Fahrbericht Honda Accord

Von vier eigenständigen Modellen für verschiedene Märkte auf einer gemeinsamen Plattform verspricht sich Honda mehr Resonanz auf den neuen Accord. Die Europa-Version startet im Oktober mit überarbeiteten Motoren.

Trotz vielfältiger Alternativen können sich in der heißumkämpften Mittelklasse nur 25 Prozent der Deutschen für ein ausländisches Auto erwärmen, und der Honda Accord gehört schon lange nicht mehr zu den Favoriten. Der frühere Bestseller hat offenbar seine Reize verloren, was nicht nur an der für Japaner langen Bauzeit, sondern auch an der mäßigen Raumökonomie liegt. Nach fast sechsjähriger Produktion wird am 24. Oktober die fünfte Generation durch den sechsten Accord abgelöst – mit der gleichen Plattform wie seine japanischen, asiatischen und amerikanischen Brüder, aber im deutschen Designcenter Offenbach gezeichnet und in England entwickelt und gebaut.

Dadurch soll die schlichte Stufenheck-Limousine – das Coupé kommt weiterhin aus den USA, ein Kombi ist nicht mehr im Angebot – wieder stärker den europäischen Geschmack treffen und zu einstiger Größe auflaufen. Äußerlich mußte sie dafür zunächst einmal etwas kleiner werden. Wie beim früheren Mazda 626 mochten auch die Honda-Kunden dem beständigen, kostspieligen Größenwachstum nicht länger folgen, zumal es keinen Zugewinn an Raum bedeutete.

Der Neue bietet hingegen trotz neun Zentimeter weniger Länge und fünf Zentimeter kürzerem Radstand 45 Millimeter mehr Beinfreiheit im Fond, 30 Millimeter mehr Kopffreiheit, 25 Millimeter mehr Innenbreite und 22 Liter mehr Kofferraumvolumen (427 Liter) als sein Vorgänger. Damit verfügt der Accord über klassenübliche Platzverhältnisse, und ähnliches gilt für sein Design. 

Pfiff und Eigenständigkeit waren selbst im Innenraum nicht erwünscht, doch dafür findet man sich auf Anhieb mit der Bedienung zurecht. Zudem ist schon die Basisversion S gut ausgestattet (elektrische Fensterheber, Außenspiegel und Zentralverriegelung), und für etwa 3000 Mark Aufpreis gibt es im LS bereits eine Klimaanlage sowie für weitere 4000 Mark (ES) zusätzlich ein Navigationssystem, ein elektrisches Schiebedach und ein Bose-Soundsystem. Mehr Sicherheit versprechen Seitenairbags in den vorderen Sitzlehnen, fünf Dreipunkt-Automatikgurte und eine erheblich verstärkte Karosseriestruktur.

Honda reklamiert ein gutes Abschneiden beim NCAP-Crashtest sowie eine doppelt so hohe Torsions- und Biegesteifigkeit wie beim Vorgänger, was angesichts ausbleibender Verwindungserscheinungen und eines erfreulich niedrigen Geräuschniveaus glaubwürdig erscheint. Dies ist nicht zuletzt ein Verdienst des überarbeiteten Fahrwerks, von dem sowohl das Handling als auch der Federungs- und Abrollkomfort profitieren.

Für eine akustische Entkoppelung von der Karosserie sorgen zwei Fahrschemel, die vorne eine Doppelquerlenkerachse und hinten eine Fünflenkerachse aufnehmen. Die Bremsanlage mit Scheibenbremsen rundum (vorn innenbelüftet) und ABS wurde um eine elektronische BremsDreikraftverteilung erweitert, Stabilitäts- oder Traktionshilfen sind jedoch nicht lieferbar. Zumindest auf letztere kann man bei der hier vorgestellten Einstiegsmotorisierung mit 1,8 Liter Hubraum und 136 PS problemlos verzichten. 

Der Vierventil-Vierzylinder arbeitet wie alle für den Accord vorgesehenen Benzinmotoren nach dem VTEC-Prinzip, was durch eine spezielle Steuerung des Ventiltriebs zusätzliche Kräfte oberhalb von 4000/min freisetzen soll. Bis dahin aber ist das Aluminium-Triebwerk sehr durchzugsschwach, wenngleich leise und kultiviert. Viel mehr Drehmoment darf man sich auch vom Zweiliter nicht erhoffen, der es statt auf 175 auf maximal 184 Newtonmeter bei 4800/min bringt. Im nächsten Frühjahr folgt dann der sportliche Type-R mit 212 PS (siehe Kasten), während man auf den rund 115 PS starken 1,6-Liter und den Zweiliter- Turbodiesel mit Direkteinspritzung (105 PS) noch bis zum Sommer warten muß. Statt des serienmäßigen Fünfganggetriebes sind 1.6 und 1.8 gegen Aufpreis auch mit einer Vierstufen-Automatik nach Tiptronic-Muster lieferbar.

Der Fortschritt zeigt sich nicht zuletzt in einer verbesserten Wirtschaftlichkeit. Nunmehr drei Jahre Garantie, 20 Prozent weniger Wartungskosten sowie eine günstige Kaskoeinstufung (VK 15 statt 19 beim 1.8) sind ebenso gewichtige Argumente wie der fast unveränderte Grundpreis von 36 500 Mark. Da sind wohl alle Kunden d’accord mit dem neuen Accord.  

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