Fahrbericht Citroën Xantia 2.0 HDi

Als erstes Modell des PSA-Konzerns erhält der Citroën Xantia den neuen Common Rail-Dieselmotor. Der laufruhige Antrieb passt ausgezeichnet zum sanften Hydropneumatik-Fahrwerk des Xantia.

Common Rail-Diesel schießen wie Pilze aus dem Boden. Nach Alfa, Mercedes und BMW startet jetzt der französische PSA-Konzern seinen ersten Direkteinspritzer mit dem modernen Hochdrucksystem von Bosch. Bei Common Rail wird der Kraftstoff in einer gemeinsamen Speicherleitung unter hohem Druck (bis 1350 bar) vorgehalten, um durch elektronisch gesteuerte Magnetventile exakt dosiert in die Brennräume injiziert zu werden. Premiere feiert die neue Dieselmotorengeneration, die unter dem Kürzel HDI vermarktet wird, im Citroën Xantia. Wenig später wird der gleiche Motor auch im Peugeot 406 angeboten.

Der neue Zweiliter- Vierzylinder ersetzt den bisherigen 2,1 Liter-Wirbelkammermotor, der in Leistung und Laufruhe stets einen guten Eindruck gemacht hatte. Dennoch merkt man beim Start des neuen HDI-Motors sofort, daß hier ein Quantensprung in Sachen Dieseltechnologie gelungen ist. Er springt spontan ohne Vorglühen an und fällt sogar in kaltem Zustand in einen gleichmäßigen, vibrationsarmen Leerlauf. Dieseltypische Geräusche sind nur mit Mühe auszumachen, was im übrigen auch für den restlichen Betriebsbereich gilt. 

Selbst beim Ausdrehen (bis 4800/min) wird der Motor nie aufdringlich laut, schon gar nicht bei dem in Frankreich verordneten Autobahntempo von 130 km/h. Der akustische Fortschritt hat seine Wurzeln zunächst im Einspritzverfahren, das eine minimale Kraftstoffmenge als Voreinspritzung ermöglicht, was zu einem moderateren Druck- und Temperaturanstieg führt. Doch allein damit wäre die im Xantia laut Citroën realisierte Geräuschreduktion von insgesamt acht Dezibel kaum gelungen. Denn fast zwei Drittel dieses Wertes (fünf dB) gehen auf das Konto der steiferen Motorstruktur und seiner aufwendigen Kapselung.

Aber auch das ist Fortschritt: In den Eckdaten seiner Leistungswerte entspricht der leichtere, zweiventilige HDI Motor seinem größeren Wirbelkammervorgänger mit drei Ventilen pro Zylinder. 109 PS und ein kräftiges Drehmoment von maximal 250 Newtonmetern bieten ansprechende Fahrleistungen, die insbesondere von der guten Elastizität des Triebwerks geprägt werden. Schließlich wird der Drehmomenthöchstwert schon bei 1750 Umdrehungen erreicht, 200 Newtonmeter stehen von 1250 bis 3800/min bereit, ohne daß man ein ernsthaftes Turboloch befürchten müsste. 

Dies führt zu einer ruhigen, unaufgeregten Fahrweise, der es keineswegs an Dynamik fehlen muß. Auch im Abgasverhalten bringt der neue Direkteinspritzer gute Voraussetzungen mit, wenngleich zum Serienanlauf die D3-Norm noch nicht erreicht wird. Mitte nächsten Jahres soll es dann so weit sein. Den größten Schritt nach vorne macht der HDI-Motor freilich im Verbrauch. Nur 5,5 Liter gönnt sich der immerhin fast 1450 Kilogramm schwere Xantia im MVEGTest, das sind 21 Prozent weniger als mit dem Wirbelkammermotor.

Damit zählt der Xantia zu den sparsamsten Vertretern in der Mittelklasse. Daß er dank seinem hydropneumatischen Fahrwerk dazu noch einen einzigartigen Federungskomfort offeriert, macht ihn zu einer interessanten Alternative. Am Preis jedenfalls soll es nicht liegen. Der Citroën Xantia-HDI wird in den Ausstattungen SX und Exclusive Anfang nächsten Jahres voraussichtlich zum Preis des Vorgängers zu haben sein. 

Technische Daten

Citroën Xantia 2.0 HDi SX
Grundpreis 21.219 €
Außenmaße 4524 x 1755 x 1400 mm
Kofferraumvolumen 437 bis 1405 l
Hubraum / Motor 1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 80 kW / 109 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 191 km/h
Verbrauch 5,6 l/100 km
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