Markus Heimbach
10 Bilder

Peugeot e-2008

Wie der E-Crossover fast zum Verbrennerpreis fährt

Bei der zweiten Generation seines kompakten Crossovers bietet Peugeot eine Elektro-Variante an. Sie fällt vom gleichen Band wie die Verbrenner – quasi ohne optische Unterschiede. Aber wie fährt die Elektro-Variante?

Peugeot weitet seine Elektro-Offensive auf den 2008 aus. Den Kleinwagen e-208 konnten wir bereits vor einigen Wochen fahren, jetzt folgt der Crossover mit dem gleichen Motor. Der neue 2008 ist im Vergleich zu seinem Vorgänger ordentlich gewachsen: Mit 4,30 Meter hat er rund 15 Zentimeter Länge hinzubekommen, der Radstand wuchs um knapp elf Zentimeter auf 2,65 Meter. Also reichlich Platz für die neu hinzugekommenen Batterien im Fahrzeugboden. Durch die Anordnung zwischen den Achsen bleibt dem e-2008 das gleiche Kofferraumvolumen (434 Liter) wie den Verbrennern. Selbst die Innenraumhöhe ist praktisch gleich geblieben. Bei 1,55 Meter Fahrzeughöhe stören die minimalen Einbußen unten jedenfalls nicht.

Video: Das ist der neue Peugeot e-2008
1:58 Min.

Bei der Optik haben die Franzosen Wert darauf gelegt, dass sich der e-2008 nur in Details von seinen Verbrenner-Kollegen unterscheidet. So deuten neben dem fehlenden Auspuff nur kleine farblich abgesetzte Embleme außen und Symbole im Inneren auf das elektrische Herz mit 100 kW (136 PS) hin. Das teilt er sich mit dem e-208, ebenso wie den 50-kWh-Akku. Sollte eine 100-kW-Säule zugegen sein, lässt sich die Batterie in einer halben Stunde zu 80 Prozent aufladen. An einer verstärkten Steckdose dauert das vollständige Laden 17 Stunden, eine nachgerüstete Wallbox mit 11 kW erledigt den Job dank dreiphasigen Ladens in circa fünf Stunden. Mit diesen Werten ist der e-2008 voll und ganz auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

Genre-tpyisch gutes Fahrverhalten

Nun aber hinein in den neuen Crossover mit dem sogenannten i-Cockpit von Peugeot. In der Elektroausgabe informiert es zum einen mithilfe eines mittigen Touchscreens über Reichweite, Rekuperation und Verbrauch. Zum anderen kommt ab dem mittleren Ausstattungspaket Allure ein 3D-Kombi-Instrument oben drauf, das wichtige Fahrdaten optisch hervorhebt. Weil das i-Cockpit so konzipiert ist, dass der Blick auf die Instrumente übers Lenkrad geht, ist das Volant kleiner, oben abgeflacht und kann nur bis zu einem gewissen Grad nach oben verstellt werden kann. Für die Erstnutzer dürfte die tiefere Haltung zunächst ungewohnt sein.

Markus Heimbach
Über den mittleren Bildschirm lassen sich zum Beispiel Statistiken abrufen.

Für die erste Ausfahrt ließ uns Peugeot mit einem Vorserien-Modell über enge und teils schlechte Landstraßen in der Provence fahren. Was vielleicht erst hinderlich klingen mag, erweist sich als gute Wahl: Die etwa 350 Kilogramm Zusatzgewicht sind zwar spürbar, doch dank des tiefen Schwerpunkts liegt der e-2008 gut in den Kurven und kann mit maximal 260 Nm Drehmoment überzeugend aus engen Ecken herausbeschleunigen. Das Fahrwerk zeigt sich dabei straff, aber ausreichend komfortabel.

Ist noch etwas mehr Schwung gewünscht, hilft der Griff neben den Automatik-Schalthebel, wo sich die Fahrmodi wechseln lassen. Dort wartet neben dem klassischen Eco-Modus auch ein gelungener Sport-Modus. Wer darin das Fahrpedal zu forsch tritt, lässt allerdings schnell die Vorderräder durchdrehen. Der Top-Benziner mit 155 PS ist dem e-2008 in oberen Leistungsbereichen klar überlegen, darf außerdem 208 km/h schnell fahren, während die E-Variante bei 150 abgeregelt ist. Aber der Antritt des E-Motors unten raus macht vieles wieder wett. Zusätzlich zum Eco-Modus lässt sich beim E-Modell die Rekuperation über den Schalthebel durch einen verstärkten Modus erhöhen. Fahren mit nur einem Pedal wie etwa beim Kia e-Soul ist damit allerdings kaum möglich.

Preise im Rahmen

Der e-2008 kostet in der Grundausstattung Active mit 35.250 Euro 4800 mehr als der viel kleinere e-208. Und 1350 Euro mehr als der 155-PS-Benziner. Abzüglich der Förderung von 6000 Euro bleibt der e-2008 aber sogar in der mittleren Linie Allure (37.050 Euro) unter dem kräftigen und schnelleren Benziner. In der höchsten Variante GT beträgt der Listenpreis 41.950 Euro.

Preislich liegt der e-2008 damit in vergleichbaren Sphären mit anderen E-Autos desselben Formats. Wie bei den Benzinern und beim Diesel bietet schon die Basis viele Assistenzsysteme und Extras. Mit der App von Peugeot lassen sich zudem einige Zusatzfunktionen- und informationen anzapfen. Der e-2008 rollt im April an den Start und hat eine Batterie-Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern – bezogen auf 70 Prozent der Ladekapazität.

Fazit

Der e-2008 präsentiert sich als gelungene Ergänzung zum e-208 und macht vieles richtig. Mit 320 Kilometern Reichweite und 100 kW ist er gut für den Alltag aufgestellt und im Notfall hilft die Schnellladefunktion aus. Abzüglich der Förderungen ist der hohe Preis, der bei Konkurrenten ähnlich hoch ist, kein Grund mehr, das geräumige E-Auto nicht zu kaufen – wenn man es mit dem starken Benziner vergleicht.

Kleinwagen Fahrberichte Peugeot e-208 So fährt der Elektro-Kleinwagen

Kurz vor der Markteinführung konnten wir den Prototypen fahren.

Peugeot 2008
Artikel 0
Tests 0
Generationen 0
Alles über Peugeot 2008
Mehr zum Thema Elektroauto
Mercedes EQS
E-Auto
VW ID.3 IAA 2019 Weltpremiere
E-Auto
Politik & Wirtschaft