Fahrbericht Ford Puma 1.7

Mit einem aufreizend gestylten 2+2-Sitzer auf Fiesta-Basis spielt Ford ab September dieses Jahres in der Coupé-Liga mit. Ein neuer 1,7 Liter-Vierzylinder mit 125 PS soll den Puma zu sportlichen Höchstleistungen antreiben.

Ein Puma – das lehren Zoologen – zählt zu jenen Raubkatzen, die den Menschen nicht angreifen. Beim gleichnamigen Coupé von Ford ist das anders. Sein ausgefallenes Design kann manchen Betrachter auf Anhieb in die Flucht schlagen. Wie schon beim Mini Ka hat sich Ford auch diesmal nicht gescheut, durch gewagte Formengebung zu polarisieren. Besonders das massige, hochgesetzte Heck mit der scharfen Abrißkante erregt die Gemüter. Ansonsten gibt sich der Puma ausgesprochen handzahm.

Die Neuentwicklung vermittelt auf Anhieb viel Fahrspaß, Folge guter Handlingeigenschaften, die bereits von Fiesta und Ka bekannt sind, mit denen der Puma die Plattform teilt. Um den sportlichen Charakter des Coupés zu betonen, wurde das Fahrwerk jedoch neu abgestimmt, vorn ein größerer Querstabilisator sowie hinten ein steiferer Torsionsstab eingesetzt, die Spur verbreitert und 15 Zoll-Felgen mit Breitreifen der Dimension 195/50 R 15 montiert. Derart gerüstet flitzt der kleine Fronttriebler mit geringer Untersteuerneigung wie ein Kart um Kurven und Ecken, wobei er sich dank der direkt ansprechenden, sehr präzisen Servolenkung jederzeit mühelos dirigieren läßt.

Schwung in die Partie kommt auch durch den neuen 1,7 Liter-Vierzylinder aus der Zetec-SE-Reihe, der als erster Ford-Motor über eine variable Ventilsteuerung verfügt und 125 PS bei 6300/min leistet. Er spricht willig an und läßt sich bei Bedarf gern auch in hohen Drehzahlbereichen bewegen, was Sportwagenfans ebenso gefallen dürfte wie das enggestufte Fünfganggetriebe mit seinen kurzen Schaltwegen. Doch auch unterhalb 6000/min steht genügend Durchzugskraft zur Verfügung.

Als gewöhnungsbedürftig erweist sich dagegen die Geräuschkulisse. Der Ton des Vierventilers schwillt bei 4500/ min so kräftig an, daß geräuschempfindliche Passagiere mehr Ruhe herbeisehnen – kein Thema für Ford, denn schließlich soll sich der Puma an jene junge und junggebliebene Kundschaft wenden, für die das Röhren wie Musik in den Ohren klingt.

Der kernige Ton sei bei Autos wie diesem eigentlich Pflicht. Nicht beabsichtigt sind dagegen die leichten Poltergeräusche des Fahrwerks auf Kanaldeckeln und groben Fahrbahnunebenheiten, doch von dieser Schwäche abgesehen überzeugt der Puma trotz straffer Abstimmung mit einem ordentlichen Komfort, zu dem auch die gut konturierten Sportsitze im Innenraum beitragen.

Wenig zu lachen haben dagegen die Fondpassagiere, denn schon Personen, die mehr als 1,70 Meter messen, stoßen mit dem Kopf an. Doch wer den Zweitürer als Zweisitzer akzeptiert, hat mit den beengten Platzverhältnissen hinten ebenso wenig Probleme wie mit dem kleinen Kofferraum, der 240 Liter (bei umgeklappter Rücksitzbank 725 Liter) faßt. Nicht zu akzeptieren ist dagegen die schlechte Übersichtlichkeit nach hinten. Wegen des kleinen Heckfensters und der breiten C-Säule kann der Fahrer beim Rangieren kaum erkennen, wieviel Platz noch zur Verfügung steht – ein Problem, das sich durch größere Außenspiegel zumindest mildern lassen könnte. Trotzdem bietet Ford ab 11. September mit dem Puma ein Sportcoupé, das Opel Tigra und Co. das Leben in Zukunft schwermachen dürfte. Denn wer 31 490 Mark investiert, bekommt ein Auto inklusive Airbags, ABS und Traktionskontrolle, das alles andere als zum Weglaufen ist.

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Technische Daten
Ford Puma 1.7
Grundpreis 19.325 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3984 x 1674 x 1345 mm
KofferraumvolumenVDA 240 bis 725 l
Hubraum / Motor 1679 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 92 kW / 125 PS bei 6300 U/min
Höchstgeschwindigkeit 203 km/h
Verbrauch 7,4 l/100 km
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