Ein Toyota, der ganz schön Wind macht

Der Toyota MR2 Roadster ist ein aufwendig gemachtes Einzelstück, das Formel-1-Feeling auf die Straße bringen soll.

In diesem Jahr startet Toyota erstmals in der Formel 1. Grund genug für die Japaner, dem Team Toyota Europe (TTE) den Auftrag für eine straßentaugliche Interpretation des Themas zu erteilen. Das Ergebnis heißt MR2 Roadster.

Das spartanische Lederlenkrad – es ist oben offen – beherbergt denn auch die typischen Druckknöpfe, mit denen der Fahrer das aus der Serie bekannte SMT-Getriebe bedienen kann. Zudem blickt der Roadster-Pilot auf einen mittig im Cockpit platzierten Bildschirm: Eine Fingerkamera in der Rückleuchteneinheit spielt im Monitor all das ein, was hinter dem Mittelmotorboliden passiert. Allzu viel wird es dort allerdings nicht zu sehen geben. Denn bei der fulminanten Beschleunigung, resultierend aus einem Gewicht von lediglich 780 kg und einer Leistung von 258 PS, verliert das Okular die Verfolger schnell aus dem Fokus.

Die Basis für das gut behütete Einzelstück bildet ein herkömmlicher MR2. Um den Zweisitzer zum Formelabkömmling umzugestalten, wurden die Grundfesten radikal von der Karosserie getrennt. In mühevoller Handarbeit formten die Modellbauer über das selbsttragende Chassis dann eine Karosserie aus Kohle- und Glasfaser-Verbundwerkstoffen.

Im Trend der Formel 1 trägt der Roadster seine spitze Nase in erhabener Höhe, darunter sitzt ein Flügelprofil. Hinter den Überrollbügeln wachsen zwei Krakenarme aus dem Motorraum; der linke führt dem Vierzylinder die nötige Ansaugluft zu.

Apropos Vierzylinder: Der mechanisch unangetastete, 1,8 Liter große Vierventiler zeigt geradezu unverschämt, was er hat und was er kann. Freizügiger lässt sich ein Motor kaum darstellen. Die freie Sicht ins Heck ermöglicht Blicke auf den Turbolader und die teilweise verchromte Peripherie von Luftführung und Auspuffrohren des giftig zu Werke gehenden Motors.

Das Zischeln des überschüssigen Ladedrucks dringt auf direktem Weg ans Ohr der Besatzung. Dabei ist im MR2 Roadster nicht ganz klar, was mehr um die Ohren pfeift: der Lader oder der Fahrtwind. Wenngleich die geschwungene Windschutzscheibe noch das gröbste Getöse abhält, findet die Zugluft zumindest unter der Gürtellinie der Türbalken ihren Weg zur Besatzung. Eines ist also sicher: TTE hat mit dem MR2 Roadster Wind gesät – und wer den Zweisitzer ausfährt, wird Sturm ernten.

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