Autos das Nachsehen. Aber das Erlebnis beim Start ist ähnlich spannend, wie frisch aufgetragener Wandfarbe beim Trocknen zuzugucken. Der Dodge braucht sechs Sekunden bis 100 km/h, sehr beachtlich für ein automobiles Hochhaus aus 2,3 Tonnen Metall.

In gefühlten Sekunden ist die Beschleunigung überwältigend – schon weil der Umgang mit der brachialen Gewalt des V10 ein Job für Könner ist. Zuviel Gas im ersten Gang, und das bei 4200 Umdrehungen in 678 Newtonmeter gipfelnde Drehmoment lässt die beiden Antriebsräder in Rauch aufgehen.

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